10 Tipps für frische Gründer

10 Tipps für frische Gründer

Wer sich mit der eigenen Existenzgründung beschäftigt, sitzt in kürzester Zeit in einem ständig weiter anschwellenden Berg von Informationen.

Den Überblick zu behalten und sich nicht entmutigen zu lassen gehört zu den Aufgaben, die sich unaufgefordert mit auf die To-Do-Liste schleichen.

Wir wissen, wie es Gründern geht – und neben einer intuitiv bedienbaren und rundum einleuchtenden Buchhaltungslösung haben wir für ganz frische Gründer noch ein paar hilfreiche Tipps.

1. Du brauchst die Zeit, die Du brauchst

Behördengänge, Informationsveranstaltungen, Papierkram, Anträge, Akquise und Netzwerkveranstaltungen, garniert mit hilfsbereiten Kontakten und dann noch der ganze organisatorische Krempel:

Setz Dich nicht unter Druck, sondern mach ein Ding nach dem anderen. So wie es passt. Der Alltag eines Gründers könnte oft Tage mit 48 Stunden brauchen.

Aber so geht es allen Selbstständigen und je früher man lernt, sich in aller Ruhe zu sortieren, desto schneller weiß man auch:

Langsam und sortiert geht am Ende alles schneller und besser.

2. Sei mutig – Risiken gehören zum unternehmerischen Alltag

Wer aus der Sicherheit einer Festanstellung kommt und an regelmäßig eintreffendes Geld gewöhnt ist, steht oft sehr zögerlich vor Entscheidungen, die auch danebengehen können.

Genau betrachtet können aber fast alle Entscheidungen zu Misserfolg führen, die einen mehr, die anderen weniger.

Das Spannende und auch das Bereichernde als Unternehmer ist es, nicht mehr den Fehlentscheidungen und Regelungen anderer unterworfen zu sein, sondern Erfolg und Misserfolg selbst einzufahren.

Wer weiß, dass Misserfolge dazugehören, bricht nicht bei jedem „Fehler“ zusammen, sondern lernt und macht weiter.

Trau Dich was, und es wird sich lohnen.

3. Organisier Dich und Deine Ideen und Abläufe

Als Unternehmer sind die Zeiten vorbei, in denen ein Zettel am Kühlschrank reichte, um Dich an alles zu erinnern, das gerade wichtig ist.

Termine, Abgabefristen, Erinnerungen und Events knubbeln sich im Kalender, und dazu kommen noch die ganzen vielen Dinge, die Du vorhast und für die Du noch keinen Zeitplan bauen konntest.

Damit Du nicht irgendwann frustriert feststellst, dass alle kreativen Einfälle Dir versanden, obwohl sie Dein Business voranbringen könnten, solltest Du nicht nur eine To-Do-Liste führen – sondern auch eine Ideensammlung betreiben.

Tu Dir selbst den Gefallen und schreib drei bis fünf Sätze zu jeder Idee auf: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Du sehr viele hast und sonst irgendwann Deine eigenen Notizen nicht mehr verstehst.

4. Dosiere Dir die Tipps, Hinweise, Helfer und nützlichen Artikel

Praxistipps wie diese, Unterstützung durch Kollegen und Deine „Peer Group“, hilfreiches Coaching und Fachartikel, die Dich weiterführen sollen:

Nimm Dir nur das mit, was Dich konkret in diesem Moment weiterbringt. Alles andere ist gut gemeint, hat aber das falsche Timing und Du lenkst Dich nur selbst vom Wesentlichen ab.

Wir empfehlen also, auf Ratschläge zu hören – weil die richtige Unterstützung wertvoll ist und Dich voranbringt.

Wir empfehlen aber auch, immer Deinem Bauchgefühl zu folgen und Dich auf das zu konzentrieren, was konkret gerade anliegt.

Wenn ein Ratschlag nicht der richtige ist, im aktuellen Moment nicht wichtig oder für Dich einfach sowieso nicht relevant, dann kannst Du ihn vergessen.

Problemlösungen braucht niemand im Vorrat. Es genügt, die Aufgaben zu lösen, die man gerade vor sich hat.

Tipps zu allen anderen Themen laufen Dir nicht weg, die sind auch morgen oder nächste Woche noch da.

5. Networking auf sämtlichen Ebenen bringt Dich in allen Bereichen weiter

Ob Du Dich mit Kollegen aus Deinem eigenen Fachgebiet zum Erfahrungsaustausch triffst, mit anderen in Projekten arbeitest oder Dich einfach gerne in Deiner Branche umschaust:

Ein starkes Netzwerk trägt auch Existenzgründer durch schwierige Phasen und bringt Aufträge, Wissen, mehr Kontakte oder alles auf einmal.

Gute Kontakte wollen gepflegt werden, dann bleiben sie Dir „ewig“ erhalten.

Und Du selbst kannst jederzeit ebenfalls etwas geben, denn schon mit zehn Tagen Gründungsvorsprung hast Du etwas zu erzählen und kannst Newbies Tipps geben.

Such Dir also von Anfang an und regelmäßig Möglichkeiten, Dein Netzwerk aufzubauen. Wir empfehlen lokale Coworking-Spaces und deren Events, Gründerveranstaltungen und Fachgruppen zum Beispiel auf meetup.com.

6. Arbeite nur mit Menschen, die Du magst

Es ist ein Fehler, jemanden mit in Dein Büro oder Deine Kundenprojekte zu nehmen, den Du auf zwischenmenschlicher Ebene nicht gut findest.

Egal wie großartig die Fachkenntnisse dieser Person sind, es wird Dich lähmen und einschränken, wenn Du Dich jeden Tag damit konfrontiert siehst, Dich auf jemanden einzustellen, der Dir nicht liegt.

Dabei ist es gleichgültig, ob es sich bei der Person um ein aggressives Großmaul, einen Menschen mit unnötig kompetitiven Ansichten oder eine echte Trantüte handelt, weil er oder sie nicht zuverlässig ist.

Jeder innere Kompromiss kostet Dich Deine eigene Schwungkraft. Zusammenarbeit mit anderen ist schon schwierig genug, wenn man sich mag und schätzt.

Bau Dir nicht selbst ein Hindernis in Deinen Weg, das Dir jeden Tag innerlich die Luft rauslässt, indem Du jemanden einstellst oder beauftragst oder in eine Partnerschaft lässt, bei dem Dein Bauch ablehnend reagiert.

7. Plan‘ Dir regelmäßige Auszeiten konsequent ein

Abgrenzung, Entspannung und „Work Life Balance“ sind wichtige Themen. Jeder Gründer weiß, wie wichtig es ist, nicht zu sehr in der Arbeit aufzugehen.

Trotzdem ist das naturgemäß genau der Punkt auf der Prioritätenliste, der immer wieder zu kurz kommt.

Du trickst Dich also selbst aus. Schreib‘ Deine Freizeit in den Zeitplan. Plane Deine Auszeiten mit Freunden zusammen, so dass Du es Dir nicht einfach in allerletzter Sekunde anders überlegen kannst.

Investiere in ein Sportstudio oder besser noch, in ein Training in einem Verein, für das Du Dich verabredest.

Sorg dafür, dass Dein innerer Schweinehund mit den Arbeitsbergen alleine im Office zurückbleibt, während Du Deine strategischen Fähigkeiten darauf ausrichtest, Dir selbst etwas Gutes zu tun.

8. Fortbildung gehört zum unternehmerischen Alltag

Die Grenzen zwischen Auszeit vom Stress am Arbeitsplatz und dem Bedarf an ständig frischem Wissen vermischen sich, wenn es um Fort- und Weiterbildung geht.

Auch wenn Du gerade kein Fachbuch für Deine Aufgaben durcharbeiten musst und es zufällig mal keine wissenswerten Innovationen in Deiner Branche gibt:

Lernen gehört zum unternehmerischen Alltag. Wer ein Business aufbaut, muss sich ständig neuen Situationen anpassen und dafür lernen, wie das geht.

Du tust Dir einen Gefallen, wenn Du geistig rege und in Bewegung bleibst und Dich stets mit frischem Input beschäftigst.

Vielleicht kommt die nächste Innovation in Deiner Branche ja dann von Dir.

9. Bitte um Unterstützung, wann und wo immer sie nötig ist

Frischgebackene Existenzgründer nennen sich oft „Solopreneure“ oder „Einzelkämpfer“ und vergessen dabei:

Nur weil sie alleine zum Kunden oder in Projekte gehen, müssen noch lange nicht alle Probleme und Fragen um jeden Preis auch mutterseelenallein gelöst werden.

Networking hilft, aber auch das eigene Umfeld. Du tust Dir einen großen Gefallen, wenn Du in Deinen eigenen Kreisen nicht nur gefühlt Dein Schaufenster polierst und nach außen hin alles souverän im Griff hast.

Sondern bei konkreten Problemstellungen um Rat und Hilfe bittest. Und beim nächsten Mal hilfst dann einfach Du.

Denn irgendwelche Sorgen oder Probleme hat jeder.

10. Sorg gut für Dich. So gut wie Du macht das nämlich keiner.

Auszeiten, wertvolle Kontakte, Networking und Fortbildung: Niemanden außer Dir wird es so sehr interessieren wie Dich, ob es Dir gut geht.

Genügend Schlaf, halbwegs gutes und hochwertiges Essen, Ausgleich und Bewegung: Denk dran, Du bist der Chef über Dein Wohlbefinden.

  1. Peter Luther | 03.12.2015 | 09:42

    Hallo Carola!

    Sehr wohl erkannt. Könnten Sie für mich bitte einen Abschweifer machen für diejenigen die sich “freelancer” nennen? Beim Finanzamt nennt man uns “Kleinunternehmer”. Da gibt es sicherlich auch einige Tips, die uns die “Fallstricke” erkennen lassen. Danke im Voraus!

    MfG Peter Luther

    1. Carola @lexoffice | 03.12.2015 | 21:44

      Hallo Peter,
      vielen Dank für das Feedback und die Anregung. Freut mich sehr, dass Ihnen das Blog gefällt – Themen für Kleinunternehmer sind auch immer eine gute Idee, ich notiere es mir für den nächsten Themenplan. Im Archiv finden sich bereits diverse für Freelancer relevante Themen, spontan fallen mir https://www.lexoffice.de/blog/ueberzeugend-beraten/ und https://www.lexoffice.de/blog/kunden-kuendigen/ ein 🙂
      herzliche Grüße
      und ein gutes Wochenende
      Carola Heine @lexoffice-Blog

  2. Klaus Reichert | 14.12.2015 | 09:48

    sehr persönliche und sehr praktische Tipps, danke für die Sammlung

    1. Carola @lexoffice | 15.12.2015 | 09:26

      Vielen Dank für das nette Feedback, das freut uns sehr 🙂

      Carola @lexoffice-Blog