7 zeitlose Strategien für die Balance von Familie und Beruf

7 zeitlose Strategien für die Balance von Familie und Beruf

Bald ist er vorbei, dieser Monat, der mit vielen Grußkarten mit Wünschen für eine besinnliche Vorweihnachtszeit begann.

Die meisten berufstätigen Eltern können über den Gedanken an einen ruhigen Advent nur müde lächeln, denn im Dezember knubbeln sich bekanntlich Weihnachtsfeiern von Kindern und Kunden mit dem Stress vor den Feiertagen und zum Jahresende hin.

Wir haben einige zeitlose Strategien für euch zusammengetragen, mit denen sich solche anstrengenden Phasen besser bewältigen lassen.

1. Die Morgenroutine entstressen

Der Start in den Tag ist wesentlich weniger hektisch, wenn er schon am Vorabend vorbereitet wird: Lunchpakete konzipieren oder sogar schon fertigmachen, Kleidung für den nächsten Morgen bereitlegen – auch die eigene – und alles einpacken, was unterwegs benötigt wird von der Windeltasche bis zum Aktenkoffer. Keine Mail schnell noch für den Morgen planen – lieber alles so weit vorbereiten, dass man einfach losmarschieren und im Idealfall sogar noch zusammen frühstücken kann.

Die Kinder abends zu duschen spart Kämpfe ums Waschen am Morgen. Tanken, Unterlagen zusammensuchen und Ausgangspost bereitlegen sind ebenso Aufgaben für den Abend wie Einkaufsplanung und Terminabsprachen innerhalb der Familie.

2. Einen Familienkalender führen

Planung für mehrere Personen erfordert das Setzen von Prioritäten. Oft sind es die Mütter, die sämtliche Termine und Aufgaben aller Familienmitglieder koordinieren, alle Fäden in der Hand halten und jeden an alles erinnern müssen. Ein Kalender ermöglicht es, diese Organisation auf alle zu verteilen: Mit Google Calender lassen sich Termine, Aufgaben und Geburtstage komfortabel verwalten und per Smartphone auch von unterwegs einsehen.

Wer jeden Sonntagabend eine Viertelstunde in die Aktualisierung des Familienkalenders investiert, kann Aufgaben leichter delegieren und behält immer den Überblick über alles, was ansteht. So lassen sich auch überraschende Termine besser integrieren. Ein bunter Wandkalender zusätzlich unterstützt auch die Kleinsten dabei, nichts zu vergessen.

3. Organisation: Feste Plätze für alles

Ob im Büro, auf dem Notebook oder daheim: Das Leben wird einfacher, wenn jeder Gegenstand und jede Datei einen festen Platz hat. Regelmäßig benötigte Dinge kosten nämlich enorm viel Zeit, wenn sie jedes Mal erst gesucht werden müssen. Wenn sich die ganze Familie darauf einigt, immer dieselbe Ablagestelle für Schlüssel, Brille, Handschuhe, USB-Sticks, Lieblingsspielzeug, Ladegerät und Geldbörse für den Familieneinkauf zu verwenden, kann nicht nur jedes Familienmitglied immer alles finden… es kann auch jeder aufräumen.

Ein Pinboard mit Haken im Flur oder ein Regal mit vielen kleinen Fächern im Eingangsbereich der Wohnung können zur zentralen Anlaufstelle werden, um die vielen Gegenstände einzusammeln, die unseren Alltag zusammenhalten. Auch wo gar kein Platz mehr ist, lässt sich eine Türgarderobe mit Haken mit einem transparenten Foto-Vorhang kombinieren: Einfach ein Foto von dem Gegenstand einstecken, der sich in der jeweiligen Tasche der Hülle befinden sollte.

4. Kleine Auszeiten als eigene Termine integrieren

Eltern rotieren vom Aufstehen über Berufsverkehr bis Multitasking an allen Fronten. Wer nicht aufpasst, organisiert seine eigenen Aktivitäten so gründlich mit, dass alle persönlichen Interessen zu kurz kommen. Es ist keine Neuigkeit, wird aber trotzdem immer wieder vergessen: Auf Dauer “funktioniert” nur, wer sich auch um sich selbst kümmert, und zwar nicht erst bei einem Zusammenbruch. Je mehr anliegt, desto wichtiger ist ein Ausgleich, und sei es nur ein Spaziergang an der frischen Luft in der Mittagspause im Büro.

Jeden Tag eine Stunde Zeit zum Lesen, Sport oder Entspannen zu finden, das ist nicht immer leicht oder machbar. Aber mehrmals eine Viertelstunde unterbringen, das geht mit einem Minimum an Planung ganz bestimmt – und ist ein guter Anfang.

5. Organisationshelfer für die ganze Familie: To-Do-Listen

Nicht nur im Büro und bei der Arbeit helfen To-Do-Listen dabei, den Überblick zu behalten. Einfache Aufgabenlisten für die Familie haben gleich zwei weitere Vorteile: Was man aufgeschrieben hat, muss man sich nicht mehr alleine merken – und es lässt sich an andere Familienmitglieder delegieren.

Gerade die banalen Dinge, die trotzdem erledigt werden müssen, können ganz schön nerven, wenn sie im Gedächtnis behalten werden wollen, bis sie erledigt sind. Couscous-Salat fürs Schulfest zum Beispiel muss schließlich nicht nur mitgebracht, sondern auch dafür eingekauft und der Salat dann hergestellt werden: Gleich drei Punkte auf der Liste.

Termine vereinbaren und halten, Verabredungen treffen und hingehen, Meetings konzipieren, dazu einladen und sich vorbereiten – sehr viele Erledigungen sind mehrteilig und erfordern die Unterbringung im Familienzeitplan an mehreren Stellen. Eine dreispaltige Liste „Job, Home, Sonstiges“ für die ganze Woche sorgt dafür, dass nichts im Stress untergeht.

6. Teilen und Verteilen im Job und daheim

Nicht nur Hausarbeit und Kinderbetreuung sollten immer auf alle verfügbaren Schultern verteilt werden, um den Alltag zu bewältigen. Auch die Kinder können schon früh eigene Aufgaben erhalten, die gemeinsam erledigt werden – so bleibt mehr Zeit für die Familie. Der Nachwuchs lernt aber auch, es mehr zu schätzen, was alles zur Haushaltsführung gehört.

Gemeinsam kommt man jedoch nicht nur im Privatleben weiter. Selbstständige Unternehmer mit Familie profitieren auch davon, die Arbeit umzuverteilen: An Partner und Kooperationen für gemeinsame Projektarbeit oder für das gegenseitige Weiterreichen von Aufträgen bei Kapazitätsproblemen.

Auf Networking-Veranstaltungen der IHKs und Gründerzentren hat jeder die Möglichkeit, Kontakte zu schließen. Je nach Geschäftsidee kann eine Kooperation Kosten sparen, neue Kunden bringen, Coworking-Möglichkeiten eröffnen oder gegenseitige Empfehlungen bringen.

7. Work-Love-Balance statt Perfektionsanspruch

So sehr sich berufstätige Eltern auch nach der Decke strecken, um alle Anforderungen zu bewältigen, mit Kindern ist nicht alles planbar. Es wird immer wieder vorkommen, dass eine Darmgrippe den Wochenplan sprengt, der Babysitter unerwartet ausfällt oder sich ein Meeting verschiebt. Perfektionsanspruch ist dann nur hinderlich, denn es gibt keine Chance auf Erfüllung.

Wenn man in den Trümmern der eigenen Zeitplanung steht, hilft nur eins: Durchatmen, loslassen was war und neu beginnen. Wie Sisyphos, nur dass dessen Felsblock nie zwischendurch in die Schule entschwinden wird.

Eltern wissen oder lernen schnell: Egal wie schlimm es gerade ist, es ist nur eine Phase. Wer akzeptiert, dass Chaos zum Familienalltag gehört, kann eine Work-Love-Balance leben, statt immer nur am Arbeitsberg hoch zu starren.

Wie sehen eure Strategien aus, was hilft euch bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Wir würden uns freuen, mehr darüber zu erfahren, wie ihr den Alltag als Eltern bewältigt.

26.12.2014