Was macht die Selbständigkeit mit mir? Teil 9: Achtsamkeit

Achtsamkeit: Was macht die Selbständigkeit mit mir?

Im Hier und Jetzt sein, ganz bei dir: Gar nicht mal so einfach in Kombination mit dem #lebensgefühl_selbständig

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Bist du ganz bei dir, oder bist du in Gedanken schon mal vorgeprescht, der nächsten Deadline entgegen? Achtsamkeit, das steht für Entschleunigung und Stressreduktion, Meditation und Auszeiten. Nicht irgendwie, weil einem schicken Trend entsprechend. Sondern bewusst gewählt.

Wir vermuten: Achtsamkeit ist ein bisschen einfacher, wenn du nicht selbständig bist. Denn Angestellte im Büro bekommen ihren festen Rahmen vorgegeben: Bestimmte Arbeitszeiten, eventuell gleitend. Regelungen für Überstunden, eine fixe Anzahl Urlaubstage … lauter Selbstverständlichkeiten bei einer Anstellung, aber Freelancer:innen müssen selbst dafür sorgen.

Achtsamkeit heißt: Dich selbst ernst nehmen.

Einer der Grundsätze von Achtsamkeit lautet, sich selbst ernst zu nehmen. Das heißt nicht, dass du nicht auch weiterhin über deine eigenen Scherze lachen darfst. Oder im Zoom-Meeting den Südsee-Sonnenuntergang einblenden und mit dir selbst schimpfen darfst, wenn du die Umsatzsteuer in drei Klicks machen könntest, aber bis zum letzten Tag wartest.

Leichtigkeit und fröhliche Albernheit können sehr hilfreich sein, das sind sie immer.

Vor allem aber heißt Achtsamkeit, dass du dein „Hamsterrad“ aus anliegenden Tätigkeiten verlässt. Zur Ruhe kommst und dich wieder auf das besinnst, was wichtig für dich und für dein Business ist. Denn auch das ist eine wichtige Aufgabe für Selbständige: Fokus aufs Erfreuende und Sinnvolle.

Achtsamkeit kann viele Formen annehmen

Etwas tricky ist es, dass es keine allgemeingültige Faustregel für Achtsamkeit gibt. Die einen schwören auf Yoga, die nächsten auf viel Wasser, die übernächsten auf eine Morgenroutine und manche kombinieren all dies noch mit einer Ernährungsumstellung und fühlen sich erst nach 90 Tagen damit so richtig rundum wohl – Ziel erreicht. Andere laufen geradeaus in den Wald und suchen sich einen Platz, an dem sie ungestört 5 Minuten die Augen schließen können. Das geht auch.

So lange es funktioniert, passt es zu dir.

Ebenfalls spannend ist, dass andere dich häufig von ihrem eigenen Achtsamkeitskonzept überzeugen wollen, denn jede:r spricht ja mit Begeisterung von den wirksamen Wegen, die man für sich gefunden hat. Im Büro könntest du jetzt sagen „ups, da kommt der Chef“ und das Gespräch achtsam beenden, um dich dann ganz auf dich zu konzentrieren.

In freier Freelancer:innen-Wildbahn gehört es unbedingt zur Achtsamkeit, auch Abgrenzung zu lernen und sich immer wieder daran zu erinnern, dass niemand außer dir über deine Zeit verfügt. Auch nicht, wenn es ganz lieb gemeint ist.

5 Wege zu mehr individueller Achtsamkeit

Die eigenen Bedürfnisse erforschen und erkennen und befolgen.

Regelmäßig checken, ob alle Abläufe noch zu dir passen.

Lernen, Grenzen zu setzen und sich selbst zu priorisieren.

Planungshilfen wie Kundenmanager und digitale Wochenpläne nutzen.

Feierabend fest planen und auch einhalten – Freizeit und Arbeit trennen.

Achtsamkeit, das ist also auch Burnout-Prävention. Als Selbständige:r hast du das große Glück, niemanden um Erlaubnis bitten zu müssen. Aber auch das Pech, dass es Betriebssport nur gibt, wenn du dich aufraffst und ihn für dich erfindest.

Zwischen der Firma mit eigenem Fitness-Studio und Yoga, vegetarischer Kantine und Sabbaticals und einem im tristen Kämmerchen verkümmernden Freelancer oder einer dauergestressten Freelancer:in ohne Ausgleich liegen zum Glück noch ganz viele Abstufungen.

Ob du dich in der „goldenen Mitte“ hältst oder stetig an der Optimierung deiner Umstände arbeiten willst, das kommt auf deine Ziele an. Nur eins steht fest:

Achtsamkeit gehört dazu, wenn es dir langfristig in deinem Business gut gehen soll.

Was macht die Selbständigkeit mit mir?

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  • Foto: Adobe Stock kegfire
Über die Autorin
Carola Heine
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