Unser Start-up des Monats: Ampero

lexoffice stellt das Start-up des Monats vor: Ampero

Das Team von Ampero findet, dass keiner mehr sein Leben an Steckdosen verbringen sollte. Deshalb hat unser Start-up des Monats eine Methode erfunden, Geräte mobil und on-demand zu laden: Das Ampero Energy Sharing System. Innerhalb eines Netzwerk von Partnern wie beispielsweise Cafés, Hotels und Flughäfen und mit Hilfe einer App können Powerbanks (mobile Ladegeräte) getauscht werden. Wir freuen uns, dass Philip von Ampero Zeit für ein Interview mit uns gefunden hat.

Ampero: Nicht nur praktisch, sondern auch nachhaltig

lexoffice: Hi Philip, stellt euch doch mal kurz vor.

Philip: Mein Name ist Philip Haverkamp. Zusammen mit Robin Kirchhartz und Shahnawaz Naeem haben wir Ampero, das erste offene Sharing System für Powerbanks, 2015 gegründet. Wir glauben, dass keiner mehr sein Leben an Steckdosen verbringen sollte.

lexoffice: Ah, das hört sich interessant an. Wie kamt ihr denn auf die Idee?

Philip: Die kam mir im Sommer 2014, als ich auf dem Tomorrowland, einem Musikfestival in Belgien, war. Natürlich musste ich alles via Fotos und Videos festhalten. Allerdings, machte mein Handy-Akku schon bei der Ankunft schlapp. Mein Cousin zeigte mir dann, dass es auf dem Festival mobile Ladegeräte verliehen werden, wenn auch in recht niedriger Qualität und in keinem schönem Design. Das Konzept an sich gefiel mir und schnell kam mir die Frage, warum so etwas nicht in cool und auch an anderen Orten, wie Cafés, Restaurants, Hotels, Flughäfen oder Bahnstationen angeboten wird. Eben genau da wo wir uns jeden Tag aufhalten.

Schließlich kennt ja jeder das Problem, dass ausgerechnet unterwegs der Akku versagt. Nach dem Festival habe ich mich dann intensiv mit dem Thema beschäftigt. Hunderte Powerbanks aus China wurden bestellt, zerlegt, getestet und die besten Aspekte jeder Powerbank dokumentiert. Zusätzlich wurde der Wettbewerb analysiert und mit Freunden über die Idee gesprochen. Robin und Shahni waren von der Chance und dem Potential der Geschäftsidee schnell überzeugt. Ende 2014 habe ich dann meine Festanstellung bei einer Energieberatung gekündigt. Auch Robin entschied sich gegen sein fürs Studium noch ausstehendes Auslandspraktikum und schloss sich dem Team Ampero an. Gegründet haben wir dann im Januar 2015.

lexoffice: Ok, das sind also die Co Founder – habt Ihr noch mehr Mitarbeiter?

Philip: Ja. Wir sind im letzten Jahr ziemlich gewachsen. Im Frühjahr 2016 haben wir als erstes Thomas als Werksstudenten dazu bekommen, der uns ins allen möglichen Aufgaben unterstützt. In den darauffolgenden Monaten kamen Marcia und Maryam als unsere ersten Festangestellten, für den Tätigkeitsbereich Marketing und Vertrieb dazu. Marcia fliegt ja jetzt mit Euch im Namen von Ampero nach Las Vegas. Tara kam als letztes festes Mitglied ins Team und sorgt dafür, dass Events mit Ampero ausgestattet sind. Zu guter Letzt haben wir seit dem Sommer noch zwei Halbtagsstellen vergeben, an Dennis und Max. Während Dennis ebenfalls das Vertriebs-Team unterstützt, greift Max besonders bei der Buchhaltung Robin mit unter die Arme. Zurzeit sind wir neun Leute in unserem Kölner Büro. PS: Keiner von uns lädt mehr sein Handy an der Steckdose 😉

lexoffice: Ein spannender Markt, in dem ihr euch bewegt – gib uns doch mal paar Insights.

Philip: In Deutschland hat jeder zweite ein Smartphone. Weltweit besitzen sogar schon 2,6 Milliarden Menschen ein intelligentes Telefon, wobei 63% sich über die Akkulaufzeit beschweren. Das Problem liegt in der Weiterentwicklung der Batterietechnik, die in den letzten 20 Jahren im Schnitt um fünf Prozent pro Jahr stieg, wobei aber die Nutzungsdauer des Smartphones und rechenintensive Apps diesen “Fortschritt” egalisieren. Unser Smartphone ist jetzt schon unser täglicher Wegbegleiter, ob im Job oder in der Freizeit.

Der Durst nach mobilen Strom spiegelt sich im Powerbank Markt deutlich wieder. Dieser beläuft sich auf 15,5 Milliarden US Dollar weltweit. Umgerechnet werden somit über 2.000.000 Powerbanks pro Tag verkauft, wenn wir einen durchschnittlichen Powerbank Preis von 20 US Dollar annehmen. Mobiler Strom hört aber nicht beim Smartphone auf. Unsere täglichen Wegbegleiter, wie z.B. unser Tablet, Laptop, Smartwatch, Bluetooth-Kopfhörer werden mit einem Akku betrieben. Mit unserem Energy Sharing System möchten wird diesen wachsenden Markt aufmischen.

Die Geschäftsidee: Ein Ampero lädt jedes elektronische Gerät, das einen Mikro USB oder einen Lightning Anschluss hat

lexoffice: Wo geht die Reise hin?

Philip: Aufgrund eines einmaligen Angebotes ist Marcia momentan für uns in London, um Ampero vor Ort zu testen und möglichst tiefe Einblicke in den Markt zu gewinnen. Unsere Vision ist natürlich, dass Amperos nicht nur in Deutschland genutzt werden, sondern weltweit. Derzeit gibt es sogar schon Partner in Dubai und auf Mallorca. Aber klar, der Hauptfokus liegt derzeit noch auf dem deutschen Markt. Wir wollen Ampero landesweit bekannt machen. Als Kölner Unternehmen ist die Stadt natürlich unsere Pilotprojekt. Wir haben im Dezember unsere App gelaunched, welche wir nun auf Herz und Nieren mit unseren Nutzern und Partnern testen.

Unsere Vision ist ganz klar: Wir wollen die weltbeste Powerbank bauen. Wir wollen ein Produkt entwickeln, welches einfach und simple in der Handhabung ist, möglichst viel Energie liefert und zudem noch robust und nachhaltig produziert wird. Und zwar das alles in einem Sharing System, indem du alle 300 Meter Amperos findest. In anderen Worten, wir wollen Smartphone Usern die praktischste Art und Weise bieten, um das Akku Problem auch unterwegs zu lösen.

lexoffice: Was unterscheidet euch von der Konkurrenz?

Philip: Alles: Design, Handling, Konzept. Nein ernsthaft, ein leerer Akku ist ein sehr verbreitetes Problem. Natürlich gibt es verschiedene Lösungsansätze. Aber keine Lösung ist so praktisch wie unsere. Herkömmliche Powerbanks bieten zwar eine mobile Ladung, bergen aber auch ziemliche viele Nachteile zu unserem Produkt: Wenn man noch keine besitzt, helfen sie nicht wirklich, wenn der nächste Elektromarkt nicht in Reichweite oder geschlossen ist. Ganz zu schweigen davon, dass Powerbanks größtenteils ungeladen verkauft werden. Wenn man eine besitzt, muss man im Fall der Fälle vorgesorgt haben, indem sie zu Hause aufgeladen wurde und sie zusätzlich ständig mit herumgetragen wird. Auch die Kabel dürfen nicht vergessen werden.

Bei sogenannten Ladesäulen, muss ich als Nutzer mein Handy für den Ladezeitraum wegschließen und kann mein Smartphone nicht nutzen. Gerade in der Business Welt ein “No Go”. Time is money.
Wireless Charging oder auch Induktives Laden ist natürlich interessant. Allerdings ist die Technik noch nicht ausgereift und nur wenige Smartphones bieten diese Technik . Kabelloses Laden bedeutet momentan noch, dass ein Transmitter im Inventar (z.B. in die Tischplatte) angebracht werden muss. Genau auf die Stelle, wird dann das Smartphone gelegt. Auch bei dieser Lösung bin ich als Nutzer wieder an einen Ort gebunden und kann mein Handy nur eingeschränkt nutzen. Sobald ich es von der Stelle nehme, hört das Laden auf. Zusätzlich ist die Ladegeschwindigkeit stark eingeschränkt. Wir zum Beispiel laden dich in 30 min halb voll auf.
Unsere Partner können ohne große Investition per „plug-and-play“ eine Ampero Ladestation aufstellen. Mit Hilfe der App finden unsere User ganz easy den nächsten Ampero und können ihr Handy bequem unterwegs in der Tasche aufladen

lexoffice: Wie organisiert ihr eure Buchhaltung?

Philip: Ganz am Anfang haben wir die Buchhaltung mit Excel und Word gemacht. Das führte dann zu einer regelrechten buchhalterischen Katastrophe. Daraufhin wurde uns lexoffice empfohlen. Seitdem gibt es keine falschen Rechnungen und fehlende Rechnungsnummern mehr. Allerdings sind wir noch nicht ganz so sicher und fit was die Buchhaltung angeht, so dass wir alles am Ende nochmal zum Steuerberater zur Kontrolle geben.

lexoffice: Was erwartet ihr euch von der CES in Las Vegas?

Philip: Viel. Die CES, als weltweit größte Fachmesse für Unterhaltungselektronik, ist für uns eine perfekte Möglichkeit Amperos Energy Sharing System international zu präsentieren. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass gerade solche Veranstaltungen goldwert sind, um den Kontakt zu wichtigen und vor allem den richtigen Menschen aufzubauen und das Interesse der Medien zu wecken. Marcia, die uns bereits in London vertritt, fliegt für uns nach Vegas. Wir wissen, dass sie das Ding rockt und mit interessanten Kontakten und Ideen zurückkommt.

lexoffice: Vielen Dank, Philip von Ampero.