Existenzgründung: Keine Angst vorm Quereinstieg

Existenzgründung: Keine Angst vorm Quereinstieg

Beruflich neu starten, entweder in Vollzeit als Unternehmer*in oder nebenberuflich selbstständig

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Es kann unzählbar viele Auslöser dafür geben, dem eigenen Berufsleben einen Reboot zu verpassen: Persönliche Weiterentwicklung, Krankheit, Ortswechsel, Krisen, der Wunsch nach mehr oder die Auswirkungen der digitalen Transformation. Aber kannst Du denn wirklich jederzeit einfach Branche und Ausrichtung wechseln und Deinen Träumen folgen?

Wer sich beruflich neu orientieren will und einen Quereinstieg wagt, muss natürlich niemanden um Erlaubnis fragen. Nur den Mut musst Du aufbringen – und die passenden Grundlagen erschaffen. Drei halbwegs überschaubare erste Maßnahmen helfen Dir, Dein Ziel erfolgreich voranzutreiben.

Feedback, Kritik und frischer Input sind wertvoll – von den Richtigen

1. Auf Kritik an Deiner Idee solltest Du nur hören, wenn sie konstruktiv ist und von jemandem kommt, der sich auch auskennt: Entweder mit Gründungen, Deinem neuen Fachgebiet oder damit, wie Du als Businessperson so tickst. Gar keinen Raum bei der Planung bekommen sollten die üblichen Verdächtigen. Das sind jene Leute, die prinzipiell über viel durch Fachwissen unbelastete Meinung verfügen und diese großzügig teilen – konzentrier‘ Dich lieber auf Deine Ziele, ohne Dich beirren zu lassen.

Vorbereitung, Information und Finanzierung gehören immer dazu

2. Auch der Sprung in das neue kalte Wasser will gelernt sein, erfordert besonders gründliche Vorbereitung und eigenständige Information über alles, was auf Dich zukommt. Gründungsberater helfen zwar dabei, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und die richtige Rechtsform zu wählen. Das aktive Mitdenken und Lernen können sie Dir nicht abnehmen. Wichtig ist auch, dass Du Dir über Finanzierung und Rücklagen von Anfang an Gedanken machst und weißt, wie Du das erste Jahr überbrücken kannst. Gibt es die Möglichkeit, einen Gründungszuschuss oder Fördergelder zu erhalten? Dann nimm sie unbedingt wahr.

Praktische Erfahrung schlägt theoretisches Lernen um Längen

3. Die Chancen stehen gut, dass Du schon sehr genau zu wissen glaubst, was Dich in Deinem neuen Business erwartet. Aber weißt Du es wirklich? Oder pflegst Du einen verklärten Traum? Frag die zukünftigen Kollegen, tausch Dich auf Networking-Veranstaltungen mit ihnen aus oder frag nach, ob Du ein Erwachsenen-Schülerpraktikum machen kannst, zum Beispiel im Tausch gegen Erfahrungsberichte im Blog. Lies‘ durch, was andere über den erträumten Beruf schreiben und mit welchen Herausforderungen sie regelmäßig kämpfen.

Bestandsaufnahme vor dem Pläneschmieden:
Welche Lücken musst Du füllen?

Mit dem Plan, einen Quereinstieg zu wagen, bist Du in der Regel hoch motiviert und fest davon überzeugt, Dich in dem neuen Umfeld zurechtzufinden. Trotzdem solltest Du vorab prüfen, welche Defizite Du hast und wo noch Nachholbedarf besteht. Umschulungen, Weiterbildungen, Abschlüsse oder eine weitere Ausbildung fühlen sich vielleicht nach einem Umweg an, können Dir aber nachhaltig bei der Existenzsicherung helfen.

Das gilt übrigens auch für die vielen Quereinsteiger*innen, die nach und nach oder zufällig in einen anderen Job rutschen. Projekterfahrung ist gut – zusätzliche Fort- und Weiterbildung („lebenslanges Lernen“) sind als Grundlage der Existenzsicherung besser.

Über den Autor
Carola Heine
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