Bauchlandung – und jetzt? Nach Misserfolgen wieder durchstarten

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Dein Produkt-Launch war sorgfältig vorbereitet und alles schien ideal. Trotzdem hat dieses Angebot sich dann als totaler Flop erwiesen. Du hast eine Bauchlandung hingelegt. Was jetzt?

Es kostet sehr viel Zeit und Energie, den Launch eines neuen Produktes in die Wege zu leiten. Oder ein neues Dienstleistungsangebot zu etablieren. Viele Male zahlt der volle Einsatz sich dann auch aus. Manchmal aber auch nicht. Die Geschäftsidee erweist sich als Flop. Dann hast Du nicht nur finanzielle Verluste zu verzeichnen und schlimmstenfalls Probleme, Mitarbeiter und Lieferanten zu bezahlen. Du befürchtest auch einen Verlust an professioneller Glaubwürdigkeit.

Kurz und schlecht, Du bist geknickt und Deine Motivation ist nach einem solchen Desaster verständlicherweise am Ende. Aber das muss nicht sein. Die meisten solcher Misserfolge haben handfeste Auslöser. Wenn Du diese identifizieren kannst, hast Du gute Chancen, sie zu beheben.

Nach einer Bauchlandung wieder auf die Beine kommen: Die Autopsie Deiner Geschäftsidee

Jeder Flop hat einen Grund oder sogar mehrere. Du solltest versuchen, diese zu ermitteln. Schau Dir alle Dir zur Verfügung stehenden Informationen und Daten rund um Dein „Produkt“ genau an:

  • Customer Website Journey: Von Bounce Rate bis Exit Point führt eine Analyse, die Dir hoffentlich verrät, woran es hakte.
  • Expertenanalyse: Was sagen Fachleute Deiner Branche zu Deinem gescheiterten Projekt? Welche zusätzlichen Fehlerquellen erkennen sie?
  • Landingpage und Klickwege: Wie und wo gelangt der User zum Ziel? Gelangt er überhaupt zum Ziel? Und was macht er dann dort?
  • Kundenzufriedenheit: Bestandskunden verraten Dir, warum sie gekauft haben und wo es noch hakt – wenn Du sie erfolgreich fragst.
  • Zielgruppenanalyse: Gefällt Teilnehmern Deiner Zielgruppe der Name, der Preis, die Präsentation? Brauchen oder wollen sie dieses Produkt?
  • Marktsituation: War ein Wettbewerber schneller, gründlicher, preiswerter, präsenter oder besser? Wie hat er das geschafft?
  • Ablauf und Entwicklung: Hast Du ausreichend Zeit gelassen, sorgfältig vorzugehen oder den Launch vorangedrängt? Hatte das Gründe? Andere Gründe als Ungeduld?

Wenn Du es vor dem Launch versäumt hast, Dir zweite Meinungen und Feedback einzuholen, kannst Du dies jetzt nachträglich tun. Manchmal ist man betriebsblind die eigenen Ideen betreffend. Dann finden andere die großen Lücken im Plan – und Du kannst entscheiden, ob Du einen zweiten Anlauf mit der verbesserten Idee wagst.

Notier Dir Deine Erkenntnisse sorgfältig und auch, wie Du sie gewonnen hast. Sie werden beim Relaunch des Angebots Deine To-Do-Liste ausmachen.

Auf ein Neues: Fehler erkannt, mit etwas Glück die Gefahr erneuter Bauchlandung gebannt

Denn wenn die gewonnenen Erkenntnisse eindeutig darauf verweisen, dass Du grobe Schnitzer gemacht hast, kannst Du einen Neustart wagen. Aber Achtung: Diesmal solltest Du auf Tests, Rücksprache mit Experten und Feedback von der Zielgruppe von Anfang an nicht verzichten. So erkennst Du es sofort, wenn der Relaunch von Produkt oder App oder Service falsch abbiegt.

Es ist mühsam, ein Angebot im laufenden Betrieb parallel zu testen und immer weiter zu verfeinern. Aber es ist auch die Grundlage vieler Erfolgsgeschichten. Zwar kommt es darauf an, was Du überhaupt anbietest. Doch grundsätzlich gilt: Diesmal gib Dir die Zeit, mach es richtig, sorgfältig und langsam und arbeite alle notwendigen Anpassungen ein. Wenn nötig, immer wieder. Bis alles sitzt, passt, wackelt und Luft hat.

Doch selbst wenn auch ein neuer Versuch keinen Erfolgt bringt, hast Du wertvolle Erkenntnisse gewonnen und neue Erfahrungen gemacht, die in zukünftige Prozesse einfließen. Auch mal zu scheitern ist keine Schande. Sondern ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags als Unternehmer.

Über den Autor
Carola Heine
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