Selbstständig statt Teilzeitstelle: Karriere für Eltern

Berufstätig als Eltern: Unwillige Arbeitgeber bei wenig Flexibilität oder lieber gleich selbstständig?

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Unsere Serie Familie und Beruf handelt nicht nur von Müttern, sondern auch von Männern, die trotz einer Karriere ihre Kinder betreuen möchten.

Typisch für dieses Thema ist, dass wir in dieser ganz neuen Serie bisher zwar nur ein Intro und ein Interview veröffentlicht haben und trotzdem schon die ersten Beschwerden darüber kamen, dass es nicht um Väter ging.

Stimmt. Wir wollen auch über Väter schreiben, haben aber mit einer vierfachen Mutter angefangen, weil es viel häufiger vorkommt, dass Frauen ihren gesamten Lebensentwurf umwerfen, sobald ein Kind kommt.

In der Realität und am Arbeitsplatz ist es häufig so, dass sich ein Vater nur selten dafür rechtfertigen muss, trotz Kind zu arbeiten – während der Lebensentwurf einer Mutter meist vom gesamten familiären, befreundeten und kollegialen Umfeld diskutiert und beurteilt wird.

Kinder verändern alles. Das gilt auch für den Arbeitsplatz

Nicht immer, aber oft genug sieht es nämlich so aus:

Bleibt eine Frau als betreuende Mutter daheim, gilt sie langfristig als arbeitsunwillig – geht sie arbeiten und investiert die entsprechende Zeit für einen interessanten Job, ist sie eine ‚Rabenmutter‘.

Egal für welche Variante eine Familie sich entscheidet, der Lebensentwurf einer Mutter bedarf scheinbar fast immer der Rechtfertigung oder wenigstens der Erläuterung – das kostet Energie.

Erschwert wird die Situation noch dadurch, dass flexible Betreuungsmöglichkeiten schwer zu finden und teuer sind, während andererseits die interessanteren Stellen nur selten in Teilzeit vergeben werden.

Viele Arbeitgeber scheuen davor zurück, anspruchsvolle Projekte an Mütter zu vergeben, weil sie mangelnden Einsatz und Motivation befürchten – von den Ausfallzeiten in der Erkältungssaison der Kita ganz abgesehen.

Frauen mit Kind gelten als weniger flexibel und werden außerdem ungern neu eingestellt, so lange die Möglichkeit besteht, dass sie direkt nach der Einarbeitungsphase ein zweites Kind bekommen – das betrifft bei den meisten weiblichen Lebensläufen mindestens zehn bis 15 Berufsjahre.

Flexibel als eigene Chefin oder eigener Chef

Für die Einstellung von Müttern spricht in den Augen vieler Arbeitgeber laut einer Studie des Büroservice-Dienstleisters Regus unter anderem dann auch noch vor allem, dass sie wenig kosten.
(Quelle: berufebilder.de)

Kein Wunder also, dass sich immer mehr Frauen lieber nebenberuflich oder ganz selbstständig machen in und nach der Elternzeit, statt sich nach einer unflexiblen Teilzeitstelle umzusehen, bei der berufliche Anerkennung und Karriere voraussichtlich ausbleiben werden – ebenso wie ein zufriedenstellendes Gehalt.

In unserer Serie werden wir in den nächsten Wochen weitere Mütter wie Petra aus Berlin interviewen, um mehr über den Alltag selbstständig tätiger Frauen zu erfahren: Mit welchen Problemen kämpfen sie, wie sieht ein typischer Tag aus, wie flexibel muss man sein und welche Möglichkeiten bleiben dann beruflich?

Wir möchten, wie bereits erwähnt, ausdrücklich nicht nur Frauen vorstellen, die den Spagat zwischen Beruf und Familie erfolgreich meistern.

Auch Väter stellen sich der Herausforderung „Kind mit Karriere“ und viele werden sich ebenfalls mit der Überlegung beschäftigen, ob sie langfristig als Gründer oder Freiberufler flexibler sind als in einer Teilzeitstelle.

Wir freuen uns über jeden Mann, den wir zu seiner Situation befragen dürfen.

Wer gerne ein Interview mit uns führen möchte, kann einfach mit seinem Thema oder Anliegen auf diesen Beitrag antworten.

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Über den Autor
Carola Heine
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