Bist Du eine Marke?

Bist du eine Marke? Online-Marketing-Tipps im lexoffice-blog

Wenn Du Dich als Freiberufler und Existenzgründer über Deine Möglichkeiten im Bereich Online-Marketing informierst, stolperst Du unweigerlich über die dringende Empfehlung, Dir online eine Reputation und Deinen Namen aufzubauen. Doch ist das wirklich notwendig und ab wann bist Du eine Marke?

Durch Blogartikel und durch eine Facebook-Seite, auf der dann diese Artikel publiziert werden. Durch einen Twitterkanal, durch den XING-Newsticker. Durch Präsenz überall dort, wo man präsent sein kann.

Heutzutage muss man unbedingt immer auch eine „Marke“ sein, so bekommt es jeder eingebläut, der sich für Vermarktung interessiert – und ohne Social Media kommt man da auch gar nicht weiter, da sind sich alle einig.

Als Unternehmer und Marke muss man heute auf allen Kanälen auch als Publisher vertreten sein – und ständig mit Fachwissen präsent und am Ball.

Muss jeder eine „Marke“ sein?

Das Ergebnis dieser pauschalen Empfehlung sind unzählige Blogs, Facebook-Seiten und Twitter-Kanäle von Gründern und Kleinunternehmern, die mehr oder weniger gründlich mit beruflicher Selbstdarstellung befüllt werden. Oft täglich.

Doch lohnt sich das auch wirklich? Liest das überhaupt jemand? Oder heißt es am Ende „außer Spesen nix gewesen“ und man ist zwar brav fleißig gewesen … aber mehr hat es auch nicht gebracht?

Ganz klar ist es vorteilhaft, in der eigenen Branche als Experte oder wichtige Anlaufstelle für eine Dienstleistung bekannt zu sein.

Ebenso einleuchtend ist aber die Überlegung, dass man als Einzelkämpfer oder Kleinunternehmer nicht in Konkurrenz treten kann zu dem klassischen Markenaufbau, den größere Unternehmen betreiben.

Auf einem Kanal vertreten zu sein, um bekannter zu werden, macht für einen Einzelunternehmer nur Sinn, wenn die eigene Zielgruppe auch auf dieser Plattform unterwegs sind oder die eigenen beruflichen Netzwerke dort gepflegt werden.

Und dann kommt es immer noch sehr auf das „Wie“ an.

Denn Kunden suchen ja gar nicht nach einer bestimmten Person oder gar Persönlichkeit, um eine Anforderung zu lösen. Sie suchen Produkte oder Dienstleistungen.

Es genügt also nicht, sich selbst gut darzustellen und täglich nach dem Gießkannenprinzip alle Channel zu befüllen. Sondern die Präsenz in den Sozialen Netzwerken muss klar erkennen lassen, welchen Service man bietet.

Oft wird eine authentische Selbstdarstellung zum Aufbau der eigenen Reputation auch damit verwechselt, viel Privates von sich preiszugeben, um beim Leser ein bestimmtes Bild zu erzeugen.

Doch hilft es wirklich, wenn ein potenzieller Kunde den liebsten Fußballverein kennt, von der Abneigung gegen Anchovis weiß oder bis ins kleinste Detail über die Gartensanierung informiert wird?

Private Informationen gehören auf private Profile, geschäftliche Selbstdarstellung auf Firmenseiten und -accounts.

Die wenigsten vermarkten sich wirklich gut

Fest steht aber: Eine Online-Präsenz gehört heute tatsächlich zu den Anforderungen an Unternehmer. Wie diese erfolgreich wird, hängt von sehr vielen Faktoren ab. Selbstdarstellung ist nur einer davon.

Egal ob es um Produkte, Dienstleistungen, ein Startup oder die Vermarktung neuer Ideen geht, ohne Website und Blog und sorgfältig ausgewählte Social Media Kanäle, jede Firma und jeder Unternehmer ist zwar heute online aufzufinden.

Doch wirklich erfolgreich sind die wenigsten. Unendlich viele Blogs werden befüllt nach dem Motto „Immerhin bringt es etwas für die Suchmaschinenoptimierung“. (Was auch stimmt.)

Jeder spült also seinen Content ins Web, arbeitet an Präsenz und Rankings und in den Sozialen Netzwerken wird man als Leser mit einer Flut an Informationen konfrontiert, aus der einige wenige unterhaltsame und informative Posts einsam herausragen.

Der Rest ist leider ein Brei aus langweiligen Artikeln, übertrieben werblichen Posts … und darunter dann auch noch viel zu viele Großaufnahmen von gut gepflegtem Zahnfleisch, weil viele Anbieter in stets verwandten Posen typische Marketingfotos verwenden, um auf sich aufmerksam zu machen.

Auch ein gutes Netzwerk mit vielen freundlich weiterverteilenden Kontakten trägt eine Info oder einen Post dann nur bis zu einer gewissen Grenze weiter.

Wenn die Leser nicht aufrichtig interessiert sind, werden sie sich aber auch dann nicht merken, was sie da gerade gelesen haben – und sich auch den Autoren oder die Autorin nicht als Marke, Experte oder Anlaufstelle abspeichern.

Wir wissen es alle: Viel zu wenige Artikel online begeistern wirklich.

Was kann man also tun, um erfolgreich mitzumischen und das Beste aus den eigenen Möglichkeiten herauszuholen?

Auf Qualität setzen, nicht auf das Gießkannenprinzip

Statt sich täglich um jeden Preis einen Blogartikel oder fünf originelle Postings abzuringen, nur damit sich auf allen Kanälen immer etwas tut, solltest Du Dich lieber zunächst hinsetzen und die wichtigsten Themen für die eigene Zielgruppe identifizieren.

Wenige hochwertige Texte sind vorteilhafter als viele beliebige – auch dann, wenn sie zur SEO-Strategie beitragen sollen.

Dabei sollte man nie vergessen, dass potenzielle Kunden nicht nach einer Superhelden-Person für die Anforderung suchen, sondern nach einer erstklassigen und bezahlbaren Problemlösung.

Ein paar Faustregeln helfen Dir dabei, Ergebnis und Aufwand in Balance zu bringen:

  • Weniger ist mehr: Bevor man inhaltsleere Füllwatte schreibt, lieber die Anzahl an Informationen begrenzen und beim Verfassen den Nutzen für die Zielgruppe festzurren.
  • Wer selbst nicht gut schreibt, sollte lieber Profis mit Blogartikeln und Themenspecials beauftragen.
  • Wer keine Zeit für Social Media hat, sollte sich auf wenige Kanäle beschränken und auch diese Aufgabe an einen Social Media Manager outsourcen

Es klingt so simpel und wird doch so oft vergessen:

Nicht zuletzt sollte jedes Deiner Social-Media-Profil einen Link zurück auf das geschäftliche Web-Angebot enthalten.

Was hilft es Dir schließlich, endlich doch noch als Marke oder als Experte wahrgenommen zu werden, wenn Dein eigentliches Angebot immer noch fünf Klicks und eine Recherche weit entfernt ist?

01.06.2015 | 1
  1. […] der eigenen Marke zu arbeiten ist eine weitere […]