Blockade – was tun, wenn kreative Ideen fehlen?

Blockade - was tun?

An vielen Tagen gibt es nichts Schöneres als einen Job zu haben, der Kreativität erfordert.

Spannende Aufgaben, interessantes und lohnendes Feedback, tolle Ergebnisse und Erfahrungen und seinen Lebensunterhalt damit verdienen, etwas zu tun, was man liebt – was könnte man sich mehr wünschen?

Keine Blockaden mehr, zum Beispiel. Denn wer kreativ arbeitet, kennt auch die klassische Ladehemmung, wenn der Bildschirm oder Notizblock leer schweigt und Ideen störrisch fernbleiben.

Auch Deadline-Junkies haben Kreativitätsblockaden

Kreativitätsblockaden sind nicht zu verwechseln mit dem typischem Deadline-Fieber, das in der Regel so abläuft:

Erst wenn der Termin unfassbar nahe gerückt ist, kommt man in Schwung und kann vernünftig arbeiten.

Nachts oder 16 Stunden am Tag. Weil man den Druck des nahenden Abgabetermins braucht, um zum Hochformat aufzulaufen.

Blockaden können zwar mit Deadline-Fieber Hand in Hand gehen, nur leider gibt es keine Garantie dafür, dass sie sich rechtzeitig auflösen.

Fast jeder kreativ arbeitende Mensch kennt das Gefühl, zwischen den Ohren nur noch Sägemehl zu haben und wahrscheinlich niemals wieder über eine zündende Idee verfügen zu können.

Hätte man doch nur was Anständiges gelernt! Stattdessen sitzt man nun und starrt auf eine vorwurfsvoll leere Fläche.

Hinter den Ohren kratzen hilft nicht. Bleistifte spitzen hilft nicht. Der Blick in den Posteingang erst recht nicht.

Das Projekt muss fertig werden. Es sitzt zwischen dem schönen Leben und dem Kreativen und dünstet unangenehmen Druck aus.

Drei Tipps für Blockadenbrecher

Obwohl man ähnliche Aufgaben schon viele Male erledigt hat, dominiert eine Blockade den ganzen Arbeitsbereich. Da hilft nix außer einem Durchbrechen der Starre.

Anderen Input probieren

Den Sinnen etwas Schönes gönnen. Es muss nicht immer Schokolade sein, auch ein Kapitel im Lieblingsbuch oder eine bewährte CD können beim Umschalten im Kopf helfen.

Wie würde der Lieblingskünstler dieses Projekt angehen? Wie die Schwiegermutter, wie der ehemalige Dozent?

Beim gedanklichen Durchprobieren der abstrusesten Möglichkeiten kommt man auf die besten eigenen Ideen.

Bewusst Pause machen

Wenn man ohnehin nicht vorankommt, kann man auch eine bewusste Pause machen.

Nicht eine dieser „Abwasch und Aufräumen statt am Projekt arbeiten“-Pausen. Sondern eine richtige.

Raus an die frische Luft oder auf die Couch, vor den Fernseher. Dreißig Minuten sind nicht zu lang, schließlich muss das Hirn offensichtlich gründlich lüften.

Wenn die Blockade eine Nachtschicht betrifft, ist der Moment gekommen, einfach mal früh ins Bett zu gehen.

Auch um 20 Uhr oder mit einem Buch. Alles ist besser, als Stunde um Stunde auf anhaltende Ergebnislosigkeit zu schauen.

Elevator Pitch formulieren

Wer anderen erklären muss, welche Aufgabe gerade anliegt, profitiert ganz ungemein davon, sich kurz und informativ fassen zu müssen.

Ein Elevator Pitch für die zu bewältigende Aufgabe führt dazu, dass man sie zumindest grob skizzieren muss: Ein prima Strukturskelett, das anschließend „nur“ noch mit Leben gefüllt werden muss.

Wenn nichts hilft …

Wenn nichts hilft, hilft anfangen. Einfach beginnen. Wohl wissend, dass man die ersten Sätze oder Entwürfe sowieso wieder entsorgen wird, aber immerhin – ein Anfang ist gemacht.

Vielleicht lag ja nur ein Haufen Perfektionismus im Weg herum. Den kann man später wieder einsammeln – mitten in einer Blockade ist es wichtiger, endlich anzufangen.

Weiter geht es am Ende übrigens immer. Weil es muss.