Sommerflaute für Blogger: Was tun, wenn der Traffic sinkt?

Sommerflaute für Blogger: Was tun, wenn der Traffic sinkt?

Alle Jahre wieder bringen die wärmeren Monate einen Traffic-Einbruch mit sich. Für noch relativ frische Blogger:innen kann es ein Schock sein.

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Das letzte Jahr hat vielen gezeigt, wie wichtig eigener Content ist. Du arbeitest also regelmäßig an Deinen eigenen Inhalten und bist stolz auf steigende Zahlen und Interaktionen, auch auf wachsende Auffindbarkeit und Besucher:innen via Google und Co. Umso größer der Schock, wenn in den warmen Monaten der Traffic sinkt.

Wann ist ein Blog erfolgreich und wie ist das mit der Sommerflaute?

Ein paar Fragen, die wohl alle Blogger:innen umtreiben, sind die nach Stratege, SEO, Sinn und Erfolg des eigenen Blogs. Gar nicht so einfach, für sich selbst herauszufinden, ob man alles richtig macht: Einerseits ist klar, dass es für Blogger:in und Blog besser ist, wenige perfekt passende Lesende zu ergattern als Millionen inhaltlich leicht Fehlgeleitete, die sofort wieder wegklicken.

Andererseits willst Du natürlich auch Erfolge sehen für Deine Mühen.

Dafür brauchst du Vergleichswerte, deine eigenen über einen längeren Zeitraum, am besten auch noch die von anderen Websites. Diese Werte sind für Blogs gar nicht so einfach zu ermitteln, wenn du nicht zufällig Einblick in ganz viele Statistiken und Strategien anderer Websites hast oder auf ein SEO-Tool zugreifen kannst.

Doch selbst dann kannst du im Grunde nicht vergleichen, denn wenn man genau hinschaut, sind keine zwei Websites gleich. Nicht mal, wenn für die gleichen Keywords gerankt werden soll, denn am Ende lebt jedes Blog von deiner Persönlichkeit – und zieht damit andere Menschen an als beim Wettbewerber oder der „Konkurrentin“ nebenan.

Außerdem wirst du es nie wirklich erfahren, wenn deine Mitbewerber:innen ein hohes Budget in die Hand genommen und ein ganzes Team beschäftigt haben, während du alleine werkelst. Ein Vergleich ist also vermutlich niemals wirklich sinnvoll, höchstens spannend.

Wie gehst du also am besten damit um, wenn dein Traffic sinkt?

Das ist wichtig: Traffic aufbauen und Rankingverlusten entgegensteuern

Mehr und besseren Traffic aufbauen und dafür sämtliche Kanäle nutzen für mehr Besucher:innen gehört zum normalen Betrieb eines aktiven Blogs.

Plötzliche Ranking-Einbrüche sind ein Warnsignal

Abgesehen von saisonalen Schwankungen und starkem Wettbewerb gibt es auch schädliche Einflüsse, durch die dein Traffic sinkt, wenn du nicht aufpasst: Zum Beispiel eine Abstrafung durch Google aufgrund schädlicher Links oder größere technische Fehler auf deinem Blog.

SEO-Expertin Simone Sarodnick aus der leoffice Community weiß: „Sobald ein neues Google-Update herauskommt, schauen alle auf die Bewegung ihres Traffics. Viel wichtiger ist es jedoch, den Traffic kontinuierlich zu beobachten. (…) Sollte dein Traffic sinken, musst du die Seiten finden, die am meisten leiden. Ist es die eigentliche Homepage bzw. Startseite? Sind es Kategorieseiten, Blogbeiträge oder Produktseiten? Das kann dir Hinweise geben, was zu tun ist. Was hast du in der letzten Zeit geändert? Wenn z.B. deine Blogartikel nicht mehr so gut ranken, überprüfst du deine Content-Marketing Aktivitäten.“
Link: Tipps bei fallendem Traffic

Die Sommerflaute aus Insider-Perspektive

Als jemand, die seit inzwischen 25 Jahren bloggt, weiß ich: Unterschiedliche Jahre und Weltgeschehen, unterschiedliche Blogger-Nischen, unterschiedliche Traffic-Muster, unterschiedliche Google-Algorithmen und hundert andere unterschiedliche Variablen beeinflussen in jedem Jahr, wie stark der Traffic sinkt im Sommer.

Aber eines kann mit ziemlicher Sicherheit gesagt werden: Wenn es draußen wärmer wird, ist es eben einfach so, dass sich online weniger tut und der Traffic sinkt. Das geht fast allen Blogger:innen so, Besucherzahlen und Einnahmen schrumpfen während der heißen Jahreszeiten. Wer das viele Jahre nacheinander erlebt hat, ist dadurch nicht mehr zu erschüttern, sondern bereitet sich sogar darauf vor.

Der Traffic sinkt und die Zweifel steigen

Was ich aber aus meiner Anfangszeit ebenfalls nicht vergessen habe: Dieses sinkende Gefühl im Magen, wenn man zu zweifeln anfängt, ob es am eigenen Bloggen liegt. Ob die Inhalte gut genug sind – ob die Leser:innen vielleicht einfach für immer abgewandert sind zu spannenderen Blogs? Es fühlt sich so mulmig an, wenn der Traffic sinkt und man sich zu fragen beginnt, ob die ganzen Mühen es überhaupt wert waren. Wo doch die Zahlen immer tiefer sinken … lohnt sich das Bloggen noch?

Um meine Antwort kurz zusammenzufassen: Ja, das lohnt sich noch:

  1. Saisonale Schwankungen gehören zum Bloggerleben.
  2. Es ist immer ein Langstreckenprojekt und kein Sprint, ein Blog aufzubauen.
  3. Etwas Achterbahn gehört dazu: Inklusive der entsprechenden Lernprozesse

Aus Erfahrung weiß ich, dass du damit deine Nerven nur bis zu einem bestimmten Grad beruhigen kannst, wenn die schwindenden Besucher:innenzahlen dich verunsichern. Deshalb habe ich noch ein paar praktische Tipps für dich. Abgesehen von dem offensichtlichen – wenn das Web in die Sommerflaute geht, könntest du dir selbst auch eine entspannte Pause erlauben, in der du schon für den Herbst und seinen Content planst. Angst ist ein schlechter Ratgeber, mit Vorfreude auf die nächste Saison kommst du viel weiter.

Du kannst die Zeit nutzen, um

  • Deine schwächsten Beiträge zu identifizieren und gründlich zu überarbeiten
  • Deine besten Beiträge zu nehmen und auf den aktuellsten Evergreen-Stand zu bringen.
  • Mit SEO-Tools an deinen Ladezeiten zu arbeiten und kaputte Links zu finden.
  • Endlich eine richtig geniale optimierte About-Seite in dein Blog zu integrieren.
  • Zu lernen, was strukturierte Daten sind und die entsprechenden Plugins besorgen.

Vielleicht probierst du ein paar neue Apps aus oder eroberst dir ein weiteres Soziales Netzwerk, auf dem du bisher nicht vertreten warst. Nutze die Zeit, so wie du auch normalerweise deine Besucher:innenzahlen steigern würdest, und es wird sich in der zweiten Jahreshälfte vermutlich richtig lohnen.

Nächstes Jahr bist du dann schon ein:e alte:r Sommerflauten-Häsin oder Hase und kannst andere beruhigen, die darüber klagen, dass ihr Traffic sinkt.

Viel Erfolg!

  • Foto: Adobe Stock Jacob Lun
Über die Autorin
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

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