Online-Marketing: Blog oder kein Blog?

Blog oder kein Blog? Weblogs in unserer Serie zum Online-Marketing

Als Gründer, Startupper oder Kleinunternehmer kannst Du fragen, wen Du willst (uns natürlich auch) und jeder wird Dir bestätigen:

Bloggen ist toll, hilft Deiner Suchmaschinenoptimierung und ist die Grundlage jeder Content-Strategie.

Trotzdem stellen wir heute mal die Sinnfrage. Gerade weil inzwischen buchstäblich jeder bloggt. Muss das wirklich sein?

Blog oder kein Blog, das ist hier die Frage.

Schon bei Hamlet war die Sinnfrage eher ein Monolog, und bei vielen Blogs insbesondere auf Firmenseiten überlegt man doch nach kurzem Durchklicken, wer das denn überhaupt liest.

Ein Weblog für Dein Business macht nur dann Sinn, wenn Du den Lesern auch einen Mehrwert bietest.

Dieser kann in nützlichen Informationen bestehen oder in Unterhaltung, denn auch diese ist ein Mehrwert und längst nicht selbstverständlich.

Was keinen Sinn macht, sind die gleichen Sprüche wie in einem Flyer, Selbstbeweihräucherung und das simple Einstellen von Pressetexten.

Wenn man beim Surfen auf ein solches Blog trifft, drängt sich der Verdacht auf, dass dem Unternehmen geraten wurde, unbedingt ein Blog zu führen.

Aber die entsprechende Beratung entfiel, denn „Bloggen ist ja so einfach“. Das macht WordPress quasi von alleine, könnte man meinen, wenn man manche Empfehlungen liest.

Da WordPress aber gar nichts von alleine macht, sondern wie jedes andere Tool auch immer bevorzugt in Kombination mit einem aktiven Hirn verwendet werden sollte, verwaisen oder vertrocknen solche Blogs recht zügig.

Vielleicht kein Wunder, dass dies so oft vorkommt, denn Bloggen kann sehr viel Zeit benötigen. Zeit, die Du als Gründer oder Selbstständiger dringend benötigst, um aktiv ein Einkommen einzufahren.

Anzeichen dafür, dass ein Blog jetzt nicht das Richtige für Dein Business ist

Wenn Du nur aus strategischen Gründen und um auf den großen SEO-Knopf zu drücken, bloggen willst, wirst Du es vermutlich nicht lange durchhalten.

Auch Blogger zu rein geschäftlichen Themen brauchen Herzblut und auch eine gewisse Leidenschaft, um mit einem Blog ihre eigenen Anliegen weiter voran zu bringen.

Dazu gehört Spaß am Konzept fürs Blog, Spaß am Schreiben aber auch – und neben Talent brauchst Du auch reichlich viele Themen, denn vier bis fünf Beiträge im Monat sind schon das absolute Minimum.

Die allerdings müssen dann auch gut sein, und dafür wiederum ist eine Voraussetzung, dass Du genug „Stoff“ für viele Postings hast.

Du hast ab und zu eine gute Idee für einen Artikel, aber das war es dann auch schon: Die Inspirationen hängen nicht unbedingt thematisch zusammen und eigentlich reicht es völlig, wenn Du diese Ideen auf Deine Facebook-Seite schreibst?

Dann ist ein Weblog jetzt nichts für Dich.

Ein Blog braucht außerdem einen roten Faden: Entweder beschäftigt es sich mit einem bestimmten Thema, oder die Inhalte bedienen eine bestimmte Zielgruppe oder beides.

Wenn Deine Inhalte dafür nicht reichen und Du nur ab und zu etwas zu sagen hast, schreib es bei Facebook oder als Gastartikel auf anderen Blogs Deiner Branche.

Blogs sind außerdem eine Möglichkeit, durch Kommentare und Trackbacks in den direkten Dialog mit Kunden und Lesern zu treten.

Das setzt voraus, dass Du Zeit und Bereitschaft findest, Dich mit den Menschen auseinanderzusetzen, die Deine Artikel kommentieren.

Wenn Du zu denen gehörst, die bereits der Gedanke an unkontrollierbare Comments nervt und stresst, solltest Du jetzt nicht zu bloggen anfangen.

Es sei denn, Du kannst Konzept, Redaktion und Betreuung outsourcen an einen Dienstleister oder eine Dienstleisterin, die voll hinter der Blog-Idee stehen und es auch schaffen, sinnvolle Briefings aus Dir herauszukitzeln.

Bloggen um des Bloggens Willen macht keinen Sinn

Ein Blog zu haben, nur weil „man“ angeblich eins braucht, macht also keinen Sinn. Es muss regelmäßig aktualisiert werden, relevante Themen bringen.

Bloggen sollte also nicht jeder um jeden Preis. Wenn, dann richtig.

Aber es hat so viele Vorteile, dass Du diesen Aufwand dann auch gleich mit einem guten Konzept machen solltest, wenn Du Dich dafür entscheidest:

Wer sich im eigenen Corporate oder Business-Blog als Experte etabliert, als Anlaufstelle oder als Wissensfundgrube, bekommt fast von selbst neue Aufträge von Leuten, die auch wirklich passen.

Wenn Du auf die Grundlagen der Onpage-Optimierung für Texte achtest, wirst Du außerdem mit Deinen Themen tatsächlich viel besser gefunden.

Nicht zuletzt gibt es viele andere Blogger, mit denen die Vernetzung lohnt.

Und nur im Blog liegen Deine Inhalte auf Deinem eigenen Server und Du kannst entscheiden, wie auffindbar sie sind.

In den sozialen Netzwerken mit ihren teils nur rudimentären Suchfunktionen sind viele gute Texte schnell für „immer“ im Datennirwana verschwunden.

Beim Blog bist Du der Chef und kannst dafür sorgen, dass auch ältere Inhalte sehr gut auffindbar sind durch die integrierte Suche und Google-Optimierung.

Selbst wenn aktuell kein Blog in Frage kommt, weil Du nicht wirklich Zeit und Nerven dafür findest, ganz ablegen solltest Du den Gedanken ans Bloggen also vermutlich nicht.

Spätestens wenn Du diese Aufgabe an einen Freelance Blogger oder einen anderen Textprofi outsourcen kannst, ist es genau das Richtige für Dein Business.

30.10.2015