Gute Webtexte: 7-Punkte-Checklist

Lesezeichen setzen

„Du denkst, in diesem Text steht für dich nichts Neues. Doch was wir schreiben, wirst du unglaublich nützlich finden!“ So oder ähnlich klingt der Tonfall der erfolgreichen Headlines der „News“-Portale mit den meisten Klicks im Web.

Millionen von Menschen klicken auf reißerische Überschriften. Sogar dann noch, wenn sie längst wissen, dass es sich nur um kopierte Meldungen von anderen Seiten handelt, die jemand mit zugkräftigen Titeln garniert hat.

Ansprechender Text funktioniert.

User, die auf Meldungen im Stil von „Dieses Kätzchen sollte eingeschläfert werden – doch was dann passierte, wird dich umhauen“ klicken, wissen nach 60 Sekunden alles, was sie erfahren konnten.

Die Inhalte deiner Website jedoch müssen deutlich mehr können, um einen potenziellen Kunden dazu zu bringen, Kontakt mit dir aufzunehmen.

Wer gut schreibt, kann gute Webtexte erlernen

Gute Texte sind nicht gleich gute Webtexte. Mit dem PC oder Mobilgerät oder gar Smartphone liest man einfach ganz anders. Wer für Online-Medien schreibt, sollte also ein paar grundlegende Dinge wissen und beim Verfassen darauf achten.

Zeit und Menge sind solche Faktoren: Wer im Internet liest, sieht weniger vom Text auf einen Blick als beispielsweise ein Zeitungsleser.

Er oder sie liest außerdem am Bildschirm etwas langsamer als von Papier und bringt im Durchschnitt wesentlich weniger Zeit und Geduld mit für das Erfassen von Inhalten.

Anders ausgedrückt: Wer sich langweilt oder sich anstrengen muss, ist wieder weg.

Damit das deinen Webtexten nicht zustößt, haben wir eine Checklist zusammengestellt. Ob du selbst schreibst oder schreiben lässt, auf diese 7 Punkte solltest du achten.

1. Kundennutzen: Steht hier, was gesucht wird?

So einfach, und doch wird es so oft vergessen: Schon beim ersten Blick auf die Startseite einer Internetpräsenz sollte jeder Leser erkennen können, worum es geht, welches Produkt oder welche Dienstleistung hier von wem für welche Zielgruppe angeboten werden und, falls relevant, auch die Region.

Viele andere Informationen über ein Unternehmen, zum Beispiel die Historie, die Partner, die Zusammensetzung des Teams und natürlich die Produkte oder Leistungsschwerpunkte gehören auf ebenso aussagekräftige Unterseiten – aber die Homepage ist ein erster Eindruck, Wegweiser, Willkommensschild und Zielgruppenfilter zugleich.

2. Verständlichkeit: Klare kurze Sätze

Klar formulierte und aussagekräftige Texte mit verständlichen kurzen Sätzen, die sauber strukturiert sind. Inhalte, die sich in ihrer Gesamtheit schnell und gut erfassen lassen, sind leichter verdaulich als kompakte Buchstabensammlungen am Stück.

Faustregel: Wenn man einen Satz, eine begleitende Formulierung oder einen Satzteil komplett entfallen lassen kann und es schadet weder Inhalt noch Informationsgehalt auch nur ein bisschen, sollte man dieses Stück Text tatsächlich einkürzen oder gleich ganz weglassen. Erstaunlich viele gut eingeführte Standard-Floskeln fallen unter diese Regel – und es ist erfrischend, wie klar ein Text ohne Füllwörter und Ballastsätze sich am Ende liest.

3. Rundum fehlerfreie Texte

Einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik sind immer dann eine Selbstverständlichkeit, wenn eine Website zur geschäftlichen Präsentation genutzt wird. Auch wer selbst schreibt, sollte wenigstens die Word-Rechtschreibprüfung und im Zweifelsfall den Duden nutzen, um keine groben Klopper einzubauen und Tipp- und Flüchtigkeitsfehler aufzuspüren.

Aber typische Fehlerquellen verstecken sich auch noch woanders. Stimmen die blumigen Metaphern und passen sie wirklich zu deinem Business? Versteht jeder die branchen-internen Ausdrücke, die du benutzt – auch wenn derjenige zum ersten Mal deine Dienstleistung sucht? Bist du sicher, dass du der fünfmillionste Unternehmer sein willst, der von sich sagt „ich bin innovativ und kundenfreundlich“, ohne dies dann näher auszuführen?

4. Einzigartige Texte

Im Zeitalter des großen Google-Imperiums ist Einzigartigkeit bei Texten eine Eigenschaft mit doppelter Bedeutung. Beide fallen ins Gewicht. Einerseits solltest du es unbedingt vermeiden, Duplicate Content online zu stellen, denn richtig optimal ist nur ein Text, den es webweit ein einziges Mal gibt.

Aber einzigartig muss auch das sein, was du deinen potenziellen Kunden gegenüber „rüberbringst“. Der Text sollte sachlich, informativ und umfassend sein – und so klingen wie du. Es hat keinen Zweck, einen durchgestylten Text voller Marketing-Buzzwords zu verfassen, wenn dein Business in Jeans und Shirt stattfindet oder umgekehrt. Wer deine Website liest, sollte dich auch erkennen, wenn er dich trifft.

5. Emotionen erzeugen, zeitlos schreiben

Ein Kontakt, der eine starke Emotion auslöst, bleibt länger und eindrucksvoller im Gedächtnis als einer ohne jede Art von Reibung.

Was sich beim Flirten bewährt hat, gilt auch für Internetseiten: Neugier, Zustimmung, Wissensdrang oder Gelächter auslösen, all das funktioniert besser als ein rein sachliches Interesse.

Gefühle sind nun mal nicht logisch, aber Emotionen lösen Kaufentscheidungen aus. Angefangen von der nichtssagenden Einleitung, die du nämlich einfach weglassen solltest, bis hin zum „Call to Action“ bietet ein Webtext dir unzählige Möglichkeiten, Besucher erfolgreich zu erreichen und bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Du hast die Aufmerksamkeit deiner Zielgruppe erzeugt? Dann solltest du nicht vergessen, diese sofort in einen „Call to Action“ umzuleiten. Schick den potenziellen Klienten ohne Umwege zum Newsletter, Kontaktformular oder Shop – was immer deinem Ziel entspricht.

6. Gliederung und Strukturen

Ein Text im Internet wird nicht nur von Menschen gelesen, sondern auch von den Robot-Funktionen der Suchmaschinen, die alle Daten einlesen und verarbeiten. Gefunden werden können nur Wörter, Ausdrücke und Namen, die du auch verwendest. Die wichtigsten Keywords gehören an prominente Stellen.

Eine Überschrift, eine Zwischenüberschrift und ein als „fett“ gekennzeichneter Text sind nicht nur so dekoriert, sondern erhalten mit Hilfe der Auszeichnungssprache HMTL eine Zuweisung, die auch Google zum Beispiel sagt: „Dies ist eine Überschrift, und das Keyword am Anfang ist ein wichtiges, denn darum geht es in dem Text, sonst stünde es nicht im Titel.“

Dem Auge des Lesers sagt die Gliederung, dass du relevante Punkte durch Zwischenüberschriften und Absätze nach vorne geholt hast, damit er den Text überfliegen und sich gut orientieren kann.

7. Algorithmen kennen, für Menschen schreiben

Es reicht nicht mehr aus, einfach nur gute Texte zu schreiben. Man muss auch technische Vorgaben wie mobilgerätefreundliche Darstellung auf der Website und die Angabe von Keywords, Meta-Daten in strukturierten Inhalten beachten. Suchmaschinen können nur Wörter finden, die man auch verwendet und deren Wichtigkeit nur einordnen, wenn alles strukturell stimmig ist.

Stimmig sein muss aber unbedingt auch der Text. Gute Webtexte sind aus einem Guss, in einheitlicher Ansprache und Tonalität gehalten und ergänzen sich sinnvoll, sind auch untereinander verlinkt.

Wie immer gilt: Man hat nur eine Chance darauf, einen positiven ersten Eindruck zu machen. Daher der wichtigste Webtext-Ratschlag zum Schluss:

Plan for Google, write for People.

Mit SEO auskennen sollte man sich, wenn man fürs Web textet. Doch am Ende schreibst du immer für Menschen.

*
Mehr über die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung findest du in unserem SEO-Glossar für Einsteiger.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends und Online Navigation

Beitrag kommentieren

  1. […] müssen sie relevant sein, von ausreichender Länge und optimal aufbereitet. Arbeite mit unserer Checklist für guten Webtext, um alles aus Deinem Content […]

  2. […] Kombination mit unserer großen Checklist für guten Webtext bist Du damit bestens […]

  3. […] Checklist für Blogposts hilft Dir dabei, Dein Content Marketing zu verfeinern. Wir wünschen viel Erfolg und freuen uns […]