Lektorin, Buchbloggerin und Micro-Bibliotheksbetreiberin: Daniela Dreuth

Buchbloggerin und Micro-Bibliothek-Betreiberin: Lektorin Daniela Dreuth

Ob im Großraum Leipzig bis Erfurt oder dank Internet überall: Daniela liebt es, wenn ihr Lektorat aus textlichen Rohdiamanten prachtvoll geschliffene Edelsteine macht.

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Die lexoffice Community wächst. Auf Branchen-Events und Networking-Veranstaltungen treffen Mitglieder des lexoffice Teams häufig auf Anwenderinnen und User, die mit unserer Buchhaltungslösung arbeiten und dankenswerterweise keinen Beleg vor den Mund nehmen, wenn es um eine ehrliche Meinung geht.

Es ist spannend und bereichernd zu erfahren, wie viele interessante Menschen mit lexoffice arbeiten und wir freuen uns über die Gelegenheit zu spontanen Interviews.

Daniela Dreuth von optimumtext.de aus dem Örtchen Wipfratal lektoriert schon seit 2009 Romane, Übersetzungen und wissenschaftliche Arbeiten. In ihrem Kinderohren-Blog veröffentlicht sie Rezensionen von Bilderbüchern, Kinderbüchern, Jugendbüchern und Hörbüchern für Kinder und Jugendliche, in ihrem zweiten Blog Wortakzente kommen dann auch die Themen für erwachsene Leser und Hörer an die Reihe.

Außerdem nimmt Daniela am weltweiten „Micro Library“ Trend teil und schenkt ihrer Nachbarschaft eine Kinderbibliothek.

Daniela Dreuth

Daniela Dreuth

Lektorat, optimumtext.de

Die Lektorat-Fachfrau hinter optimumtext.de bloggt privat Rezensionen für jüngere Zielgruppen im Kinderohren-Blog und über weitere Themen in ihrem Wortakzente-Buchblog. Sie betreibt außerdem eine Micro Library Kinderbibliothek in ihrer Nachbarschaft.

Carola: Hallo Daniela,
wie schön ist es, dass wir uns heute ein bisschen unterhalten können – wie lustig, Dich auf einem Netzwerktreffen zu sehen und dann ganz nebenbei zu erfahren, dass Du mit lexoffice arbeitest. Eine feine Gelegenheit, Deine Projekte vorzustellen!

Daniela: Ja, vielen Dank. lexoffice nutze ich seit Anfang diesen Jahres. Es gefällt mir gut. Im vergangenen Jahr war ich noch Kleinunternehmerin. Jetzt musste ich dann mein Geschäft ein bisschen besser organisieren und ich finde lexoffice sehr praktisch. Rechnungen gleich buchen, sofort alles wegheften – sehr übersichtlich. Ich habe jetzt den Überblick über meine Finanzen. Damit komme ich sehr gut klar.

Carola: Herzlichen Glückwunsch, dass Dein Business diesen Wachstumsschub aus der Kleinunternehmerregelung heraus erreicht hat. Was ist Dein Job?

Daniela: Ich bin freie Lektorin und arbeite sehr viel für Selfpublisher – im Romanbereich, aber auch Sachbuch. Übersetzungslektorat gefällt mir auch gut, teilweise ebenfalls von Belletristik. Aber ich arbeite auch für Übersetzerinnen, die Sachtexte verschiedenster Art übersetzen.

Carola: Wenn ich jetzt also einen Roman geschrieben hätte und den selbst herausgeben möchte, wärst Du meine Ansprechpartnerin, damit der Text sich sinnvoll liest und am Ende in sich schlüssig und fehlerfrei erscheint.

Daniela: Genau. Ich suche Patzer, aber auch stilistische Fehler – zum Beispiel achte ich auf Logik, damit der Erzählstrang stimmig ist, und auf die Erzählperspektive.

Carola: Dienstleistungen für die Selfpublishing-Branche haben auf jeden Fall eine aussichtsreiche Zukunft. Aber das ist ja noch nicht alles, was Du machst. Du betreibst auch eine Kinderbibliothek.

Daniela: Ja, also ich habe zwei Blogs. in dem einen rezensiere ich Kinderbücher, Jugendbücher, Bilderbücher – alles kunterbunt durcheinander – Hörbücher auch sehr gerne … und bekomme von den Verlagen dazu Rezensionsexemplare. Und dann kam mir irgendwann die Idee, damit eine Kinderbibliothek für die Kinder in der Nachbarschaft einzurichten. Ich habe aus der Nachbarschaft auch noch viele Bücher bekommen. Wir haben daraufhin den Eingangsbereich unserer Garage abgetrennt, Regale aufgestellt. Die Kinderbibliothek ist jederzeit offen und die Kinder können sich die Bücher holen – ganz ohne irgendwelche Ausleihfristen, ohne etwas zu notieren, alles ganz locker.

Carola: Wie eine Mischung aus Bücherschrank und Bibliothek?

Daniela: Genau. Ein Bücherschrank hat mich ursprünglich auf die Idee gebracht. Dann dachte ich: Na ja, warum sollen die Kinder die Bücher behalten? Wenn wir es mit Rückgaben organisieren, können viel mehr Kinder davon profitieren. Das funktioniert auch ganz gut.

Carola: Welche Altersgruppen kommen in Deiner Bibliothek vorbei? Bekommst Du auch mit, wie die Kinder das Angebot finden?

Daniela: Manchmal bekomme ich es mit. Manche kenne ich, manche fragen mich. Da kommt zum Beispiel die Nachbarin mit den Enkelchen. Jugendbücher habe ich nicht ganz so viele. Manchmal klingelt dann auch ein Kind und fragt „Darf ich das wirklich mitnehmen?“ Aber gelegentlich kriege ich es auch gar nicht mit, oder ich höre dann einfach nur, ah, da ist jetzt jemand nebenan zugange.

Carola: Wie groß ist Eure Stadt?

Daniela: 1.200 Einwohner. Die Kinder vom Wohngebiet sind überwiegend hier bei uns. Das ist dann vielleicht der halbe Ort, 600 Einwohner oder so.

Carola: Sagen die Eltern auch etwas dazu? Bekommst Du Unterstützung, Feedback? Oder ist das einfach so ein Ding, was Du machst und Du freust Dich still, wenn Du merkst, dass das jemandem gefällt?

Daniela: Nein, ich kriege tatsächlich Feedback. Viele Eltern finden das Angebot natürlich sehr schön. Die Kinder können jederzeit hingehen, sich ein, zwei Bücher holen, diese später zurückbringen. Ich habe auch schon aus der Nachbarschaft aussortierte Bücher bekommen, wenn die Kinder älter geworden sind, um den Bestand zu vergrößern. Inzwischen habe ich sogar ein Platzproblem, weil ich schon wieder zu viele Bücher habe: Etwa tausend Bücher sind im Bestand momentan.

Carola: Auf alle Fälle hast Du da eine wunderbare Ergänzung zu Deinem Kinderbuch-Blog, in dem ich übrigens auf den unterschiedlichsten Wegen von Google bis Link-Empfehlung schon gelandet bin, wenn ich ein Mitbringsel oder ein Geschenk gesucht habe. Ein gutes Buch ist nie ein schlechtes Geschenk.

Daniela: Ja. Das sehe ich auch so. (lacht) Ich habe meinen Blog damals auch aus einem gewissen missionarischen Eifer gegründet, weil ich dachte, es gibt so tolle Hörbücher. Das war damals der Anfang, Hörbücher die meine Söhne gehört haben und die aber gar nicht so leicht zu finden waren. Ich fand: Das wäre doch schön, wenn mehr Leute erfahren, dass es so tolle Bücher und Hörbücher gibt.

Carola: Findet man in Deinem Kinderbücher-Blog auch Bücher, die mehr kulturelle Vielfalt bieten? Literatur, in der auch mal Mädchen die Heldinnen sind, wo auch die dunkelhäutigen Kinder was erleben und man nicht immer nur Varianten des kleinen weißen Jungen liest, der gegen die Welt kämpft gemeinsam mit irgendwelchen lustigen, originellen Freunden, die ihn aber nur irgendwie ergänzen. Die Welt braucht mehr Bücher, die wirklich zeigen, wie unser Leben aussieht oder aussehen kann und sollte: Bunt, vielfältig, immer wieder anders. Hast Du solche Bücher auch in Deinem Blog vorgestellt?

Daniela: Bücher mit Mädchen als Heldinnen gibt es eigentlich inzwischen relativ viele. Aber Bücher, die beispielsweise von Kindern mit verschiedenen Hautfarben handeln, die gibt es auch, aber nicht so viele. In Bilderbüchern wird es immer mehr, da sind dann einfach die Kinder im Kindergarten, die sehen unterschiedlich aus, und das ist völlig normal. Es muss dann gar nicht thematisiert werden. Es ist eben einfach so.

Solche Bücher gibt es jetzt immer mehr. Kinder mit Behinderungen kommen leider nicht so oft vor. Da ist noch Luft nach oben. Oder vielleicht finde ich diese Bücher auch nur nicht, sie werden mir zufällig nicht angeboten. Das weiß ich nicht. Ich habe auch mal auf eine Liste bei www.raul.de verlinkt, der eben solche Bücher zusammengestellt hat, aber es sind nicht so viele.

Carola: Sorgen denn wenigstens die Selfpublisher für ordentlich Vielfalt?

Daniela: Bei den Selfpublishern bekomme ich gar nicht den Kinderbuchbereich auf den Tisch. Fantasy-, Sachbuch, Liebesroman – das sind eher die Sachen, die ich bisher bearbeitet habe.

Carola: Naja, gut 🙂 Mit lexoffice kann man auch Rechnungen für Liebesromane schreiben.

Daniela: Genau. Das ist lexoffice völlig egal, für was ich meine Rechnungen schreibe.

Carola: Gefällt Dir lexoffice denn von den Funktionen her? Oder gibt es irgendwas, was Du gerne anders hättest oder wo Du sagen würdest, das fehlt mir noch?

Daniela: Im Allgemeinen komme ich ziemlich gut klar, und ich musste auch am Anfang mal den Support kontaktieren, weil ich was falsch gemacht hatte – das hat auch gut geklappt. Die Verbindung mit dem Konto finde ich super und sehr praktisch. Nur mit der Android-App, das funktioniert irgendwie nicht so richtig. Dabei fand ich das so toll, dass man die Rechnungen fotografieren kann. Und das funktioniert irgendwie nicht richtig, dass ich die dann ins System reinbekomme.

Carola: Das Feedback zur App gebe ich so weiter, darf sich das Team bei Dir melden, wenn es dazu noch konkretere Fragen gibt?

Daniela: Klar.

Carola: Jetzt lasse ich Dich aber auch wieder in Ruhe. Vielen Dank für das spontane Interview! Wir wünschen weiter ganz viel Erfolg und Freude mit Deinen Projekten.

Daniela: Sehr gerne 🙂

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Daniela Dreuth, www.optimumtext.de

  • Foto: Daniela Dreuth, optimumtext.de von Andreas Pöcking, photograph-erfurt.de
Über den Autor
Carola Heine
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