Das Bankgeheimnis in der EU fällt

Das Bankgeheimnis in der EU fällt

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Das Bankgeheimnis ist „die Zusicherung eines Kreditinstituts über alle kundenbezogenen Tatsachen und Wertungen Verschwiegenheit zu bewahren (Muster-AGB, Bankenverband), in Deutschland nicht gesetzlich geregelt, kein Hindernis für die Finanzbehörden, nach steuerpflichtigen Kapitalerträgen oder Kapitalanlagen zu forschen.“ (Quelle: Wikipedia)

Dieser Schutz für die finanzielle Privatsphäre von Menschen mit Bankkonten fällt nun endgültig, und zwar europaweit.

Fast alle Mitgliedsstaaten der EU werden nämlich ab 2015 automatisch Bankdaten untereinander austauschen, um damit den Kampf gegen die grenzüberschreitende Steuerflucht anzutreten. Österreich wurde als einzigem Land eine verlängerte Übergangszeit bis 2018 zugestanden, damit es sich technisch auf den Datenaustausch vorbereiten kann.

Der automatische Daten- und Informationsaustausch durch das neue Regelwerk der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für den automatischen und grenzüberschreitenden Austausch von Informationen über Finanzströme ist das Ende des Bankgeheimnisses.

Den EU-Staaten entgeht bisher jedes Jahr durch Steuerbetrug und Steuerhinterziehung schätzungsweise eine Billion Euro.

Doch der Druck auf Personen, die Steuern hinterzogen haben und unversteuerte Gelder in Steueroasen angelegt haben, wächst schon seit längerem ständig. Steuersünder, die eine Verfolgung durch Finanzbehörden befürchten, bleibt noch die Möglichkeit einer Selbstanzeige.

Über den Autor
Patrick Nassall
Beste Verbindung: Steuerberater und Unternehmer

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