Der Businessplan – Existenzgründung vorbereiten, Zuschüsse und Kredite beantragen oder Investoren gewinnen

Der Business-Plan – Existenzgründung vorbereiten, Zuschüsse und Kredite beantragen oder Investoren gewinnen

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Der Business-Plan, ein schriftlich festgehaltenes Geschäftskonzept, erfüllt gleich eine ganze Reihe von Funktionen angefangen von der internen Planung und Überprüfung einer Geschäftsidee hinsichtlich der voraussichtlichen Erfolgsaussichten bis hin zur Dokumentation der Planung von Standort und Personalentwicklung.

Sobald aus einer Geschäftsidee die Begründung eines Unternehmens oder einer Selbstständigkeit wird, benötigen die meisten Gründer ihren Businessplan, um Bankfinanzierungen, Venture Capital, Einstiegsgelder der Agentur für Arbeit oder Existenzgründungszuschüsse überhaupt beantragen zu können.

Dabei geht es gar nicht darum, eine Idee aufzuschreiben, die in dieser Form noch niemand vorher hatte:

Anders als bei mitreißenden Presse-Infos oder einem Flyer zählen hier zunächst einfach die Fakten, die einerseits die wirtschaftliche Tragfähigkeit zeigen sollen, andererseits aber auch erkennen lassen sollen, inwiefern die Geschäftsidee denn überhaupt förderwürdig ist.

Wer Kapital benötigt für die Gründung, muss erklären können, warum. Wer aus einer Idee ein Unternehmen macht, sollte trotz Bedarf an einer finanziellen Starthilfe belegen können, dass es sich mit diesem Anschub dann später finanziell tragen wird.

Idee, Inhalte, Konzept und Zahlen: Der Business-Plan

Beim Business-Plan kommt es also darauf an, die wichtigsten Informationen und Kennzahlen so festzuhalten, dass für den Leser klar ersichtlich ist, wie die Geschäftsidee sich kurz- und langfristig finanziell erfolgreich auswirkt bzw. wie sie letzten Endes zum Erzielen von Gewinn führen soll.

Das klingt komplizierter als es ist: Viele Businesspläne sind tatsächlich trotz aller Anlagen und Kalkulationen nur zehn bis 15 Seiten lang, weil Geschäftsidee samt Planung sich schnell und einleuchtend darstellen lassen.

Einige Institute nutzen auch Formulare für Anträge und Geschäftspläne, deren Vollständigkeit dann eine Voraussetzung für das Beantragen von Leistungen ist – im Zweifelsfall fragt man also vorher an, in welcher Form das eigene Portfolio eingereicht werden soll.

Regeln und strikte Vorgaben oder Normen für die Gestaltung von Businessplänen gibt es nicht. Ein guter Businessplan sollte aber unbedingt sauber gegliedert, klar und rundum gut verständlich sein.

Bei der Erstellung helfen zahlreiche Beispiele, Muster und Vorlagen aus dem Internet, auch die passende Software oder ein Online-Generator können je nach Umfang und Details das richtige Werkzeug für die Businessplan-Ausarbeitung sein.

Checklist Businessplan: Die Basics

Informationen, die als Grundlage und Zusammenfassung in ausnahmslos jeden Businessplan gehören:

  • Wie heißt der Gründer – und wie das Unternehmen, das gegründet werden soll?
  • Welche Geschäftsidee bildet die Grundlage und warum? Wie kann man Geld damit verdienen, welches Produkt oder welche Leistung werden hergestellt oder verkauft?
  • Welche Qualifikationen, Erfahrungen und Kenntnisse bringt der Gründer mit? Welche Stärken, Branchenwissen oder kaufmännischen Kenntnisse?
  • Wer ist die Zielgruppe, wie wird sie erreicht/angesprochen? Wer sind die Kunden, wo sind die Kunden?

  • Wo ist der Standort und warum? Ist er auch langfristig gesehen der richtige Ort?

  • Wie viel Kapital wird insgesamt benötigt? Wie viel Umsatz ist in den nächsten zwei, drei, fünf Jahren zu erwarten, wenn alles gut läuft?
  • Wie viele Mitarbeiter sollen in welchen Zeiträumen eingestellt werden, zum Beispiel nach drei Jahren Gründungsphase?
  • Welche Ziele sieht der Gründer vor sich, aber auch welche Risiken?

  • Wann wird das Unternehmen gegründet?

Mögliche Anlagen zum Businessplan:

  • Lebenslauf des Gründers
  • Gutachten
  • Schutzrechte
  • Marktanalysen
  • Branchenstatistiken und -kennzahlen
  • Übersicht der Sicherheiten
  • Entwurf Gesellschaftervertrag
  • Entwurf Pachtvertrag
  • Entwurf Kooperationsvertrag
  • Entwurf Leasingvertrag

Eine ausführliche Gliederung, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie als PDF bereitgestellt wird, geht auf alle Aspekte von Marktübersicht bis Marketing ein: Nützliche Grundlage, um den eigenen Businessplan auf Vollständigkeit zu durchleuchten und gegebenenfalls noch weiter zu ergänzen.

Erfahrungsgemäß sitzt das wichtigste Arbeitsgerät für ein rundum überzeugendes Gründungsdokument jedoch zwischen den Ohren des Unternehmers.

Ist die Idee wirklich tragfähig, gab es einen Testlauf oder eine Umfrage innerhalb der Zielgruppe? Gibt es einen Markt und falls ja, lässt sich eine Nische mit Erfolgsaussichten finden?

Wer diese Fragen mit ja beantwortet, wird keine Schwierigkeiten damit haben, die Antworten im Format eines Geschäftskonzepts aufzuschreiben.

Wie umfangreich der Businessplan ausgearbeitet sein muss, hängt vom Vorhaben ab. Gründerförderungen und Business-Plan-Wettbewerbe in den einzelnen Bundesländern bieten weitere Anreize, sich mit der Entwicklung eines Geschäftskonzepts professionell auseinanderzusetzen.

Geldgeber, Geschäftspartner, Ämter und Banken profitieren ebenso wie der Unternehmer selbst von einem transparenten Planungsdokument.

Aber auch wer keine Anforderungen anderer erfüllen will, sollte sich mit einem Businessplan für die eigenen Abläufe beschäftigen, um Ziele auf realistische Umsetzbarkeit zu prüfen und nach einiger Zeit zu sehen, ob die angedachten Ergebnisse auch erreicht wurden.

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Linktipps: Zahlreiche Beispiele aus verschiedenen Branchen und eine Business-Plan Vorlage in Word von fuer-gruender.de

„Wie setzen Sie Ihre Geschäftsidee in die Tat um?“ Informationen zum Businessplan auf der Websites des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie mit zahlreichen Checklisten

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

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