Digitales Marketing für Handwerksbetriebe

Jetzt wird’s Zeit: Digitales Marketing für Handwerksbetriebe

Kein Bedarf, weil es auch ohne geht? Das ist vorbei. Vermarktung im Internet ist nicht mehr optional.

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Wir kennen Sie alle, jene gestandenen Handkwerksmeister, die lässig abwinken bei der Frage nach Online Marketing und Social Media. Vielleicht bist du sogar selbst dieser Chef, der sich bisher blind darauf verlassen hat, dass Baustellen und Empfehlungen die Auftragsbücher füllen: Digitales Marketing für Handwerksbetriebe ist kein dringendes Thema, wenn man genug zu tun und wirklich keine Zeit für Werbung hat.

Die Gesundheitskrise wirbelt uns jetzt alle durch. Niemand weiß, ob es die Auftraggeber des letzten Jahres im nächsten Jahr noch gibt, wer dann noch Geld für handwerkliche Dienstleistungen hat und welche Firmen dann kein Geld mehr für Dienste ausgeben können, die heute noch Standard sind. Viele Gürtel werden enger geschnallt und zahlreiche Projekte schrumpfen oder werden entfallen.

Andersherum werden auch Auftraggeber nach neuen Partnern suchen müssen, weil Handwerksbetriebe sich anders aufstellen, verkleinern oder aufgeben mussten. Alles ist in Bewegung. Bist du es mit deinem Betrieb auch?

Digitales Marketing für Handwerksbetriebe beginnt jetzt

Jetzt ist die Zeit gekommen, für bessere Auffindbarkeit und Sichtbarkeit online zu sorgen. Bist du der Chef, der bisher keine Zeit hatte? Oder hast du einen Meister als Vorgesetzten, der immer abgewinkt hat, wenn es ans digitale Eingemachte ging? Dann solltest du wissen, dass es nicht viel Zeit kostet, die wichtigsten Grundlagen zu schaffen. Aber es kann dich sehr viel Geld kosten, es nicht zu tun.

Die Sichtbarkeit online auf Vordermann bringen

Wann hast du zum letzten Mal geprüft, ob und wie dein Unternehmen im Internet gefunden wird? Wenn es länger als drei Jahre her ist, schlage ich folgendes vor: Melde dich im Browser aus Google ab und schalte die automatische Standortermittlung ab, bevor du dein Unternehmen googelst. So wird dein Ergebnis nicht durch deine eigenen Suchprotokolle verfärbt.

Du googelst: Den Firmennamen, dann den Namen und den Ort, sowie den Ort und deine Branche, dein Fachgebiet und den Ort, deinen Namen und dein Fachgebiet. Du wirst bei diesen fünf allgemeinen Suchläufen unweigerlich feststellen, dass einige der Daten veraltet sind, andere fehlen oder dass du generell deutlich besser aufgefunden werden könntest mit deinem Unternehmen.

Das liegt daran, dass jeder Internetauftritt regelmäßig gepflegt und überwacht werden sollte. Mit einem Auto würdest du kein halbes Jahrzehnt ohne Ölwechsel fahren, aber viele Internetseiten aus dem Handwerk erdulden diesen Zeitraum oder sogar länger ohne nennenswerte Erweiterung oder Wartung.

Deine Google-Ergebnisse sind also deine Aufgabenliste. Du weißt und siehst sofort, wo Luft nach oben oder akuter Bedarf ist, schließlich handelt es sich um dein eigenes Unternehmen und dessen Sichtbarkeit.

Bestandskundenpflege

Auch im Handwerk gilt wie in allen anderen Branchen: Die Zusammenarbeit ist einfacher mit Kunden, die man bereits kennt und der Aufwand für Akquise entfällt.

Wenn du dich nun auf die Suche nach neuen Aufträgen machst, kannst du dieses Potenzial nutzen und (per Papierbrief, sonst ist es SPAM) deine Bestandskunden anschreiben. Digitales Marketing für Handwerksbetriebe ist dann der zweite Schritt. Die Botschaft:

»Wir sind für Sie da, uns finden Sie auch im Internet. Während Corona arbeiten wir unter verstärktem Hygieneschutz für Sie – und wir freuen uns über Empfehlungen.«

Vielen deiner Kontaktpersonen wird gar nicht klar sein, welche Möglichkeiten es gibt. Erzähl es Ihnen. Je nach Tätigkeitsschwerpunkt und Gewerk (denn kein Marketingtipp gilt gleichermaßen für alle) kann Bestandskundenpflege eines der wichtigen Marketingwerkzeuge sein.

Digitalisierung ist unvermeidlich – und lohnend

Moderne Betriebe mit digitalen Kontaktmöglichkeiten und praktischen Apps haben einen Wettbewerbsvorteil gegenüber denen, die im letzten Jahrhundert stecken geblieben sind. Nicht nur, weil deine Arbeit einfacher wird, wenn du in der Cloud arbeitest und viel Zeit und Geld sparst. Auch für deine Kunden ist es besser, wenn sie einen Beratungstermin eigenständig vereinbaren können, dank Zeiterfassung nachvollziehbare Rechnungen digital und sofort erhalten und sich auf der Website umsehen können, welche Leistungen sie über deine Firma beziehen können.

Unverzichtbar, wenn es um digitales Marketing für Handwerksbetriebe geht: Google Business

Wie wichtig der Eintrag in Google Maps für die Auffindbarkeit von regional ansässigen Firmen ist, hat sich bereits herumgesprochen. Dass du dich mit deinem Google-Konto unter business.google.com/ anmelden und eine eigene Info-Website im Google-Universum kostenlos freischalten kannst, noch nicht.

Melde dich dort an, um Fotos von Projekten zu veröffentlichen als Arbeitsproben und um deinen Betrieb auf der professionellsten und mobilsten Website-Software der Welt gratis einzutragen. Sobald du den Business-Account geöffnet hast, solltest du im Seitenrand zum Punkt »Website« scrollen und deine Google-Domain eintragen. Dann hast du auch eine Internet-Adresse, die du weitergeben kannst, die von überall zuverlässig erreichbar und garantiert mobil ist. Eine Adresse, die als erstes und oben in Google auffindbar sein wird, wenn jemand deinen Firmennamen kennt.

Digitales Marketing für Handwerksbetriebe ist auch Social Media Marketing

Wenn du deine Abläufe sinnvoll digitalisiert und die Bestandskunden mobilisiert hast sowie bei Google optimal auffindbar bist, solltest du daran denken, dass viele potenzielle Kunden dort nach einem Handwerker suchen oder fragen, wo sie sich bevorzugt aufhalten. Auf Facebook, auf Instagram, auf Youtube oder Pinterest. Dort ebenfalls mindestens gefunden zu werden ist kein großer Aufwand (auch wenn ein gepflegtes aktuelles Profil einen deutlich besseren Eindruck machen wird).

Social Media Marketing konsequent und strategisch zu betreiben erfordert verhältnismäßig viel Einsatz, kann sich aber sehr lohnen, wenn du Kunden aus dem privaten Bereich hast. Für den B2B-Bereich empfehle ich, mindestens eine LinkedIn Unternehmensseite anzulegen.

Denn online und immer, wenn es um digitales Marketing für Handwerksbetriebe geht, gilt die goldene Regel:

Gefunden werden kann im Internet nur, was man auch hineinschreibt.

  • Foto: Adobe Stock Robert Kneschke
Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

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