dvct Interview Gianni Liscia

»Wir müssen die Krise mit den richtigen Werkzeugen angehen«

Gianni Liscia vom Deutschen Verband für Coaching und Training e.V. (dvct) sprach mit uns über die Lage der Branche in der Corona-Krise

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Für Coaches und Trainer*innen hat die Corona-Krise ihr gesamtes Berufsbild durchgewirbelt. Die Verfügungen zur Eindämmung des Coronavirus betreffen alle Bereiche und die Änderungen sind einschneidend: Digitale Lösungen als bevorzugte Alternative zu traditionellen Präsenztrainings werden auch dann nicht wieder verschwinden, wenn die akute Phase der Krise vorbei ist.

Der Deutsche Verband für Coaching und Training e.V., kurz dvct, hat schnell reagiert und bietet seinen Mitgliedern Online-Seminare und Sofortberatung für Bewältigung der Covid-19-Krise an. Doch langfristig hat sich die gesamte Geschäftsgrundlage für alle Beteiligten geändert. Wir fragten Gianni Liscia, den stellvertretenden Vorstandsvorsitzender des dvct, wie es der Coaching und Trainer-Branche in der Krise geht.

dvct Interview Gianni Liscia

Gianni Liscia

Stellvertretender Vorsitzender dvct
https://www.dvct.de

Gianni Liscia ist ein Mann der Praxis. In den letzten 25 Jahren sammelte er vielfältige Führungserfahrung in der Hotellerie und Gastronomie und war als Interimsmanager im Bereich Medienvertrieb tätig. Er gründete zwei erfolgreiche Beratungsunternehmen, einmal eine Agentur für die Gastronomie und Hotellerie Branche und Liscia Consulting für erfolgreiche Konzepte und Strategien der Führungskräfteentwicklung.

Heute ist er außerdem stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Deutschen Verbands für Coaching und Training e.V. (dcvt). Der dvct ist mit annähernd 1.600 Mitgliedern der größte Fachverband für Coachs und Trainer*innen im deutschsprachigen Raum. Er vertritt die Interessen seiner Mitglieder, macht sie und ihre Erfolge sichtbar, bringt Coaching und Training ins Gespräch und Menschen in den Dialog als professionelle Heimat seiner Mitglieder.

Carola Heine: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für ein Interview mit uns genommen haben. Wir freuen uns über die Partnerschaft zwischen lexoffice und dem dvct beziehungsweise über die Möglichkeit, den Verbandsmitgliedern die vielen digitalen Vorteile von lexoffice näher bringen zu können.

Meinen Sie, dass die Trainer und Coaching Branche in dieser Krise ganz besondere Herausforderungen zu bewältigen hat? Über das vorübergehende Wegfallen von Präsenzveranstaltungen hinaus?

Gianni Liscia: Ja, auf jeden Fall. Nicht allen fallen die notwendigen Veränderungen leicht. Ich muss bei dieser Frage differenzieren: Wenn ich für mein eigenes Unternehmen spreche, so haben wir schon vor mehr als einem halben Jahrzehnt damit angefangen, Coaching, Training und Workshops auch virtuell abzubilden. Wir konnten also Mitte März proaktiv unsere Kunden anrufen und besprechen, was umgestellt und was verschoben werden konnte.

Andere Mitglieder im Verband sind vielleicht noch nicht alle mit ihren Unternehmungen digital aufgestellt. Oder es handelt sich auch schon mal um Gründer*innen in den ersten ein bis drei Jahren. Die haben diesen Einschnitt durch Covid-19 naturgemäß viel dramatischer erlebt und tun sich schwerer mit einer eventuellen Umstellung als diejenigen, die bereits die Gelegenheit nutzen konnten, partnerschaftliche Beziehungen zu ihren Kunden aufzubauen und innovative Tools einzusetzen. Existenzgründer haben es jedoch schwer, selbst wenn sie digital aufgestellt sind, weil die Zeit jetzt einfach noch nicht ausgereicht hat, vor Corona nachhaltige Kundenbeziehungen aufzubauen.

Existenzgründer müssen jetzt vor allem schnell lernen, sich zu organisieren und zu begreifen, dass Marketing allein keinen Vertrieb ersetzt. Sie müssen jetzt online »raus zum Kunden«, über LinkedIn und XING mögliche Ansprechpartner identifizieren und telefonisch Akquise betreiben, eventuell einen Kollegen buchen und ihre Qualitäten als Verkäufer trainieren. Das fällt zwar einigen schwer, die nicht gerne »Klinkenputzer« sein möchten. Andererseits ist der Bedarf an guten Trainings, an hochwertigen Coaches jetzt da und sogar größer als vorher.

Viele Trainer und Coaches setzen jetzt auf Weiterbildung, lernen den Umgang mit Tools und Methoden für die Digitalisierung. Das ist auch gut so! Doch wer aktuell keine oder zu wenig Aufträge hat, wer nichts zu tun hat, muss parallel unbedingt auch Akquise betreiben und dahin gehen, wo er oder sie gesucht werden. Notfalls mit Hilfe von Akquise-Profis, die für das Vereinbaren von Terminen bezahlt werden – Hauptsache sie setzen sich in Bewegung.

Carola Heine: Das stimmt, der Bedarf an Unterstützung durch Trainings und Coachings ist durch die Krise sehr gewachsen, nur muss man sich eben auch proaktiv auffindbar machen. Wenigstens haben die meisten Trainer keine hohen Fixkosten, die in der Krise ein zusätzliches Problem aufwerfen könnten. Haben Sie konkrete Tipps für die Gründer in ihrem Verband und anderswo, die Corona kalt erwischt hat?

»lexoffice erleichtert unseren Mitgliedern administrative Abläufe, so dass sie sich auf ihre Kunden und Kernkompetenzen konzentrieren können.

Die lexoffice Plattform hat viele Vorteile für Trainer und Coaches: Rechtssichere Buchungen, statt einen Ordner voller Belege hin und her schleppen zu müssen. Bei Bedarf mit Steuerberater. Ortsunabhängig und mobil arbeiten, alle relevanten Informationen in einer Anwendung verwalten – lexoffice hält unseren Trainern und Coaches den Rücken frei.«

Gianni Liscia

Gianni Liscia: Besonders Existenzgründer müssen sich gut organisieren, um Zeit für die wesentlichen wertschöpfenden Tätigkeiten zu haben. Dazu gehören Tools wie lexoffice, die ihnen organisatorisch den Rücken freihalten und dafür sorgen, dass Gründer sich auf ihre wesentlichen Aufgaben – aktuell verkaufen und umsetzen – konzentrieren können, statt Ordner mit Belegen durch die Gegend zu schleppen oder händisch Rechnungslisten zu führen, die dann sowieso den gesetzlichen Anforderungen nicht genügen. Je weniger administrative Aufgaben sie belasten, desto besser für Existenzgründende.

Der dvct hat übrigens schon im Januar 2020 die bundesweit erste Verbands-Zertifizierung zum eTrainer*in angeboten. Schon vor dem Start der Krise konnten Online-Trainer*innen und Coachs ihr Können mit dieser institutsunabhängigen Zertifizierung nachweisen.

Wir haben im dvct mit seinen derzeit 1.600 Mitgliedern jedes Jahr auch deshalb einen Anteil Gründende, weil viele zu Beginn ihrer Selbständigkeit eine Zertifizierung anstreben. Die Kriterien für eine Mitgliedschaft beinhalten entweder eine Trainerausbildung mit 150 Stunden oder die Teilnahme an methodenrelevanten Weiterbildungen mit mindestens 200 Stunden. Früher gab es auch mal ein Mindesteintrittsalter, das haben wir jetzt aber gekickt – Erfahrung und Wissen sind relevanter als die Zahl der Lebensjahre.

Carola Heine: Das klingt stimmig und ganz nach dem Finger am Puls der Zeit, mit und ohne Krise. So wie auch das E-Trainer Zertifikat und die Entscheidung für lexoffice als digitale Lösung zur Erleichterung von Abläufen.

Wir wünschen Ihnen und allen dvct Mitgliedern viel Gesundheit und weiter viel Erfolg trotz und in der Corona-Krise – vielen Dank für das spannende Interview.

  • Foto: dvct Website, Interview Gianni Liscia
Über den Autor
Carola Heine
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