Erfolgreich gründen dank Positionierung

Erfolgreich gründen dank Positionierung – aber richtig

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Wie viele Artikel hast Du als Gründer*in bereits darüber gelesen, dass erfolgreich Gründen dank Positionierung überhaupt erst möglich ist? Warum solltest Du diesen Text auch noch lesen, obwohl Du das Prinzip längst begriffen hast? Ganz einfach: Weil fast immer noch mindestens ein Schritt fehlt zwischen Verständnis für die Notwendigkeit der Selbstvermarktung bzw. Positionierung und dem wirklich knackigen Umsetzen in der Praxis.

Damit beschäftigen sich diesmal unsere Gründer-Tipps: Wir zeigen Dir, welche vermutlich bereits erlernte Vorgehensweise Du besser wieder vergessen oder zumindest überarbeiten solltest.

Elevator Pitch und Mission Statement als überarbeitungswürdige Grundlagen

Die wenigsten Existenzgründer wachen morgens auf und wissen: Exakt das ist mein Geschäftsmodell und dort ist meine Nische, ich weiß bereits, wie ich das angehen kann. Oft geht den Positionierungsüberlegungen ein langwieriger Prozess voraus, in dem Du als Gründer*in verschiedene Ideen hin- und her wälzt, mit anderen diskutierst und Deinen USP besprichst. Dazu gehört auch ganz viel Überlegung, wie man sich anderen am besten vorstellt.

Dieses Ergebnis in Worte zu fassen ist eine Notwendigkeit, wenn Du Dich dann unter Networker begibst, um Kontakte aufzubauen und Dich in der Branche umzusehen. Deswegen schraubst Du als Gründer*in meist akribisch am Elevator Pitch oder „About me“ und verbringst endlose Stunden mit dem Schreiben eines Mission Statement.

Das hat auch seinen Sinn. Denn es ist ganz wesentlich, dass Du Dich und Dein Geschäftsmodell mit wenigen Worten vorstellen kannst. Darauf basiert die Idee des Elevator Pitch: Wenn Du den idealen potenziellen Geschäftspartner im Fahrstuhl triffst, hast Du nur diese kurze Zeit für eine Selbstdarstellung, bis dieser an seinem Ziel wieder aussteigt. Die meisten üben ihren Pitch, um schnell zu sein – und vergessen, dass es immer auch darum geht, welches Ziel das Gegenüber hat und in welcher Stimmung er oder sie ist.

Es ist grundsätzlich immer hilfreich, die vielen Ideen rund um die eigenen Dienstleistungen kompakt zusammenfassen zu können. Natürlich sollte das dann nicht zu plump nach Werbung klingen. Vor allem aber solltest Du Dein Gegenüber auf der Emotionsebene ansprechen und nicht im Direktvertriebsmodus. Denn wer mag schon zum Kontakt werden, nur weil er oder sie als Kunde taugt?

Deine erfolgreiche Selbstdarstellung erfordert mehr Fingerspitzengefühl als ein reines Verkaufsgespräch. Kontakte sind im Geschäftsleben so wichtig wie Freundschaften im Privatleben – und können ebenso langfristig halten. Networking in der eigenen Region oder Branche oder beidem ist der Schlüssel zu erfolgreichen Empfehlungen und damit die Grundlage eines Unternehmens.

Erfolgreich gründen dank Positionierung: Worthülsen weg

Beim Aufbau Deines Netzwerks stellst Du Dich ständig spannenden neuen Leuten vor. Das muss dann auch ‚fluppen‘, denn Du kannst nicht immer wieder neu überlegen. Die anderen sollen sofort erfahren, dass Du ein nützliches Angebot hast und nicht nur „ich verkaufe dies & das“ sagst.

Deswegen schleifen und polieren die meisten Gründer und Gründerinnen sehr lange an ihrem „Elevator Pitch“. Sie haben begriffen, dass der Nutzen für den Kunden herausgestellt werden muss und formulieren entsprechend. Die Ergebnisse kennst Du vermutlich:

Auf jedem Event triffst Du drei bis dreizehn Menschen, die ihre Vorstellung mit einem „Ich helfe Menschen bei …“ oder mit „Ich unterstütze Unternehmen bei …“ beginnen. Als Zuhörer musst Du Dich bald ziemlich konzentrieren, denn alle individuell herausgearbeiteten Nischen klingen leider ähnlich, wenn sie im gleichen professionell anmutenden Singsang, in ähnlicher Ausdrucksweise und mit einem sehr vergleichbaren Vokabular vorgetragen werden.

Der Singsang funktioniert zwar auch, nämlich wenn zufällig genau die richtigen Menschen aufeinandertreffen. Aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr groß, dass Du jemanden mit Deinem ähnlich klingenden Spruch im Gedächtnis bleibst, wenn es inhaltlich gerade eher nicht so passt.

Gekonnt herausragen: Was ist das Besondere an Deiner Besonderheit?

Die erfolgreichsten Netzwerke sind aber immer jene, in denen es sofort „Klick“ macht, wenn jemand Unterstützung für ein Projekt sucht oder einen Auftrag zu vergeben hat. Du kennst das: Auch, wenn Du mit dem gesuchten Thema selbst keine Berührungspunkte hast, trotzdem fällt Dir sofort der passende Mensch ein.

Meistens, weil er oder sie es geschafft hat, die üblichen Worthülsen hinter sich zu lassen und sich in Deiner Erinnerung zu verankern. Weil Du lachen musstest, erstaunt oder irgendwie ein bisschen aufgewühlt warst und Dich an diese Emotion auch später noch erinnern wirst.

Der Trick ist eine Technik, die im Marketing „Storytelling“ genannt wird. Deine Geschäftsidee, Deine Persönlichkeit, sie sind der Stoff, aus dem Legenden sind – oder wenigstens Anekdoten 😉

Erfolgreich gründen dank Positionierung: Das beginnt bereits beim ersten Satz, mit dem Du Dich anderen vorstellst. Wie funktionieren Deine gelungenen Scherze? Das kannst Du in Deinen Elevator Pitch übertragen. Wann musst Du über Dich selbst lachen, was ist Dir bereits vor der Gründungsphase passiert, so dass Du Dich mit der Idee einer Existenzgründung beschäftigt hast?

Lies Dir den Satz durch „Ich unterstütze Unternehmen dabei, Projekte im Bereich XYZ erfolgreich und wertschätzend umzusetzen“. Und dann diesen: „Bereich XYZ hat mich so viel Blut, Schweiß und Tränen gekostet, als ich mir meine Profi-Sporen verdient habe, davon sollen jetzt unbedingt auch andere profitieren.“

Welche Aussage wirst Du Dir eher merken? Vermutlich die zweite. Sobald Du einmal angefangen hast, auf typische Worthülsen und überstrapazierte Formulierungen zu achten, magst Du bestimmt nicht mehr der x-te oder die so-und-so-vielste Gründerin sein, die wie alle anderen klingt.

Als Quelle für erste Überlegungen dienen Scherze, die Deine Freunde über Dich machen oder die unterschiedlichsten Erfahrungen, die Du verdauen musstest. Stell Dich auf einem Barcamp beispielsweise einfach mal als „Problemlöser-Superheld“ vor, statt der vierzehnte „wertschätzende“ Kundenstreichler in Folge zu sein.

So erregt man Aufmerksamkeit, sammelt Schmunzler ein und hat auch gleich einen Anknüpfungspunkt für Gespräche.

Unser Tipp: Überleg‘ Dir sorgfältig von Anfang an, wie Du Dich innerhalb der vielen Positionierungen um Dich herum durch einen individuellen originellen Pitch kraftvoll positionieren kannst – das wird Deine Networking-Ergebnisse mit wenig Aufwand vervielfachen.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends und Online Navigation

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