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Familie und Beruf: Der vielleicht wichtigste Erziehungstipp von allen

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Wenn man den zahlreichen Berichten in populären Medien diesbezüglich glauben will, machen Eltern alles falsch.

Erziehung ist offensichtlich keine Privatsache, sondern von der wohlmeinenden Nachbarin bis hin zur Tageszeitung mischen alle mit und äußern ungefragt ihre Meinung zu vielen Themen, bei denen Eltern schnell ein schlechtes Gewissen bekommen. Schließlich will jede Mutter und jeder Vater es so gut wie möglich schaffen, den Nachwuchs erfolgreich zu versorgen und zu erziehen.

Auch dann, um es einmal ganz überzogen darzustellen , wenn die eine Hälfte des Umfelds für Krippe ab dem ersten halben Lebensjahr zwecks Steigerungen der sozialen Bindungsfähigkeit plädiert und exakt die andere Hälfte es für eine Maßnahme eiskalter Rabeneltern hält, das Kind schon vor dem Abitur auf fremde Bezugspersonen einzustimmen,.

Vom Stillen über die Spracherziehung, von der Kinderbetreuung bis zur Aufteilung von Arbeit und Erziehung im Familienverbund, vom Impfen bis zur Ernährung, es gibt buchstäblich kein Thema, das nicht auch umstritten ist, weil es so viele unterschiedliche Meinungen dazu gibt.

Ein wichtiger Erziehungsratschlag, der immer passt

Natürlich gibt es gar keinen Weg, es allen recht zu machen. Aber eine sehr wertvolle Maßnahme zur Verbesserung buchstäblich jeder stressigen Situation und inneren Anspannung in Sachen Erziehung lässt sich jederzeit ergreifen:

Einfach mal lockerlassen … und sich bewusst ins Gedächtnis zurückrufen, wie viele Dinge es doch trotz der ständigen Herausforderungen im Familienalltag gibt, die ganz herausragend laufen.

Klar, es geht auch mal was schief. Aber doch nie alles!

Gemeinsame Momente, vertrauensvolle Kinder, erfolgreiche familiäre Problembewältigung, eine ausreichend hohe Erfolgsrate bei der Einhaltung von Terminen und ein Haushalt, in dem die Staubmäuse nur selten größer werden als Chihuahuas? Passt.

Wer sein Bestes gibt, tut genug.

Wichtig ist es, sich daran zu erinnern, wenn der nächste Bestseller zur Kinder(v)erziehung oder die übernächste statistische Auswertung der bundesweiten Familienstrukturen überall zum Thema werden und überall Gespräche darüber hochkochen, was „gute Eltern“ ausmacht.

In solchen Gesprächen sollte man sich nicht beirren lassen und daran denken: Nicht erziehen geht so wenig wie nicht kommunizieren. Eltern können immer nur als Vorbilder voran gehen – bei Kindern und bei anderen Menschen, die sich wie Kinder aufführen.

Gute Eltern sind jene, die sich Mühe geben. Die nicht jedem Erziehungstrend blind hinterherhecheln, sondern sich und anderen gegenüber auch mal lockerlassen und einfach nur schauen, was dem eigenen kleinen Rudel gut tut. Authentisch sein, gerne leben und dieses auch teilen – kleine Fehler inklusive.

Der Rest erledigt sich dann von alleine, wenn die Kinder größer werden und man sich bei jedem Entwicklungsschritt darüber freuen darf, doch auch einiges sehr richtig gemacht zu haben in der Erziehung.

Nie alles. Aber immer vieles.

Über den Autor
Carola Heine
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