10 Fehler bei Deiner Selbstvermarktung

Marketing: 10 Fehler bei Deiner Selbstvermarktung

Selbstvermarktung ist immer wieder eine der größeren Herausforderungen, die auf Solopreneure und Gründer zukommen: Kaum etwas ist so schwierig wie die gelungene Vermarktung der eigenen Fähigkeiten – das fängt schon damit an, dass die meisten Menschen erst ihre anerzogene oder naturgegebene Bescheidenheit überwinden müssen, um über die eigenen Fähigkeiten zu sprechen.

Sich nicht um die eigene Promotion zu kümmern, ist aber auch keine Lösung und so beschäftigen sich Einzelkämpfer, Kleinunternehmer und Start-up Gründer notgedrungen neben ihren vielen Alltagsaufgaben auch noch damit, in einer sich ständig wandelnden Welt auf die eigenen Qualitäten aufmerksam zu machen.

Es gibt viele Dinge, die man richtig machen kann – einfach mal anfangen, statt zu lange zu planen, zum Beispiel. Auch eine saubere Positionierung ist ein wichtiger erster Schritt. Den typischen Stolpersteinen auf dem Weg zu einer langfristig erfolgreichen Vermarktung des eigenen Angebots ausweichen aber auch.

Wir haben zehn der typischsten Fehler bei der Selbstvermarktung für Euch zusammengestellt, um Eure Zeit und Nerven zu sparen – die braucht Ihr dann für die vielen Aufträge, die eintrudeln, wenn Ihr Eure Fähigkeiten gekonnt an den Kunden bringt 🙂

1. Vermarktungsfehler: Kurzfristige Planung

Sofortige Ergebnisse sind eine feine Sache. Trotzdem sollten alle Deine Strategien darauf ausgerichtet sein, Schritt für Schritt langfristige Beziehungen zu Deiner Zielgruppe aufzubauen, statt einen (eventuell teuren) Schnellschuss nach dem anderen hinzulegen.

Im Zweifelsfall kannst Du eine kurzfristige Aktion mit strategischer Planung kombinieren. Beispiel: Du brauchst sofort Umsatz, dann arbeitest Du mit Google Adwords und anderen Anzeigen, um potenzielle Kunden auf Dein Angebot zu bringen. Parallel setzt Du aber auch Suchmaschinenoptimierung und eine langfristige Social Media und Content-Strategie, dann wirst Du auch ohne die Investition in teure Platzierungen gut gefunden.

2. Fehler: Werbesprech und die Vertrieblermasche

Es ist lange vorbei, dass man mit ordentlich Nachdruck und markanten Sprüchen plus überzeugender Argumentation und viel Hartnäckigkeit gut verkaufen konnte. Trotzdem begegnet man immer noch Menschen, die sich schon beim Erstkontakt anhören, als würden sie Provision erhalten, sobald Du Ihnen eine Versicherungspolice abkaufst. Auch wenn es um ganz andere Dienste und Produkte geht.

Vertrieb im Zeitalter des Mobile Web funktioniert aber nicht mehr so. Potenzielle Kunden sind flexibel und gut informiert, haben viele Möglichkeiten zu vergleichen und sind nicht mit Druck zu überzeugen. Sondern durch Qualität, sorgfältig aufgebautes Vertrauen und eine professionelle Selbstdarstellung online.

3. Fehler: Kommunizierte Dringlichkeit

Facebook-Kontakte um ein Like anhauen, XING-Verbindungen auffordern, einen Link zu teilen oder Interessenten erzählen, wie dringend Du den Umsatz brauchst: Nichts wirkt abschreckender als jemand, der den Geruch der Verzweiflung ausströmt, wenn es um die eigenen Aktivitäten geht – und um jeden Preis voranzukommen versucht.

Potenzielle Kunden interessieren sich nicht dafür, was Du gerade dringend möchtest. Sie wollen in erster Linie wissen, wie Dein Angebot ihr individuelles Bedürfnis oder Problem am besten löst – und nicht, wie sie Dir helfen können. Umgekehrt muss es sein.

4. Fehler: Alles auf einmal und wahllos

Es scheint nur auf den ersten Blick logisch, möglichst viele Menschen mit möglichst viel Präsenz, Newslettern und Anzeigen zu beschallen, um gute Ergebnisse zu erzielen. Tatsächlich brauchst Du als Dienstleister aber gar keine 500 neuen Kunden, die gegebenenfalls sowieso nur rein nach dem Preis entscheiden.

Du solltest nicht möglichst viele Kunden suchen, sondern die richtigen, die gut zu Dir passen. Diese findest Du durch sorgfältiges Vorgehen Schritt für Schritt im Rahmen einer Content- und Social-Media-Strategie, durch Networking und aktive Beteiligung online viel eher als durch Massenaussendungen von Newslettern oder Werbeflyer.

5. Fehler: Falscher Fokus

Bei Selbstvermarktung geht es nicht um Dich. Das klingt nur auf den ersten Blick verblüffend, aber tatsächlich will niemand wirklich wissen, wie toll und professionell Du bist und Du wirst schnell Langeweile beim Publikum inklusive Deiner Zielgruppe auslösen, wenn Deine Promotion sich darauf beschränkt, der Welt zu erzählen, wie super Du bist.

Stattdessen solltest Du Dich auf die Sachen konzentrieren, die Deine Zielgruppe zu Dir bringt: Die Lösungen, die sich mit Deinem Fachwissen erzielen lassen – denn was Du für Deine Kunden tun kannst und wie Du ihre Projekte verbesserst, das ist die tatsächliche Botschaft, die auch funktioniert.

6. Fehler: Keine Lust auf die „Basics“

Viele Aufgaben, die langfristig zum Erfolg führen können, sind in der Ausführung langweilig, nervenraubend, anstrengend oder monoton. Deswegen fallen sie unter dem Druck des Unternehmeralltags oft auch einfach weg – wer hat beispielsweise Lust, Tausende von Adressen darauf zu filtern, welche Firmen möglichst interessante Kontakte sein könnten oder sich organisatorischen Kleckerkram anzutun, nur weil dieser an irgendeiner Stelle die Abläufe erleichtert?

Die Basics tragen allerdings dazu bei, dass erziele Erfolge langfristig und auch stabil sind. Regelmäßig Blogposts schreiben trotz Zeitmangel, Kontakt- und Kundenpflege per Mail, Aktualisierungen der Website und ähnliches sind Dinge, die nicht vernachlässigt werden dürfen, denn in der Summe sind sie wichtige Faktoren.

7. Fehler: Alles selbst machen

Angefangen von Networking bis hin zum Outsourcing https://www.lexoffice.de/blog/aufgaben-auslagern/ und zum Einstellen von Mitarbeitern: In Bewegung bleibt ein Business nur, wenn andere Menschen dazu beitragen. Die oben genannten Basics auslagern kann ebenso gute Ergebnisse erzielen wie ein wachsendes Netzwerk, das durch Verteilen und Feedback ebenfalls „automatisch“ Aufgaben übernimmt, die Deinen Zielen dienen.

8. Fehler: Berechnendes Kommunikationsverhalten

Menschen merken es, wenn man sie nur benutzen möchte. Auch so genannte Influencer, die sogar einen Teil ihres Einkommens damit bestreiten, einen erhöhten Bekanntheitsgrad zu haben, möchten in der Regel nicht gerne ausgenutzt oder nur zum Pushen eines Angebots oder Kontaktes gebracht werden.

Wenn eine Person keine andere Schnittstelle mit Dir hat, als dass sie Dir nutzen könnte, wird ein diesbezüglicher Versuch mit ziemlicher Sicherheit scheitern. Such Dir Deine Influencer und Geschäftskontakte immer nur dort, wo alle Beteiligten gleichermaßen profitieren.

9. Fehler: Werben, wo die Zielgruppe nicht ist

Der schönste Flyer nützt Dir nichts, wenn Deine Wunschkunden sich ausschließlich online tummeln. Der beste Newsletter wird erfolglos bleiben, wenn sie nur durch persönliche Beratung überzeugt werden können, weil das Produkt so speziell ist. Es hat keinen Zweck, regelmäßig Branchennews zu verteilen, wenn das in Deiner Branche bereits gefühlt alle tun.

Fang andersherum an. Schau Dir die Zielgruppe an und wie Du sie am besten und günstigsten erreichen kannst, statt Dir erst einen Weg und dessen Umsetzung zu überlegen

10. Fehler: Es geht nur ums Geld

Geld ist zweifellos sehr wichtig. Wenn Du aber nur an Deinen Kontostand denkst, so merkt das jeder. Auch Deine Kunden. Sie wollen aber nicht Deine Kunden sein, um Dein Konto aufzufüllen, sondern weil Du ihr Problem oder ihre Anforderung am besten löst.

Sollte finanzieller Gewinn Deine einzige Motivation sein, hast Du ganz schlechte Karten im Vergleich zu all denen, die von Leidenschaft für ein Thema angetrieben werden. Wenn es nur ums Geld geht, solltest Du also dringend daran arbeiten, andere Aspekte für Dich zu entwickeln, die Dich stolz darauf machen, genau dieses Angebot an die gewünschte Zielgruppe bringen zu können – das wirkt sich dann nicht nur auf Deine Ausstrahlung, sondern auch auf den Kontostand positiv aus.