Im Flow: Was macht die Selbständigkeit mit mir?

Im Flow: Was macht die Selbständigkeit mit mir?

Im Flow sein, das ist der wohl beglückendste produktive Zustand, den du im Rahmen des #lebensgefühl_selbständig erfahren kannst.

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Wusstest du, dass Menschen tief im Flow bis zu fünfmal produktiver sind, als wenn sie einfach so vor sich hinarbeiten mit allen Ablenkungen des Arbeitsalltags?

Es ist nicht nur mental beglückend, tief konzentriert in einer Aufgabe zu versinken: Für Selbständige ist es besonders spannend! Denn anders als bei Angestellten ist es ein konkreter Wettbewerbsvorteil, so mühelos produktiv zu sein.

Im Flow kannst du Aufgabengebirge mühelos versetzen

„To flow“, das bedeutet „fließen“ und umschreibt damit sehr treffend den Zustand, wenn jede Aufgabe innerhalb deines Projektes erfolgreich und zügig erledigt werden kann. Aber der Begriff umschreibt noch mehr als das, nämlich eine gewisse Glückseligkeit, weil du so tief in deinem Tun versinkst, dass alles andere vorübergehend bedeutungslos wird. Im Flow zu sein bringt Ergebnisse und macht Spaß.

Die Freiheit, sich der Produktivität ganz hinzugeben

Als Angestellte:r kannst du zwar auch in einen geschmeidigen Arbeitsfluss gelangen und schwungvoll wegarbeiten, was anliegt. Im Idealfall kannst du dich sogar zurückziehen und das Umgebungsrauschen ausblenden.

Als Selbständige:r wiederum wirst du nicht von Fragen deines Chefs oder deiner Chefin unterbrochen, musst in der Teeküche keinen Smalltalk halten. Nicht einmal den Schlafanzug musst du verlassen, um in den Flow zu kommen: Wenn du für ein Thema brennst, wird der Kaffee kalt und die Klingel verhallt ungehört. Im Flow zu sein ist ein wunderbarer und rundum erstrebenswerter Zustand.

Erstrebenswert, denn einfach mal eben einschalten kannst du ihn nicht, den beglückenden Arbeitsfluss. In einer Festanstellung im Büro dürfte es zwar noch um ein Vielfaches schwieriger sein als sowieso schon, in den Flow zu gleiten: Zu viele Ablenkungen und mit anderen Personen verwobene Aufgaben umgeben dich.

Flow funktioniert leider nicht auf Knopfdruck

Auch auch als Einzelkämpfer:in oder jemand mit einem Kleinunternehmen wirst du vergeblich nach dem großen Flow-Knopf suchen. Es wäre zwar wunderbar, wenn wir einfach nur die Entscheidung treffen müssten, in „the zone“ zu kommen, auch das ist ein gängiger Ausdruck für das konzentrierte Versinken. Aber um sich so tief in die Konzentration fallen lassen zu können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen.

Das macht sich aber nicht jede:r klar: Für viele Menschen ist es ein erfreulicher Zufall, wenn sie in einen Flow geraten. Das muss dir aber nicht so ergehen, denn man kann diesen „Zustand“ gezielt trainieren und die optimalen Voraussetzungen dafür erschaffen.

Du triffst die Entscheidung. Flow folgt deinem Fokus.

Die besten Tipps, um nach Belieben in den Flow zu kommen

Unterbrechungen auszuweichen oder sie gleich ganz zu vermeiden ist einer der größten Erfolgsfaktoren, um in den Arbeitsfluss zu gelangen. Stell‘ dir vor, du hast ein wichtiges Meetup: Kein anderer Termin wird stören, du nimmst währenddessen auch keine Telefonate an und der Posteingang muss warten, richtig?

Jetzt mach‘ dieses wichtige Meetup mit dir selbst.

Blocke die Zeit in deinem Kalender, die du darauf verwenden willst, hoch konzentriert und völlig ungestört an deiner Aufgabe zu arbeiten.

Bessere Voraussetzungen erschaffen: Das Hirn einfach mal baumeln lassen

Wie oft hast du schon am Platz gesessen, ergebnislos mit einer Aufgabe kämpfend? Konzepte, Ideen, Brainstormings, nichts half. Aber als du aufgestanden bist und vor der Kaffeemaschine ein paar Streckübungen gemacht hast, kam plötzlich die coole Idee, mit der es schwungvoll weitergehen konnte.

Denn so funktioniert Flow:
Erfolgsdruck, loslassen, Idee fangen,
loslegen, den produktiven Flow genießen,
anschließend bewusst herunterkommen.
*

Damit das Loslassen ebenso gut klappt wie das erfolgreiche Flow-Arbeiten, solltest du die vielen Dinge tun, die auch sonst zu deinem Wohlbefinden beitragen.

Ausreichend Schlaf in einem abgedunkelten und kühlen Raum ohne Ablenkungen, genug Wasser. Bewegung, am liebsten in der frischen Luft. Wenn es dir liegt, Medidation und Yoga. Bereichernder Austausch mit Freunden und Familie zum Entspannen.

Tipps, um in den gewünschten Status zu gelangen

Bereits am Vortag planen, was anliegt.
Zeitblöcke im Terminkalender freihalten.
Regelmäßige solche Termine mit dir selbst.
Eine Deadline für die Aufgabe setzen.
Arbeit am aufgeräumten leeren Schreibtisch.
Alle Ablenkungen konsequent vermeiden.
Keine Mails, keine Messages oder Slack.
Smartphone in den Flugmodus schalten.

Aber auch:

Viel Raum für Neugier, Risiken, leidenschaftliches Interesse und experimentelles Ausprobieren, organisches Brainstorming und das mentale Loslassen zwischendurch einräumen.

Es war der Arbeitspsychologe Mihály Csíkszentmihályi, der bereits 1975 bei seiner Forschung rund um Glück und Zufriedenheit den Begriff „Flow“ prägte.

Inzwischen benutzen wir den Begriff etwas allgemeiner und jede:r weiß, was gemeint ist, wenn Freelancer:innen glückselig twittern, dass sie diese Zufriedenheit mit ihrer Arbeit erleben. Das Flow-Phänomen beschäftigt viele, die dieser Tiefenproduktivität auf die Schliche kommen wollen und so unterscheiden Expert:innen sogar noch einzelne Abstufungen:

Micro Flow: Wenn du kurz etwas erledigen oder besprechen willst und plötzlich feststellst, dass du 1000 Worte statt 200 geschrieben oder zwei Stunden konstruktiv verplaudert hast statt 5 Minuten.

Macro Flow: Wenn du ganz eins bist mit dem, was du gerade tust und überhaupt nicht merkst, ob und wie die Zeit vergeht. Weil du mühelos und effizient etwas beglückend Neues erschaffst gerade.

„Im Fluss zu sein“ ist der Zustand, in dem du nichts anderes machen willst

Diese mühelose Leistungsfähigkeit ist dann auch schon die Belohnung. Wir leisten nicht nur am meisten, wir fühlen uns auch am besten in diesem himmlischen „Produktivitätszustand“.

Viele Selbständige erleben den Flow häufiger als Angestellte, weil sie einerseits sämtliche Rahmenbedingungen kompromisslos festlegen können. Andererseits der unternehmerische Alltag auch viel mehr Anlass dazu bietet, sich völlig einer einzelnen Aufgabe zu widmen.

Wie geht es dir mit deiner Produktivität? Kommst du regelmäßig in den Flow, und was tut du dafür? Wir freuen uns, wenn du es uns in die Kommentare schreibst!

Unsere Serie: Was macht die Selbstständigkeit mit mir?

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FAQ

Was bedeutet es, „im Flow“ zu sein?

Produktiv und konzentriert ganz entspannt einfach mehr arbeiten, dabei schneller sein und mehr erreichen – das nennt man den Flow, den Produktivitäts-Idealzustand für viele.

Wie komme ich denn in den Flow, um produktiv zu arbeiten?

Jede:r muss einen eigenen Weg finden, um, konzentriert geradeheraus zu arsbeiten und produktiv zu sein. In unserem Artikel findest du wichtige Tipps. Ablenkungen vermeiden und Zeitblöcke reservieren sind zwei wesentliche.

Was macht den Flow beim Arbeiten aus?

Der Flow folgt deinem Fokus. Du weißt, was dich ablenkt und dass du es vorübergehend ausblenden oder abschalten musst, damit du dich ganz in die anstehende Aufgabe fallen lassen kannst. Dann versinkst du buchstäblich in deiner Arbeit, für eine kurze Phase der Produktivität zählt nur die zufriedenstellende Arbeit an einem guten Ergebnis.

  • Foto: Adobe Stock Panumas
Über die Autorin
Carola Heine
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