Fördermittel und Fördergelder für Selbstständige und Unternehmer

Fördermittel und Fördergelder: Chance oder Risiko für Gründer und Unternehmer?

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Unternehmer in Deutschland haben es zurzeit durch gesunkene Kredithürden leichter, durch Förderprogramme und Kredite an Fremdkapital zu kommen (ifo Institut, Juli 2014)

Doch ist es wirklich immer so vorteilhaft, Fremdkapital in Anspruch zu nehmen? Oder kann es sich sogar zum Nachteil auswirken? Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, als deutscher Gründer oder Unternehmer eine „Finanzspritze“ zu bekommen, um die eigene Geschäftsidee voranzubringen.

Fördermittel nennt man Gelder, die von Einrichtungen, oft von staatlichen Institutionen, zur Finanzierung von Investitionen gewährt werden. Die Unterstützung besteht aber auch häufig in Krediten mit besonders günstigen Konditionen und gelegentlich gibt es sie auch in Form von Subventionen.

Von Subventionen spricht man immer dann, wenn die Fördermittel nicht zurückgezahlt werden müssen – was sich nach einem Idealfall für den Unternehmer anhört, aber oft ist die Vergabe solcher „Zuschüsse“ an die Einhaltung von komplexen Bedingungen geknüpft, die nicht jeder einhalten will oder kann.

Werden die Vergaberichtlinien nicht erfüllt, müssen Subventionen nämlich zeitnah zurückgezahlt werden.

Förderung von Gründung, Wachstum, Entwicklungsschritte

Finanzielle Förderung in Form von Krediten oder Fördermitteln gibt es für Unternehmensgründer, aber auch für die Ziele Unternehmenswachstum, Sanierung und Restrukturierung, Unternehmensnachfolge, Kunden- und Projektgewinnung, Unternehmensverkauf und Kapitalbeschaffung.

Über 400 solche unterschiedlichen Förderprogramme gibt es inzwischen in Deutschland. Sie werden vom Staat vergeben, doch nicht jeder Unternehmer kann die begehrten Fördermittel, Förderprogramme und Fördergelder zur Finanzierung erhalten.

Fördermittel müssen außerdem rechtzeitig beantragt werden, denn rückwirkend werden sie in der Regel nicht genehmigt. Wer sich in den Dschungel der Förderungsoptionen begibt, tut meist gut daran, eine Beratung durch Experten in Anspruch zu nehmen, die dabei helfen, jede Möglichkeit auszuschöpfen.

Doch ist es gar nicht immer wünschenswert, solche Verpflichtungen einzugehen, um die eigenen unternehmerische Ziele schneller zu erreichen als auf eigene Faust, denn mit dem Fremdkapital steigen auch die Verpflichtungen und damit die Risiken.

Risiko Fremdkapital, steigende Verschuldung und Zahlungsunfähigkeit

Existenzgründung und Wachstum von Unternehmen werden dadurch erleichtert, wenn der Zugriff auf höheres Kapitel stark vereinfacht wird – es steigt aber auch das Gefahrenpotenzial.

Mit einer hohen Fremdkapital-Quote erhöht sich das Risiko des Unternehmers, da er mit seiner steigenden Verschuldung sowohl das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit als auch einer Überschuldung eingeht.

Grundsätzlich steigt das Risiko einer Insolvenz mit steigendem Anteil Fremdkapital, da diese Art von Schulden für das Unternehmen eine Verpflichtung darstellt.

Je mehr solche Verpflichtungen ein Unternehmer eingeht, desto niedriger die Wahrscheinlichkeit, auch in Zukunft oder bei Schwankungen im Geschäftsbetrieb allen Verpflichtungen nachkommen zu können.

Denn Banken geben auch eher einer Firma mit viel Eigenkapital einen weiteren Kredit als einem Unternehmen mit viel Fremdkapital. Außerdem besteht die Gefahr, dass man sich und die eigenen Ziele schneller überschätzt, wenn man aus scheinbar vollen Töpfen plant.

Wir kennen sie alle, die Existenzgründer, deren erste Anschaffung vom Fördergeld ein dickes Auto war und die das auch begründen konnten – und die Vorsichtigen, die eine tolle Idee lieber ganz alleine aufbauen, statt große Sprünge zu machen, aber auch entsprechende Verpflichtungen einzugehen.

Was sagt ihr: Fördermittel unbedingt in Anspruch nehmen, wenn man sie bekommen kann? Oder lieber auf Fremdkapital verzichten, wenn es sich vermeiden lässt? Wir sind auf eure Meinungen gespannt.

Über den Autor
Carola Heine
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  1. […] kostenlos beraten lassen kannst. Denn Gründer und Start-ups können je nach Region und Ausrichtung Fördermittel beantragen. In vielen Bundesländern gibt es einen Zuschuss zu einer Beratung, welche Mittel sich […]

  2. Sebastian | 01.02.2017 | 01:18

    Eine zumindest grobe Übersicht über die 400 Fördermöglichkeiten wäre gut gewesen 😉

    LG, Seb

    1. Carola Heine @lexoffice | 02.02.2017 | 10:24

      Hallo Sebastian,
      danke für das Feedback – wir haben das Thema für später auch noch ausführlicher im Redaktionsplan stehen 🙂
      beste Grüße
      Carola @lexoffice-Blog