Olaf in der digitalen Welt: Mit New Work gegen den Fachkräftemangel

Olaf Clüver aus dem lexoffice Steuerberater-Team über seine Erfahrungen in der Kanzleibetreuung

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Kanzlei-Betreuer Olaf Clüver hat für Sie schon einmal über sein digitales Leben geschrieben. Die Transformation der Steuerbranche beinhaltet viel mehr als technische Evolution – zu den Herausforderungen im Wandel gehört auch der Fachkräftemangel und wie man ihm wirkungsvoll begegnet, darum geht es in diesem Beitrag.

Olaf Clüver

Steuerkanzleibetreuer bei lexoffice

Olaf Clüver ist als ausgebildeter Steuerfachangestellter und Bilanzbuchhalter schon seit vielen Jahren in der Steuerberaterbranche unterwegs. Seit 2018 unterstützt er für lexoffice Kanzleien bei ihren Digitalisierungsprozessen: Durch Vorträge, Info-Veranstaltungen, Mitarbeiterschulungen, Unterstützung bei der Digitalisierung erster Mandanten, Demoversionen, Informationsmaterial, Vertriebskooperationen und vieles mehr.

Im lexoffice Blog erzählt er von seinen Erfahrungen.

Bemerkenswerte Erfahrung: Ausgebuchte New Work Events

Olaf Clüver: Im Herbst 2018 und Frühjahr 2019 hatte ich die freudvolle Gelegenheit, bei den Steuerberaterverbänden Schleswig-Holstein und Bremen eine organisierte Vortragsreihe zum Thema New Work in der Steuerkanzlei zu halten.

In Oeversee, Itzehoe, Kiel, Neumünster und Bremen kam eine Vielzahl von Steuerberatern und Steuerberaterinnen in sorgfältig ausgesuchten großartigen Locations zusammen, um der Erosion von Fachkräften in den Kanzleien Herr zu werden.

Bemerkenswert war, das sei gesagt: Es gab kaum Absagen bei den Anmeldungen und am Ende waren es sogar mehr Teilnehmer als ursprünglich angekündigt, da noch einige Kurzentschlossene hinzukamen. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an alle Teilnehmer und an die Organisatoren!

Bereits am ersten Abend lernte ich: Der direkte Praxisbezug ist entscheidend – Ideen, die sich konkret in den Alltag der Kanzlei übertragen lassen.

Dabei war es allen ganz besonders wichtig, das lernte ich am ersten Abend, dass es einen direkten Praxisbezug gibt. Also weniger Theorie über die Entstehung und Entwicklung von New Work, als konkrete Ideen, die sich in der Kanzlei umsetzen lassen.

“Hat meine Kanzlei genug und das Richtige zu bieten?“

Es blieb nicht aus, dass sich alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen kritisch hinterfragen mussten:

  • Ist meine Kanzlei so attraktiv, dass ich selber als junger Mensch hier arbeiten möchte und meine Zukunft hier sehe?
  • Biete ich meinen MA genug Flexibilität, Entwicklungsmöglichkeit und Perspektive, dass sie Ihre Lebenszeit hier verbringen wollen?
  • Suche ich für den Nachwuchs, den ich gerne für meine Kanzlei gewinnen möchte an den richtigen stellen?
  • Und schließlich, wenn ich eine oder mehrere der Fragen mit nein beantworten muss, wie kann ich das abstellen?

Impressionen der New Work Abendveranstaltungen

New Work ist ein Prozess

Es sei vorab gesagt, dass es sich bei der Umsetzung von New Work um einen Prozess handelt, der nach Erfahrungsberichten erfolgreicher Kanzleien bis zu 2 Jahre in Anspruch nehmen kann. Aber (frei nach Laotse) es beginnt auch die längste Reise mit dem ersten Schritt vor die Tür – und niemals lassen sich alle Möglichkeiten vollständig auf jede Kanzlei anwenden.

Zunächst einmal sahen wir uns den Bewerbungsprozess der Steuerkanzleien genauer an. Auf die Frage, wer denn noch in den Kieler Nachrichten und in der örtlichen Tagesanzeige inseriert, gingen erstaunlich viele Finger in die Höhe.

Bei der Frage, wer ein Kind im arbeitsfähigen Alter hat, das die Kieler Nachrichte liest, gingen die Finger ebenso schnell wieder runter. Aha.

„Wer kennt Inserate mit diesem Inhalt?“ war die nächste Frage:

Ihre Aufgaben sind die klassischen Tätigkeiten wie:

    • Finanzbuchhaltung
    • Lohnbuchhaltung
    • Jahresabschlüsse
    • Betriebliche Steuererklärungen
    • Private Steuererklärungen
    • Bearbeitung des Posteingangs

 

Wieder gingen die Finger hoch. Auf die Frage, wer das beim Lesen denn spannend findet und glaubt, dass das junge Menschen anspricht (sofern es Sie überhaupt erreicht), waren die Finger wieder unten.

Ich bot alternative Formulierungen für eine Stellenanzeige an, die dann von den Teilnehmern diskutiert wurden. Aber man kam weitgehend überein, dass es sich durchaus lohnen könnte, es einmal anders zu probieren.

Alternative Formulierungen in Stellenausschreibungen:

      • Sie sind unser erster Ansprechpartner für die stetig wachsende Anzahl junger Start Up Unternehmen
      • Sie unterstützen unsere Kanzlei beim Ausbau der Digitalisierung
      • Sie nehmen an Ausstellungen, Kongressen und Messen teil
      • Sie unterstützen unsere Präsenz in den sozialen Medien.
      • Wir bieten einen modernen digitalen Arbeitsplatz, zwei Bildschirme sind bei uns Standard
      • Kostenlose Getränke, Kaffee, Tee, kleine Snacks und frisches Obst
      • Arbeitgebervergünstigungen beim Essen
      • Tankgutschein, ÖPNV Ticket, BAV, Kinderbetreuung
      • Gemeinsame Events, Feiern, Ausflüge
      • Regelmäßige Fortbildung zur Förderung ihrer Entwicklung (Bilanzbuchhalter, Steuerfachwirt, Kanzleivorsteher, Digitalisierungsberater, Ausbilderschein)

Der Clou dabei war: Viele dieser Dinge werden bereits in den Kanzleien umgesetzt, gelten jedoch als so selbstverständlich, dass man deren Erwähnung nicht für notwendig erachtet. An anderer Stelle gibt das Auseinandersetzen mit einer „idealen Stellenanzeige“ für junge Fachkräfte auch den Anstoß dazu, darüber nachzudenken, wie die eigene Kanzlei mit Hilfe der New Work Ideen attraktiver zu gestalten.

Wie drückte es ein Teilnehmer treffend aus? Tu Gutes und sprich darüber.

Das muss der Weg sein, denn auch Unternehmer anderer Branchen argumentieren auf der Suche nach Fachkräften damit.

Fortsetzung folgt!

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