Strategien für Gründer: Tipps gegen Ängste und Selbstzweifel

Strategien für Gründer: Tipps gegen Ängste und Selbstzweifel

Erfolgreichen Unternehmern wird oft nachgesagt, dass sie sich von ihren Zielen niemals abbringen lassen und diese allen äußeren Widerständen zum Trotz mit unerschütterlichem Optimismus verfolgen.

Dabei kennen auch die Durchsetzungsfähigsten unter Freelancern und Selbstständigen Phasen des Zweifels und der Ängste. Sie gehen einfach anders damit um, statt sich entmutigen zu lassen.

Stolperfalle Selbstzweifel: Bin ich gut (genug)?

Deine Wettbewerber wirken sehr professionell und verkünden, dass sie immer ausgelastet sind. Jeder außer dir scheint kompetente Fachartikel zu schreiben und ein Präsentationen abhaltender Star auf Branchen-Events zu sein.

Du selbst aber kommst dir wie ein Betrüger vor, wenn du dich als herausragend in deinem Job bezeichnest. Kommt dir das bekannt vor?

Viele selbstständige Unternehmer zögern anfangs, sich selbst als Experten zu sehen oder als dieser Kunden gegenüber zu verkaufen. Sie haben das Gefühl, immer eine perfekte Leistung abliefern zu müssen und vergessen, dass es zwei viel wichtigere Faktoren gibt:

Leidenschaft für ein Fachgebiet und Lernfähigkeit gepaart mit Lernbereitschaft.

Experten wachsen nicht auf Bäumen. Zum Experten wird man durch das kontinuierliche Sammeln von Projekterfahrung und Fachwissen. Bis die anderen von selbst bemerken, dass du der richtige Ansprechpartner bist und du aufgrund deiner Kenntnisse weiterempfohlen wirst, gilt: Fake it till you make it.

Die erste Person, die deinen Expertenstatus anerkennen und dich für kompetent genug halten sollte, bist du selbst. Die Erkenntnis, dass auch die anerkanntesten Profis nur mit Wasser kochen, kann ebenfalls sehr hilfreich sein.

Stolperfalle Ladehemmung: Bringe ich die nötigen Voraussetzungen mit?

Braucht man Geld, um Geld zu verdienen? Kann man Experte in einem Fachgebiet werden, ohne viele Jahre in einen entsprechenden Studiengang zu investieren und ohne vorher die entsprechende Schulbildung gesponsert bekommen zu haben?

Lässt sich ein erfolgreiches Business aufbauen, ohne Geschäftsräume anzumieten und braucht man als mobiler Selbstständiger grundsätzlich ein vorzeigbares „großes“ Auto?

Es ist mehr als verständlich, dass Existenzgründer sich mit solchen Überlegungen aufhalten, aber es lohnt nicht.

Natürlich ist vieles einfacher mit ausreichend Kapital.

Aber eine exzellente Geschäftsidee muss nicht viel kosten und statt über den zehntausendfachen Vertrieb und die Herstellung nachzudenken, kann ein Gründer sich jederzeit darauf konzentrieren, etwas besonders Herausragendes zu produzieren und dafür dann Investoren zu finden.

Auch ohne große Ressourcen kann man loslegen, eine Idee ausarbeiten und umsetzen und sich mit dem eigenen Markt so vertraut machen, dass man als Experte gilt.

Wer diese Phase durchsteht, wird früher oder später auch über alle Voraussetzungen verfügen, die er oder sie für nötig hält.

Stolperfalle Ängste: Bin ich genug vernetzt und bekannt?

Wer die richtigen „Connections“ hat, kommt bekanntlich meistens schneller voran. Gut vernetzte Menschen können auf ein ganzes Netzwerk von Kontakten zurückgreifen, die zu Branchen-Events einladen oder Empfehlungen aussprechen.

Kein Wunder also, dass Einsteiger und Existenzgründer schnell ins Grübeln kommen, ob sie bekannt genug sind für erfolgreiches Online-Marketing, wenn sie sich ihre vorhandenen Kontakte aus Bekannten- und Kundenkreis und Social Media anschauen und beispielsweise die eigenen Follower-Zahlen mit denen erfolgreicher Projekte vergleichen.

Natürlich ist manches einfacher, wenn man bereits sehr viele Menschen kennt auch beruflich und oft empfohlen wird. Aber auch wenn man gerade erst anfängt, sich ein Kontaktnetzwerk aufzubauen, hat man unterm Strich exakt die gleichen Chancen wie alle anderen.

Man muss dann eben nur mehr Zeit in den Aufbau der richtigen Netzwerke investieren und sich aufs Marketing konzentrieren, wenn man sich nicht auf „Selbstläufer“ durch einen riesigen Bekanntenkreis verlassen kann.

Dafür weiß man dann am Ende aber auch, dass der Erfolg auf die eigene Leistung zurückzuführen ist und nicht darauf, dass man die eigenen Freunde wiederholt zu Klicks oder Comments aktivieren konnte.

Stolperfalle Selbstzweifel: Ist meine Geschäftsidee einzigartig genug?

Du hast eine Geschäftsidee, die dir gefällt und die du dir als Grundlage für deine Existenz oder für einen Teil davon vorstellen könntest. Doch prompt kommen dir Zweifel: Das hat es doch alles schon mal in der einen oder anderen Variante gegeben? Das ist doch nicht wirklich neu? Kann man damit überhaupt verkaufen?

Es stimmt, die meisten Geschäftsideen gibt es bereits in der einen oder anderen Variante. Auch originelle Apps oder Service-Konzepte existieren meist bereits in ähnlichen Ausführungen.

Das ist aber kein Grund, sich abhalten zu lassen. Denn wenn es Menschen gibt, die dieses Produkt oder diesen Service wirklich brauchen, dann geht es nicht so sehr darum, ob du der einzige Anbieter auf diesem Markt bist.

Sondern vor allem darum, wie du dich einbringst, wie gut deine Idee ausgeführt wird und dass du eine Nische oder einen Ansatz findest, die es dir ermöglichen, besser zu sein als die Konkurrenz.

Genau genommen ist die Existenz von vielen Wettbewerben sogar ein gutes Zeichen, zeigt sie doch, dass ein interessanter Markt existiert.

Nun musst du nur noch herausfinden, was du besser kannst.

Stolperfalle Entscheidungen: Basieren sie auf Ängsten?

„Ich kann XYZ nicht machen, weil dies und das geschehen kann.“ Wer hat noch nie auf etwas Spannendes verzichtet aus Angst, dass etwas Negatives daraus entstehen könnte?

Im Geschäftsleben ist das eine Angewohnheit, die du dringend ablegen solltest.

Es ist menschlich und verständlich und eine der häufigsten „Ausreden“ dafür, Projekte oder Ideen nicht in Angriff zu nehmen, dass man sich in den Überlegungen verläuft, was alles schiefgehen könnte.

Tatsächlich aber ist das Schlimmste, womit du scheitern kannst, dass du es gar nicht erst versuchst. Dann fallen nicht einmal Erfahrungen ab, nur ein Gefühl des Versagens.

Es ist normal und richtig, vor spannenden Projekten und großen Zielen Respekt zu haben und sich mögliche Konsequenzen vorab zu überlegen.

Nur zur Lähmung werden sollte das nicht.

Wie sehen Eure Erfahrungen aus, womit steht Ihr Euch selbst im Weg? Wir freuen uns über Feedback zu diesem spannenden Thema.

11.02.2015