Geld verdienen mit dem Blog - und auf was Du dann alles achten solltest

Geld verdienen mit dem Blog – und was Du alles beachten musst

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Seit die ersten Weblogs Ende der neunziger Jahre des letzten Jahrtausends als improvisierte Online-Tagebücher und Surfprotokolle entstanden, hat das Bloggen eine bemerkenswerte Evolution durchlaufen. Einerseits technisch: Die einfachen Redaktionssysteme sind leistungsfähig und doch so simpel, dass mit fünf Minuten Einarbeitung jede und jeder im Internet veröffentlichen kann. Andererseits cyberkulturell: Es dürfte schwierig sein, ein Thema zu finden, zu dem es noch kein Blog gibt. Kein Wunder also, dass Firmen Blogger als Kooperationspartner entdeckt haben. Ob Du Influencer bist oder Deine eigene kleine Nische bespielst: Geld verdienen mit dem Blog ist möglich.

Hier erfährst Du, worauf Du achten musst. Wie immer gelten gesetzliche Vorgaben. Außerdem gibt es ein paar bewährte Tipps, die Dir den Einstieg und das Durchhalten erleichtern können.

Geld verdienen mit dem Blog ist ein Gewerbe

Wenn Du vom journalistischen Schreiben lebst, bist Du dazu verpflichtet, Dich über die Künstlersozialkasse (KSK) zu versichern, weil Du einen künstlerischen Beruf ausübst. Geld verdienen mit dem Blog heißt allerdings in der Regel eher: Bezahlt werden für das Einblenden von Anzeigen, Testen und Vergleichen von Produkten, das Schreiben von Berichten sowie das Verfassen von Posts zu allen möglichen Aktionen. Wenn Du für all Deine Posts bezahlt wirst, ist das Werbung und Dein Werbe-Blog muss entsprechend gekennzeichnet werden. Wenn sich auf Deinem Blog normale Artikel mit Anzeigen und bezahlten „Sponsored Posts“ mischen, so nennt sich dies werbefinanzierter Journalismus – auch hier muss auf den ersten Blick erkennbar sein, für welche Postings Du in welcher Form bezahlt wurdest.

Ob Du Artikel schreibst oder „nur“ Partnerprogramme und Affiliate-Netzwerke einbindest, Gewinnspiele veranstaltest oder Unboxing-Videos produzierst: Sobald Du publizierst und dabei in einer beliebigen Form Werbung für ein eigenes oder fremdes Geschäftsmodell machst, benötigst Du ein rechtsgültiges Impressum mit allen Pflichtangaben online – und offline einen Gewerbeschein. Das hindert Dich übrigens nicht daran, von den Vorteilen einer Mitgliedschaft in der KSK zu profitieren. Im Fall von werbefinanziertem Journalismus schließen sich nämlich die Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse und ein Gewerbe ausnahmsweise nicht aus. Ob Gewerbesteuer oder eine IHK-Gebühr anfällt, kommt auf die Höhe Deiner Einnahmen an.

Wissenswertes für Blogger

Die Gewerbesteuer unterliegt einem Freibetrag von 24.500 Euro laut § 11 I Nr. 1 GewStG. Erst wenn Dein Gewinn höher ist, fällt sie an. Da Du als gewerblicher Blogger sämtliche Kosten steuerlich geltend machen kannst, auch Webhosting, Büromaterial und Co, wirst Du diese Grenze vermutlich zumindest in den ersten Jahren nicht erreichen.

Reiseblogger zum Beispiel können Notebook, Kamera und neben den üblichen Ausgaben für Telekommunikation und Ausstattung auch Flüge und Unterkünfte von der Steuer absetzen. Das gilt natürlich nur, wenn die Gewinnerzielungsabsicht eindeutig gegeben ist und die Reise nur dem Blogbericht dient. Wie immer gilt: Im Zweifelsfall berät Dich ein auf die digitale Welt spezialisierter Steuerberater am besten.

7 Dinge, die Du noch wissen solltest:

  • In der Bloggründungsphase bist Du mit der Kleinunternehmerregelung für Umsatzsteuer gut beraten.
  • Du kannst jeden Blogeintrag bei der Verwertungsgesellschaft Wort melden und so Deine Einnahmen aufstocken.
  • Ein ladefähiges Impressum auf Deinem Blog macht Dich erst zu einem vollwertigen Geschäftspartner oder einer vollwertigen Partnerin für Firmen.
  • Von Anfang an solltest Du alle Buchungen professionell erfassen und Deine Rechnungen mit einer auf gewerblichen Bedarf ausgelegten Buchhaltungslösung erstellen.
  • Links auf Deinem Blog sollten als „nofollow“ gekennzeichnet werden, da sie von Google sonst als Versuch gekauften Linkbuildings erkannt werden – dafür wird Dein Ranking abgestraft.
  • In Deutschland muss Werbung als solche eindeutig gekennzeichnet werden, sonst kann es sehr teuer werden.
  • Was für Dein Blog gilt, gilt auch auf allen Social-Media-Kanälen, die Du begleitend einrichtest.

Glaubwürdig schreiben, authentisch bleiben

Als Bloggerin oder Blogger oder generell als jemand, der sich Geld verdienen mit dem Blog als Ziel gesetzt hat, ist Deine Plattform Dein Kapital. Wenn Du zu viele Links raushaust, schadest Du Deinem Ranking. Wenn Firmen Dir Verlinkungen abkaufen können, auch. Wenn Du Bewertungen für schrottige oder kleinteilige Produkte gegen Warenproben ablieferst, kannst Du einerseits ein Problem mit dem Finanzamt bekommen, weil die Warenproben als Einnahmen gerechnet werden könnten. Andererseits verkaufst Du Dich und Dein Blog unter Wert und senkst damit die gute Wirkung Deiner restlichen Texte.

Produkttests sind harte Arbeit, Vergleiche und Berichte und das Erstellen von Gewinnspielen und Challenges ebenfalls. Es gibt keinen Grund, warum Du Dich mit Gratisartikeln dafür abspeisen lassen solltet – auch als Anfänger nicht. Damit Geld verdienen mit dem Blog langfristig Spaß macht, und nur dann ist es erfolgreich, darfst Du Dich nicht verbiegen und Themen übernehmen, die Du eigentlich doof findest.

Wie immer gilt: Networking is King & Queen. Schau Dich in der Szene rund um Dein Thema um, vernetz Dich mit anderen und lerne von ihren „Best Practice“ Blogeinträgen. Ein gutes Blog aufzubauen dauert Jahre, zwei bis drei mindestens. Aber es lohnt sich, denn damit bist Du interessant als Kooperations- und Netzwerkpartner oder -partnerin.

Du startest also am besten nebenberuflich und lernst schrittweise, wie Du Dein Blog aufbaust. Wir wünschen viel Erfolg und freuen uns über Deine Erfahrungsberichte und Tipps in den Comments!

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends und Online Navigation

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