Gründen mit 50+ heißt: Durchstarten in der zweiten Lebenshälfte

Gründen mit 50+ als Alternative zu Arbeitslosigkeit oder Jobfrust

Lesezeichen setzen

Lebenserfahrung und berufliche Praxis sind gute Grundlagen für die Existenzgründung. Das gilt auch für alle, die spät im Berufsleben noch einmal frisch durchstarten wollen. Gründen mit 50 oder älter, wenn andere schon am Vorruhestand herumplanen, hat meistens handfeste Auslöser: Rente oder Frührente kommen nicht in Frage, zum Beispiel aus finanziellen Gründen. Arbeitslosigkeit aber auch nicht. Manchmal nervt auch einfach nur der Brotjob so sehr, dass es endlich Zeit für den Absprung wird. Es will auch gar nicht jeder in Rente gehen. Vor allem Kreativberufler können sich oft gar nicht vorstellen, jemals mit dem Arbeiten aufzuhören.

Manche Berufe werden auch mit höherem Alter erst richtig erfolgreich. Existenzgründer müssen also nicht immer jung sein und auch ein Start-up kann man in jeder Lebensphase gründen. Das gilt ebenfalls für die Aufnahme einer nebenberuflichen Tätigkeit. Das reifere Alter ist überhaupt kein Hindernis, sondern im richtigen Business sogar ein Pluspunkt. Es gibt sogar Menschen, die sagen: Ab Fünfzig ist das beste Alter. Da man sich aber in der Regel nicht aussuchen kann, wie alt man ist 😉 solltest Du darauf nicht warten, wenn Du noch jünger bist und eine Gründungsidee hast. Vor allem aber solltest Du Dich nicht entmutigen lassen, wenn Du nicht mehr zu den Berufsanfängern zählst. Gründen ab 50 ist sinnvoll und möglich.

Gründen mit 50+, erfolgreich dank Lebens- und Berufserfahrung

Statt um den eigenen Job zu fürchten oder bei Bewerbungen nicht mehr in Frage zu kommen, ist Gründen mit 50+ tatsächlich die beste Alternative. Immer vorausgesetzt, Du hast ein Thema, für das Du brennst. Eine Geschäftsidee muss nicht nagelneu sein und ganz neu entwickelt werden. In allen anspruchsvollen Geschäftsfeldern werden Berater und Coaches gesucht, die ihre Erfahrungen einbringen können. Selbst wenn Du bisher nicht auf Berater-Level gearbeitet hast, so ist es doch einen Versuch wert und lässt sich gut skalieren. Statt gleich Entscheidungsträger in Konzernen mit Rat und Plänen zu unterstützen, kannst Du schließlich auch jenen Menschen weiterhelfen, die in einer anderen Konstellation Deine jüngeren Kollegen wären.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Freie Zeiteinteilung und niemand, nach dem Du Deine Entscheidungen ausrichten musst. Jahrelange Berufserfahrung bereitet Dich auf alle zwischenmenschlichen Stolperfallen vor und die mühsame Suche nach einer Anstellung im fortgeschrittenen Angestelltenalter entfällt. So lässt sich Arbeitslosigkeit vermeiden. Auch Familie und Beruf lassen sich besser vereinen.

Risiken und grundsätzliche Überlegungen zum Gründen mit 50 oder älter

Risiken hat das Gründen ab 50 natürlich auch. Wo ein ganz junges Start-up sich mit vielen Ideen eine blutige Nase holen und immer noch mal von vorn anfangen kann, müssen „Senior-Gründer“ sich überlegen, wie er oder sie ihre Ressourcen optimal einsetzen. Für mehrere Gründungsphasen von mehreren Jahren ist schlicht keine Zeit.

Ebenso kann es sein, dass Finanzinstitute sich weniger aufgeschlossen zeigen, Kredite mit längeren Laufzeiten zu vergeben. In dem Fall lohnt es sich, mit einem Steuerberater zu prüfen, welche Fördergelder vom Bund und Land Dir zustehen. Nicht zuletzt wird es immer Menschen geben, die ältere Personen für weniger flexibel halten. Dann liegt es ganz bei Dir, das Gegenteil zu beweisen.

Abgesichert für den Anfang: Der nebenberufliche Start in die neue Selbstständigkeit

Eine neue Geschäftsidee kannst Du immer auch mit einer nebenberuflichen Gründung testen. Als berufserfahrener Gründer hast Du viele Kontakte und damit Möglichkeiten, Partnerschaften einzugehen und die passenden Kunden zu finden. Das fachliche Know-How kann Dir niemand nehmen. Vielleicht gründest Du auch einfach mit anderen im Team und umgehst damit das Problem, als Einzelgründer mit Banken zu sprechen. Alleine bist Du jedenfalls nicht, denn immer mehr fitte und aktive Menschen überlegen sich, doch noch der eigene Chef zu werden.

Auch Communities und andere Informationsangebote richten sich an reifere Gründer. Ob Du Dich dort gut aufgehoben fühlst, kommt natürlich darauf an, ob das Alter für Dich überhaupt einen Unterschied macht. Genau genommen muss es das nämlich nicht.

Es kommt wie bei jeder Geschäftsidee vor allem auf den Unternehmer dahinter an. Ob Du vierzig, fünfzig oder sechzig bist, das ist nicht so wichtig. Ob Du über fachliche Kompetenz verfügst und an der Umsetzung Deiner Ziele arbeitest, schon.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

Beitrag kommentieren