Gründung & Work-Life-Balance

Gründung & Work-Life-Balance

Kaum eine Lebensphase ist spannender als die Gründung der eigenen beruflichen Existenz.

Dieser Schritt in eine enorme Verantwortung für das eigene Handeln ist so aufregend, dass man in den ersten Monaten an nichts anderes mehr denkt.

Erfolgreiche Gründer berichten häufig, dass sie in der Startphase noch vor Sonnenaufgang hellwach im Bett saßen und euphorische Pläne für den kommenden Tag wälzten.

Die Zeit rast nur so dahin: Ein Grund mehr, sie bewusst zu erleben

Tausend kleine und große Dinge wollen erledigt werden, damit das eigene Geschäftsmodell erfolgreich starten kann.

Eine Herausforderung nach der anderen türmt sich auf, die meisten spannend. Dazu kommen noch die Existenzängste einer neuen Zeit, in der man sich nur noch auf sich selbst verlassen kann, weil niemand mehr ein sicheres Gehalt auszahlt.

Kein Wunder also, dass Gründer immer unter Strom stehen und auch Arbeit an Abenden und Wochenenden lässt sich nur selten ganz vermeiden in der Gründungsphase.

Umso wichtiger ist es, die innere Balance zu finden und einen Weg zu erlernen, wie sich mit den häufigsten Stress-Fallen umgehen lässt.

Wellness ist ein wiederkehrender Termin

Zeit hat man immer nur, wenn man sie sich nimmt. In der Gründungsphase wird es selten so sein, dass man gegen Mittag feststellt „Ach, heute ist es ruhig, dann kann ich heute Abend zum Sport“.

Denn wenn es wirklich ruhig sein sollte, ist das erstens gar nicht unbedingt gut, weil noch Kunden fehlen – und zweitens warten in der Regel Dutzende von unerledigten organisatorischen Aufgaben.

Um Sport zu treiben, Bücher zu lesen, Freunde zu treffen, auf Networking-Events zu gehen oder bewusste „Quality Time“ mit der Familie zu verbringen, sollten Gründer auch diese Zeiten als bewusste Termine in ihren Kalender setzen.

Ebenso wie geschäftliche Verpflichtungen und Fristen, die es einzuhalten gilt. Sonst finden sie nämlich vermutlich nicht oder zu selten statt.

In der Regel macht man sich selbstständig, um ein besseres Leben zu führen. Das erfordert aber auch, dass man dies zulässt (und nicht selbst verhindert).

Termine mit Freunden sind verbindlich, Zusagen für gemeinsame Aktivitäten so wertvoll wie Geschäftstermine. Wellness und bewusstes Entspannen gehören ebenso in den Zeitplan wie Sport und clevere Planung, damit kein Bedürfnis untergeht.

Es ist außerdem empfehlenswert, auch bei wiederkehrenden organisatorischen Aufgaben nicht darauf zu warten, dass eine Lücke im Kalender gefüllt werden muss.

Rechnungen schreiben, Belege buchen, den Schreibtisch aufräumen:

Jeden Montag, jeden Freitag, jeden 15. oder jeden letzten Werktag des Monats dafür sorgen, dass auch die Routineaufgaben sich nicht zu Bergen auftürmen – das ist ebenfalls ein Stück Wellness.

Auf alles vorbereitet sein: Wachstum und Wandel

Gründer hören oft, dass es gar keine Fehlschläge gibt, sondern nur wertvolle Erfahrungen. Das ist zwar Blödsinn.

Denn es gibt Fehlschläge, es gibt Fehler, es gibt auch Herausforderungen, an denen man einfach nur scheitert.

Bei einigen ist die einzige Erfahrung tatsächlich, dass man sich die investierte Zeit hätte sparen können und es wäre fatal, dann weiter ganz viel Energie darauf zu verwenden.

Aber: Auch das Scheitern einer Idee ist normal und gehört nicht nur zum Lernprozess, sondern zum beruflichen Alltag eines Unternehmers.

In den ersten Jahren nach der Gründung ist tatsächlich jeder Fehler eine Möglichkeit, einen neuen Anlauf zu nehmen und es dabei viel besser zu machen.

Wichtig ist, dass man sich nicht entmutigen lässt. Denn es wird immer irgendetwas geben, das nicht auf Anhieb klappt oder sich gar nicht umsetzen lässt.

Wenn man erst einmal begriffen hat, dass es der Normalfall ist, sich mit Hindernissen auf dem Weg zum Erfolg auseinanderzusetzen, ziehen solche Probleme nicht mehr herunter.

Sondern motivieren dazu, kreativ zu werden und neue Ansätze zu finden.

Dazu gehört auch Wachstum, wenn nötig – oder eine Idee gehen zu lassen, wenn sie wider Erwarten nicht ankommt. In den seltensten Fällen hat jemand eine Gründungsidee, setzt diese um und fertig.

Der Normalfall ist ein holpriger Weg mit teuren und intensiven Lernprozessen bis hin zur Erkenntnis, wie man die eigenen Kunden am besten erreicht.

Wer das begriffen hat, geht mit Gelassenheit an Herausforderungen, tauscht sich mit Gleichgesinnten aus und gibt sich selbst die benötigte Zeit.

Gründer sollten sich außerdem mit Menschen und Meinungen umgeben, die ihnen Kraft und Rückhalt geben und verstehen, wie diese Phase sich anfühlt.

Wenn Familie und Freunde damit überfordert sind, finden sich andere Kontakte auf Networking-Events und in Business-Netzwerken.

Es ist wichtig, sich auszutauschen und nicht dauernd kritisiert zu werden – sondern bestärkt und unterstützt.

Der eine oder andere Reality-Check kann ebenfalls nicht schaden, um Überforderung zu vermeiden und die eigenen Pläne vernünftig zu dosieren.

Ohne überzogenen Erfolgsdruck mit ausreichend Unterstützung und Freizeit im Terminplan lässt sich Work-Life-Balance dann auch in den stressigsten Phasen der Existenzgründung halten.