Wo sind die guten Vorsätze? Bestandsaufnahme nach 4 Wochen

Bestandsaufnahme: Was machen die guten Vorsätze?

Das neue Jahr ist vier Wochen alt und schon haben die ersten der zu Silvester gefassten Vorsätze sich unauffällig aus dem Staub gemacht.

Nicht mehr rauchen, viel mehr bewegen, gesünder essen und dabei abnehmen und bewusst Stress abbauen: Von diesen und anderen Klassikern unter den Vorsätzen hat wohl jeder schon einmal den einen oder anderen gefasst.

Warum fällt es uns so schwer, diese Dinge umzusetzen, die doch eigentlich sehr wichtig für unser Wohlbefinden wären? Und wie kann man wieder starten, statt sich von der ersten Unlustphase gleich wieder entmutigen zu lassen? Muss man das überhaupt?

Die Dosis kann den entscheidenden Unterschied machen

Einige wenige Vorsätze im Leben lassen sich mit einem „Hauruck“ bewältigen, bei den meisten aber gelingt die Umsetzung nicht auf Knopfdruck oder in wenigen Tagen.

Wer die letzten 10 Jahre auf der Couch verbracht hat, wird nicht in vier Wochen muskulös und topfit für den nächsten Marathon werden.

Wer noch nie selbst gekocht hat, steigt nur selten innerhalb einiger Tage in die selbstbestimmte vegetarische Ernährung ein, so dass alles auf Anhieb klappt.

Wir wollen meist alles – und wir wollen es sofort. Wir setzen unsere Ziele zu hoch und erwarten ein großes tägliches Pensum von uns selbst, obwohl wir gar nicht an den anderen Lifestyle gewöhnt sind.

Damit überfordern wir uns selbst. Wenn es dann nicht klappt, stirbt der gute Vorsatz schnell und unauffällig … aber der Wunsch nach einer verbesserten Situation bleibt.

Einfach noch mal anfangen, ohne ehrgeizige Zeitpläne und übertriebene Erwartungshaltungen kann helfen. Realistische Ziele lassen sich viel leichter definieren, wenn man mit zu groß gefassten auf die Nase gefallen ist.

Und vielleicht klappt auch alles in ein paar Wochen viel besser. Wenn der Frühling lockt, die Frischluft nicht mehr feuchtkalt ist und man sich nicht mehr in dicke Kleidungsschichten hüllen muss.

Warum nicht mal gute Vorsätze zum Monats- oder Quartalsanfang?

Der Jahresanfang mit seinem trüben Wetter, dem Stress aus dem Dezember und den vielen Erkältungskrankheiten ist vielleicht auch gar nicht der beste, sondern der schlechteste Monat, um gute Vorsätze zu fassen.

Ein neues Jahr bringt ein schön rundes Datum und eine gewisse Symbolik mit, das ist aber auch schon alles – der Rest ist eher nachteilig, angefangen vom Stresslevel bis zum Wetter.

Wer ein rundes Datum mag und gerne nach einer festgelegten Zeit die eigenen Ergebnisse prüft, kann aber auch pragmatisch auf den nächsten Monatsersten oder Quartalsanfang zurückgreifen.

Die Chancen stehen wahrscheinlich besser als direkt nach der Silvester- und Feiertagsvöllerei.

Wenn das Pensum dann noch realistisch gewählt wird, bleibt der Spaß an einem veränderten Lifestyle länger erhalten – neue Gewohnheiten brauchen bekanntlich auch immer eine Zeit, bis sie sich in unserem Leben fest etabliert haben.

Vielleicht geht es ohne festen Vorsatz sogar besser

Neue Gewohnheiten müssen auch gar nicht immer in der Form eines festen Vorsatzes auftreten.

Wenn wir die Dinge ausprobieren, die wir für wohltuend und gesund halten, brauchen wir nicht von Anfang an einen Zeitplan, ein festgelegtes Pensum und zu erreichende Ziele.

Zum Beispiel der klassische Vorsatz, mehr Bewegung zu bekommen:

Oft reicht es, einfach mal spazieren zu gehen, sobald sich die Gelegenheit ergibt – statt sich gleich die Sportstunden der nächsten Wochen detailliert in den Kalender zu schreiben.

Vorsätze können schließlich auch hemmen, weil sie gleich so große Erwartungshaltungen an uns selbst mitbringen.

Wer sie aus lauter Gewohnheit jährlich fasst und dann doch nicht durchhält, sollte vielleicht einfach überlegen, ob sich die gewünschten Ergebnisse nicht besser erzielen lassen, wenn man sie nicht in das Format „Vorsatz“ presst ….

…. sondern einfach anfängt, wann immer es sich ergibt.

28.01.2015