Informationspflichten von Unternehmen: Was Selbständige wissen sollten

Informationspflichten von Unternehmen: Was Selbstständige wissen sollten

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Als Gründer*in freust Du Dich über erste Aufträge und schwungvoll loszulegen ist Deine erste Priorität. Doch abgesehen von Rechtsform und steuerlichen Notwendigkeiten musst Du Dich auch an den Informationspflichten von Unternehmen orientieren, wenn Du Dienstleistungen erbringst. Was das bedeutet, erläutern wir in diesem Artikel.

Verfügbarkeit der Infos zu garantieren, gehört zu den Informationspflichten von Unternehmen

Die im folgenden gelisteten Pflichtangaben musst Du Deinem Auftraggeber entweder ohne Aufforderung mitteilen oder unkompliziert zugänglich machen, auf Nachfrage auch elektronisch zusenden oder in alle von dem Dienstleistungsempfänger zur Verfügung gestellten ausführlichen Informationsunterlagen über die angebotene Dienstleistung aufnehmen.

Zusammengefasst: Die Pflichtangaben für Unternehmer sind genau das, was der Name schon sagt. Angaben nämlich, die Dein Kunde erwarten darf und immer bereitgestellt bekommt.

Dazu gehören standardmäßig:

  • Dein Familien- und Vorname, bei rechtsfähigen Personengesellschaften und juristischen Personen die Firma unter Angabe der Rechtsform
  • Deine Adresse bzw. die Deiner Niederlassung oder eine andere ladungsfähige Anschrift
  • Angaben, die es dem Dienstleistungsempfänger ermöglichen, schnell und unmittelbar mit Dir in Kontakt zu treten, insbesondere eine Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse
  • Falls vorhanden, die UstId oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nach § 27a des Umsatzsteuergesetzes
  • Deine eventuell vorhandenen Einträge in Handelsregister, Vereinsregister, Partnerschaftsregister oder Genossenschaftsregister unter Angabe des Registergerichts und der Registernummer
  • Wenn Du eine erlaubnispflichtige Tätigkeit ausübst, auch noch Name und Anschrift der zuständigen Behörde oder der einheitlichen Stelle von der die Erlaubnis stammt

Bis hierhin passt noch alles wunderbar in das Design eines geschäftlichen Briefbogens – eine gute Möglichkeit, die Auflagen zu erfüllen und ein weiterer Grund, Geschäftsunterlagen professionell erstellen zu lassen.

Für eventuell nötige, noch viel detailliertere Angaben kannst Du ein Info-Blatt ergänzen oder die Informationen (je nach Umfang) in Deine Mail-Signatur aufnehmen. Das wird inhaltlich aber nicht immer passen. Falls zum Beispiel eine Berufshaftpflichtversicherung besteht, machst Du auch Angaben zu dieser, insbesondere den Namen und die Anschrift des Versicherers und den räumlichen Geltungsbereich. So eine Info kannst Du als Zusatz Deinem Angebot anhängen und im Anschreiben darauf hinweisen, dass Du noch die Pflichtangaben ergänzt hast.

Ebenfalls zu den eventuell zu machenden Pflichtangaben von Unternehmen gehört die gesetzliche Berufsbezeichnung, falls die Dienstleistung in Ausübung eines reglementierten Berufs im Sinne von Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe a der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl. L 255 vom 30.9.2005, S. 22) erbracht wird. Dazu gehört dann auch die Angabe des Staates, in dem sie verliehen wurde und, falls Du einer Kammer, einem Berufsverband oder einer ähnlichen Einrichtung angehörst, deren oder dessen Name.

Außerdem musst Du Deine AGB mitliefern, wenn Du welche verwendest, statt auf die gesetzlichen Standardregelungen für Werkverträge zu setzen und von Dir verwendete Vertragsklauseln über das auf den Vertrag anwendbare Recht oder über den Gerichtsstand mitteilen. Auch Garantieversprechen über die gesetzlichen Gewährleistungsrechte hinaus und andere eventuell von der Norm abweichende wesentliche Merkmale Deiner Dienstleistung gehören in diese Informationen. Wenn Du also in Deinem unternehmerischen Alltag Dinge ganz anders regelst, als Deine Kunden es vermutlich kennen und erwarten, führst Du auch diese der Vollständigkeit halber und zur Erfüllung dieser Anforderungen mit auf.

Zum Glück wird ein Großteil dieser Anforderungen durch ein für geschäftliche Zwecke konzipiertes Briefpapier abgedeckt und Du musst dann nicht mehr darüber nachdenken.

Beim Zusammen- und Bereitstellen der restlichen Infos denk‘ einfach daran, dass auch Du von diesen Auflagen profitierst: Wann immer Du diese Angaben über einen anderen Unternehmer oder eine Firma benötigst, kannst auch Du mühelos darauf zugreifen. Wer sie nicht macht, verdient einen zweiten, prüfenden Blick: Ist diese Kundin, ist dieser potenzielle Geschäftspartner überhaupt seriös?

Über den Autor
Carola Heine
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