Internet of Things und der Einsatz im Büro

Eine sich rasant entwickelnde Technologie

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Das Internet of Things (IoT) ist eine sich rasant entwickelnde Technologie, welche alle Bereiche unseres Lebens beeinflussen und die Funktionalität sowie den Komfort unserer Arbeit erhöhen wird. Gleichzeitig wächst der Markt: Bis 2020 prognostiziert das Marktforschungsinstitut Gartner weltweit 25 Milliarden vernetzte Geräte – Smartphones, Tablets und Computer sind dabei nicht eingerechnet.

Was ist Internet of Things?

IoT – Internet der Dinge auf Deutsch – beschreibt das Vernetzen von alltäglichen Gegenständen mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz die es ihnen ermöglicht, eigenständig untereinander und mit dem Nutzer zu kommunizieren und dadurch bestimmte Ereignisse automatisch auszulösen. Eine aktive Auseinandersetzung ist nicht mehr notwendig. Voraussetzung dafür ist, dass die Geräte mit dem Internet verbunden sein müssen.

Momentaner Stand – Der Einsatz Zuhause

Bisher wird die Technologie hauptsächlich im Bereich der Smart Homes und Smart Cities eingesetzt. Smart Homes steht hierbei in erster Linie für die Automatisierung von Alltagsaufgaben. Haushaltsgeräte können beispielsweise durch Sensoren und Algorithmen lernen, ihre Funktionen an die Lebensgewohnheiten der Menschen anzupassen und sich selbst auf ein Zeitfenster festlegen, in denen ihre Tätigkeit niemanden stört. So wird Energie gespart und die Sicherheit sowie der Komfort werden erhöht.

Zukunft im Büro

Beim Einsatz intelligenter, vernetzter Geräte im Büro gibt es viele Parallelen zu den Anwendungen zu Hause. In einem normalen Bürogebäude gehen ca. 15 bis 20 Prozent des Energieverbrauchs zurück auf Heizung, Licht und Klimaanlage. Ein intelligentes Energie-Management-System erkennt daher beispielsweise, wenn ein Büro unbenutzt ist und fährt diese Geräte runter. Auch der Aufwand von Sicherheitspersonal kann durch intelligente Alarm-Anlagen gesenkt werden. Diese erkennen verdächtige nächtliche Anomalien und Bewegungen automatisch und schlagen dann entsprechend Alarm.
Darüber hinaus kann beispielsweise der Drucker durch eingesetzte Sensoren nicht nur von selbst erkennen, wann sich der Patronenstand in einem kritischen Bereich befindet, sondern gleich automatisch neue Patronen nachbestellen. Auch der vernetzte Bürostuhl passt sich, nach der Eingabe bestimmter Körpermerkmale (z.B. Körpergröße), automatisch den ergonomischen Richtlinien für die jeweilige Person an.

Komfortfunktionen

Zudem wird es weitere nützliche Funktion für den Berufsalltag geben, die unsere Effizienz beim Arbeiten verbessern. So werden beim Betreten des Büros die Computer morgens automatisch hochgefahren und abends wieder heruntergefahren. Bei der spontanen Planung von Besprechungen kann in Echtzeit ermittelt werden, welcher Konferenzraum tatsächlich belegt ist und welcher nicht. Gleichzeitig wählen die automatisierten Telefonanlagen alle Konferenzteilnehmer selbst an und holen diese in den Call wenn der Termin ansteht, während der Beamer sich zu Präsentationsbeginn von selbst aktiviert. Hinzu kommt natürlich noch, dass sämtliche Geräte mit Sensoren und Aktoren ausgestattet sind, ganz nach Predictive Maintenance, selbständig beurteilen, wann sie gewartet werden müssen, Ersatzteile brauchen oder Materialien nachgefüllt werden müssen. IoT wird es Mitarbeitern ermöglichen ihren Arbeitsplatz individueller und flexibler zu gestalten und durch die Automatisierung Zeit zu sparen und demnach auch an Produktivität zu gewinnen.

Negative Aspekte des IoT

Ein generelles Problem des IoT ist, dass Verwaltung und Sicherheit nur dann zufriedenstellend gelöst werden können, wenn gewisse Standards festgelegt sind. Dies ist zurzeit leider noch nicht der Fall. Unter anderem können Geräte von unterschiedlichen Herstellern nicht immer problemlos miteinander kommunizieren. Das führt zu einer gewissen Abhängigkeit von einem Produkt. Gleichzeitig ist die Sicherheit der Geräte meist noch völlig unzureichend. Oft können diese ohne größere Aufwände von Hackern übernommen werden – gerade beim breit angelegten Einsatz und einer tiefen Vernetzung der gesamten Abläufe eine Horrorvorstellung für ein Unternehmen. Die Verwaltung und der Betrieb sind zudem zeitaufwendig und dürfen nicht unterschätzt werden. So muss beispielsweise regelmäßig sichergestellt werden, dass jegliche Software up-to-date ist. Hinzu kommen die hohen Anschaffungskosten.

Fazit

Langfristig wird Internet of Things Einzug in jedes Büro finden, die wirtschaftlichen Vorteile von Effizienzsteigerung und langfristiger Kostenersparnis werden überwiegen. Aufgrund der oben genannten Probleme im Bereich Sicherheit und Standardisierung ist die Technologie noch nicht voll ausgereift und daher nicht einsatzfähig für die Seriennutzung. Doch wir können optimistisch sein, dass diese Schwierigkeiten gelöst werden.

 

Autor Thomas Müller - SOLCOM GmbH

Gast-Autor: Thomas Müller

Geschäftsführer SOLCOM GmbH
Thomas Müller ist Geschäftsführer der SOLCOM GmbH, einem der führenden branchenübergreifenden Technologiedienstleistern in den Bereichen Softwareentwicklung, IT und Engineering. Aus dieser Erfahrung heraus schreibt Thomas Müller über den Projektmarkt und die Trends bei IT und- Engineering-Projekten.
 
  • Foto: © Eugenio Marongiu - stock.adobe.com
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