Internetpräsenz für Fotografen

Internetpräsenz für Fotografen: Aktuell, „mobile“ und „social“

Social Apps und visuell ausgerichtete Netzwerke sind überall. Wird eine eigene Website heute überhaupt noch benötigt, um Fotografie-Dienstleistungen zu verkaufen?

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Business Pages auf LinkedIn, Business Timelines auf XING und Facebook Fanpages, Galerien auf Twitter und Slideshows bei Instagram: Wer die eigenen Werke online präsentieren will, braucht dank der vielen Apps eigentlich gar keine eigene Website mehr – oder doch?

Tatsächlich ist es genau andersherum: Wer von Fotografie leben möchte, braucht die sozialen Netzwerke noch zusätzlich. Auf eine Internetpräsent für Fotografen zu verzichten würde bedeuten, auf zuverlässige Auffindbarkeit zu verzichten und dieses wertvolle ‚Schaufenster‘ für die eigene Arbeit nicht zu nutzen.

Das können sich Fotograf*innen nicht mehr leisten, denn es gibt nur eine Anwendung, die ausnahmslos alle nutzen: Im Idealfall solltest Du mit Google über die Kombination der Suchbegriffe „Fotograf im Ort XYZ“ gefunden werden – zumindest solltest Du aber zu Deinem eigenen Namen oder dem Deines Studios auffindbar sein. Das funktioniert zuverlässig mit einer eigenen Website.

Übrigens auch dann, wenn suchende Personen von Facebook oder Instagram herüberschwappen, weil sie ein bestimmtes Motiv noch einmal begutachten möchten und dann feststellen, dass eine Social Networking Plattform bei weitem nicht so gut durchsuchbar ist wie ein Blog oder ein Portfolio auf einer Website.

Das leistet eine moderne Internetpräsenz für Fotografen

Jederzeit auffindbar zu sein und ein Portfolio in Form einer Online-Galerie zu führen ist der größte Vorteil für Berufsfotograf*innen: Potenzielle Kundschaft kann rund um die Uhr in aller Ruhe stöbern. Durch eine strategische Auswahl der Fotos lässt sich steuern, welche Menschen, die sich für bestimmte Aufnahmen interessieren, dann auch Appetit auf eine eigene Session bekommen. Der Mensch hinter dem Fotogeschäft kann sich zeigen und durch eine persönliche About-Seite greifbarer werden, authentisch wirken und zur Kontaktaufnahme verlocken.

Aber eine Internetpräsenz für Fotografen bietet nicht nur die Chance, Alleinstellungsmerkmale auf diesem heiß umkämpften Markt herauszustreichen und regional gut gefunden zu werden. Hier lässt sich ohne Druckkosten eine Referenzmappe ablegen, die mühelos aktualisiert werden kann – zwar sollte jede professionell fotografierende Person immer Visitenkarten mit sich tragen, aber das aufwändige Drucken von Flyern und Prospekten mit Referenzen entfällt dank Website.

Die Do’s und Dont’s für einen erfolgreichen Auftritt online

Zahlreiche Website-Baukastensysteme werben damit, dass sie als Internetpräsenz für Fotografen geeignet sind: Zur eigenen Website in nur 10 Klicks. Zwar kannst Du damit tatsächlich sehr schnell eine Seite zusammenkloppen, aber die Optimierungsmöglichkeiten lassen meist sehr zu wünschen übrig. Besonders schwierig ist es häufig, mit einem Fertigbaukasten am wichtigen Rankingfaktor Ladezeiten zu schrauben.

Statt einer Baukasten-Website unter der Adresse des Anbieters also lieber:

  1. Eine eigene Domain, das wirkt seriöser und bietet mehr Möglichkeiten
  2. Darauf eine Portfolio-Installation beispielsweise mit WordPress und einem auf Fotografie zugeschnittenen Template
  3. Eine Galerie mit Referenzen für Auftragsthemen, bei denen Du Dir mehr Buchungen wünschst, im Idealfall mit positiven Kundenstimmen
  4. Ein Porträt mit Hintergrundinformationen zu Deiner Person
  5. Kontaktmöglichkeiten per Mail, Kontaktformular und Telefon/Smartphone

Passend zum Domain-Namen solltest Du dann auf allen größeren Social Media Netzwerken den zu Deinem Business gehörenden Namen reservieren. Sogar wenn Du ihn selbst nicht nutzen oder nicht ständig befüllen willst, kann Dir dann niemand mehr dazwischenfunken.

Persönliche Empfehlungen sind der größte Erfolgsfaktor

Du bist überall vertreten und hast Dein Logo hochgeladen, damit begonnen, Dich zu vernetzen? Dann geht es jetzt weiter: Du solltest Dich in Deiner Regio bewegen, auf Barcamps und Workshops und Networking-Treffen gehen, Dein Netzwerk strategisch und freundschaftlich erweitern und die hinzugewonnenen Kontakte dann auch ebenso strategisch auf den Social Media Plattformen hinzufügen.

Früher oder später braucht jede*r mal fotografische Dienstleistungen. Dann ist es von großem Vorteil, dass Du Deine Kanäle regelmäßig mit Referenzen und Aktionen befüllt hast, denn nun bist Du die Person, die den anderen sofort einfällt.

Während Apps wie Pinterest, Instagram, Facebook und Co komplett auf das Mobile Web ausgerichtet sind und mühelos mit dem Smartphone besurft werden können, bist bei Deiner eigenen Seite vor allem Du dafür verantwortlich, ob sie smartphone-tauglich ist.

Mobil heißt: Auch bei nicht so optimalen Sichtverhältnissen

Wenn jemand auf Dich aufmerksam wird, muss es möglich sein, Dich überall sofort zu finden und sich dann auch alles komfortabel anzuschauen. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen auf einem älteren Handy in Eile – da liegt die Latte fürs Social Mobile Web. Ausgiebiges Testen mit unterschiedlichen Geräten ist Pflicht.

Denn moderne Berufsfotografierende brauchen in diesen digitalen Zeiten ihre Internetpräsenz dringender als je zuvor: Diese besteht aus viel mehr als einer Portfolio-Homepage, nämlich aus einem Mix von Website mit Blog, Social Media Kanälen und erfolgreichem Networking.

  • Foto: © georgejmclittle – stock.adobe.com
Über den Autor
Carola Heine
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