3 klassische Irrtümer in der Gründungsphase

Drei klassische Irrtümer, denen Gründer aufsitzen

Nur mit der richtigen Einstellung gehst Du als Existenzgründer auf Erfolgskurs, das bezweifelt wohl niemand.

Die Bereitschaft, vollen Einsatz zu geben und Prioritäten zugunsten des geschäftlichen Durchbruchs zu setzen, ist wichtig – aber nicht die einzige Einstellung, die zum Tagesgeschäft passen muss.

Manchmal wirst Du einfach von falschen Annahmen gesteuert und ohne einen Stups von außen fällt es Dir gar nicht auf.

Denn es gibt ein paar Irrtümer, die in Gründungsphasen von Startups und Einzelunternehmen so häufig auftreten, dass wir alle sie schon fast normal finden.

Trotzdem können sie sehr hinderlich sein. Deswegen haben wir uns drei klassische Stellen Treibsand für Gründer einmal herausgegriffen.

1. Irrtum Default-Modus: „Ich bin der Chef. Was mir gefällt, ist toll“

Natürlich ist es wichtig, dass Du von Deiner Geschäftsidee völlig überzeugt bist und zu ihr stehst. Selbstverständlich hast Du das Sagen in Deinem Business.

Trotzdem solltest Du Deine Wünsche und Annahmen nicht mit der Realität verwechseln.

Bevor Du viel Geld in Marketing und Produktion steckst, musst Du Deine Geschäftsidee nämlich unbedingt prüfen:

Durch Zielgruppenbefragung, Marktanalyse und Praxistests findest Du heraus, ob es sich lohnt, alles auf diese eine Karte zu setzen, die Dein Business ausmachen wird.

Was im Großen für diese erste Geschäftsidee gilt, zieht sich aber durch Dein ganzes Business.

Du findest einen Scherz für Deine Anzeigen gut? Bevor Du dafür Geld ausgibst, prüfe zunächst, ob auch andere darüber lachen können.

Slogan, Logo, Wortspiele, Bildsprache … all diese Dinge sollten nicht nur Dir gefallen, sondern auch Deiner Zielgruppe.

Viele Gründer befragen in solchen Fällen jeweils ihr Umfeld und holen sich Meinungen. Aber Freunde, Verwandte und Bekannte sind keine guten Ratgeber.

Nicht nur, weil sie sich nicht so gut auskennen wie Du oder weil es nicht ihr Geld ist, sondern Deins, das am Ende ausgegeben wird für eine Kampagne.

Sondern weil sie nicht die echte Zielgruppe sind. Nicht mal, wenn sie Dein Produkt benutzen.

Sie werden Dir Mut machen wollen, sie mögen Dich und werden Dir deswegen auch zustimmen, wenn Du Dich gerade in eine dumme Idee verrennst.

Statt kritiklos in Deine eigenen Einfälle verliebt zu sein, solltest Du eine langfristige Bindung nur mit Ideen eingehen, die einem professionellen Reality Check standgehalten haben.

2. Irrtum: Erfolg bedeutet Perfektion und umgekehrt

Wenn Du für Dein entstehendes Business vollen Einsatz gibst, dann ist es sehr verständlich, dass Du am liebsten alles auch perfekt hättest.

Tatsächlich aber ist Perfektion im Gründungsalltag eher unwahrscheinlich.

Ein Geschäft aufzubauen, eine Geschäftsidee oder ein Startup zu vermarkten – das sind in erster Linie Lernprozesse.

Lernprozesse wiederum sind Holpern, Stolpern, Tanzen, Treppensteigen, Rennen, Hinfallen und wieder Aufstehen in einem, nicht aber perfekte Abläufe mit unfehlbaren Ergebnissen.

Sobald Du Dir als Ziel setzt, alles 100%ig perfekt zu machen, wirst Du immer von dem Gefühl begleitet werden, dass noch etwas fehlt.

Wenn Du Pech hast, siehst Du sogar am Ende nur das, was Du leider immer noch nicht für Dich erreicht hast.

Statt es zu genießen, bis zu welchem Punkt Du es schon geschafft hast und zu sehen, wie viel Du schon gelernt hast. Wie gut es läuft, weil Du Dich entwickelt hast.

Auch wenn noch nicht alles perfekt ist. Und es nie sein wird.

3. Irrtum: Erfolg oder Misserfolg sind unvermeidbar

Manche Existenzgründer denken, dass im Grunde schon vorher feststeht, ob sie Erfolg oder Misserfolg haben werden – sie müssen quasi den Weg nur weitergehen, um es am Ende herauszufinden.

Das ist Blödsinn. Niemand außer Dir selbst bestimmt über Erfolg und Misserfolg. Es gibt kein „Schicksal“, das Dir irgendwie ein Scheitern zuteilt.

Alles ist immer im Fluss.

Solltest Du scheitern, hast Du jederzeit die Möglichkeit, Dein Verhalten und Dein Geschäftsmodell abzuändern, den Anforderungen anzupassen, Erfahrungen einfließen zu lassen und weiter durchzustarten. Beim zweiten Anlauf dann erfolgreicher.

Wann etwas zu Ende ist, bestimmst nur Du.

…. und noch ein Tipp zum Schluss

Als Gründer bekommst Du Feedback von vielen. Oft ist das wertvoller Input, oft ist es das aber auch gar nicht.

Nimm Dir Feedback und positiven Auftrieb mit, aber lass Dich von Neidern und Gezänk nicht herunterziehen.

Das wäre verschwendete Zeit. Was die Meinungen der anderen angeht … Als Faustregel solltest Du Dir merken:

Wenn man Schlechtes über Dich sagt, ist es vermutlich übertrieben. Wenn man Gutes sagt, aber auch.

Am besten schaust Du in erster Linie auf Deinen eigenen Weg und nicht darauf, was andere darüber zu kommentieren haben.

  1. Maria | 28.10.2015 | 17:27

    Ein Juwel, dieser Beitrag! Wie selten werden auch unbequemere Dinge so wahr und ohne jede Überheblichkeit, erhobene Zeigefinger oder gar drohende Untertöne ausgeprochen! Danke dafür!!!

    Maria, die sich in einer aus vielen Gründen sehr langen Gründungsphase befindet. Und mittlerweile genau weiss, dass jeder der drei Punkte absolut wahr ist.

  2. Carola @lexoffice | 29.10.2015 | 09:06

    Vielen Dank für das nette Feedback!