Steuertipps und Finanznews: Gesetzesänderungen zum Jahresende 2017

Gesetzesänderungen zum Jahresende 2017

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Zum Jahresende 2017 treten gleich mehrere Gesetzesänderungen in Kraft. Über die höhere Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GwG) haben wir im Blog bereits berichtet: Von 410 auf 800 Euro ohne Mehrwertsteuer angehoben, entlastet diese Änderung für Sofortabschreibungen Deine bürokratischen Abläufe, weil zukünftig viel mehr Anschaffungen auf einen Schlag abgesetzt werden können.

Jahresende 2017: Stan­dar­di­sier­te Ein­nah­men­über­schuss­rech­nung (An­la­ge EÜR) für alle

Ab dem Veranlagungszeitraum 2017 sind außerdem grundsätzlich alle Steuerpflichtigen, die ihren Gewinn durch Einnahmenüberschussrechnung ermitteln, zur Übermittlung der standardisierten Anlage EÜR nach amtlich vorgeschriebenem Datensatz durch Datenfernübertragung verpflichtet. Die bisherige Regelung, nach der bei Betriebseinnahmen von weniger als 17.500 Euro die Abgabe einer formlosen Einnahmenüberschussrechnung als ausreichend angesehen worden ist, läuft damit aus.

Bisher konntest Du als Kleinunternehmer im Sinne des § 19 UStG mit weniger als 17.500 € Umsatz im Jahr eine so genannte formlose Gewinnermittlung beim Finanzamt einreichen, um Einkünfte aus dieser gewerblichen Tätigkeit anzugeben – einfach als Anhang mit der Einkommensteuer und ohne formelle Anforderungen: Die Summe der Einnahmen und Ausgaben reichte aus. Diese einfache Regelung gilt nur noch für Geschäftsjahre, die vor dem 1.1.2017 beginnen.

Alles in allem und mit allen Anforderungen bedeutet das für Kleinunternehmer, dass sie deutlich höhere Anforderungen an die Aufzeichnung ihrer Kosten und Einkünfte erfüllen müssen. Spätestens jetzt ist also der Moment gekommen, eine professionelle Buchhaltungslösung zu nutzen, um die Anforderungen komfortabel zu erfüllen und dabei die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoBD) einzuhalten.

Krankenkassenbeiträge: Neue Berechnung für freiwillig Versicherte

Ab 2018 werden Krankenkassenbeiträge nur noch vorläufig festgesetzt und später anhand des Steuerbescheids endgültig berechnet – das kann zu erheblichen Nachzahlungen führen. Bisher wurde stets der letzte Einkommensteuerbescheid für die Berechnung des Beitrags zugrunde gelegt, bis ein neuer Bescheid vorlag. Zukünftig zahlen Selbständige einen Abschlag, ähnlich wie bei einer Steuervorauszahlung. Der tatsächliche Beitrag wird dann anhand des Einkommensteuerbescheides des jeweiligen Jahres unter Verrechnung der gezahlten Vorauszahlungen abgerechnet. Wird der Einkommensteuerbescheid künftig nicht innerhalb von drei Jahren unaufgefordert bei der Krankenkasse eingereicht, wird automatisch der Höchstbeitrag festgesetzt.

Damit fällt die Möglichkeit weg, durch besonders zeitiges oder spätes Einreichen einer Steuererklärung die Beiträge möglichst niedrig zu halten. Die Höhe der Abschläge richtet sich zwar wie bisher nach dem zuletzt eingereichten Einkommensteuerbescheid, es handelt sich dann aber um einen vorläufigen Bescheid.

Bisher konnte die Krankenkasse nur bei verspäteter Einreichung des Steuerbescheides die zu niedrigen Beiträge für die Zeit seit Ausstellung des Bescheides rückwirkend nachfordern. Auch eine Erstattung bei negativer Einkommensentwicklung war bisher nicht möglich. Unterm Strich ist eine genaue Abrechnung ohne Option auf „Beitragsoptimierung“ gerechter, da sie auf die tatsächlich erzielten Einkünfte des Kalenderjahres abstellt. Ärgerlich ist sie für Existenzgründer, bei denen ein fiktives Mindesteinkommen angenommen wird.

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Carola Heine
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  1. Marcus Wolschon | 13.12.2017 | 14:26

    Wie kommt ihr darauf das eine „professionelle Buchhaltungslösung“ auf ein Mal zwingende Voraussetzung ist um die das Formular EÜR auszufühllen? Das sind für solche Leute die gleichen paar Zahlen nur in der einem anderen Vordruck.

    1. Carola Heine @lexoffice | 14.12.2017 | 10:55

      Hallo Markus, wir schreiben ja nicht, dass es eine zwingende Voraussetzung ist, sondern empfehlen eine professionelle Lösung, insbesondere für den Komfort bei der Einhaltung der GoBD.

      Viele Grüße
      Carola @lexoffice

  2. George Rauscher | 09.01.2018 | 16:32

    Vielen Dank für die Infos und die wirklich einwandfreie Buchhaltungslösung.

    George A. Rauscher