Körpersprache: "Sieh mir in die Augen, Kleines"

"Sieh mir in die Augen, Kleines" - Körpersprache und wie sie sein sollte

Alles ist einfach im Internet: Ob Du im Bademantel vor dem Rechner sitzt oder mit dem Tablet auf dem Sitzsack liegst, sieht keiner und es interessiert auch niemanden.

Aber spätestens wenn Du aktives Networking betreiben willst, die ersten Kunden triffst oder an Veranstaltungen teilnimmst, solltest Du Dich aufraffen und nicht nur die Garderobe, sondern auch Deine Körpersprach auf Vordermann bringen.

Oder auf Vorderfrau.

Denn es liegen Welten zwischen Deiner mehr oder weniger wortgewaltigen Präsenz im Internet, entspannt vor dem Monitor in den eigenen Räumlichkeiten – und dem Moment, in dem Du anderen gegenübertrittst.

Reality Check: Körpersprache auf dem Prüfstand

Wir sind alle so viel und oft virtuell unterwegs, dass die ersten Live-Treffen mit Online-Kontakten bewusstes Umdenken erfordern: Welche Körpersprache und Haltung solltet Ihr dringend vermeiden? Welche wirken sich in der Regel positiv aus?

„Rücken gerade, Kopf hoch“ lautet seit jeher die elterliche Fürsorge-Anweisung, wenn Kinder und Jugendliche sichtlich durchhängen.

Auch bei Erwachsenen wirkt es sich negativ aus, wenn sie nicht über ausreichend sichtbare Körperspannung verfügen: Wer entspannt abhängt, wirkt nämlich in der Regel nicht lässig.

Sondern desinteressiert. Schlimmstenfalls ungepflegt, manchmal sogar renitent. Drei Eigenschaften, die man sich für einen ersten Eindruck eher selten wünscht.

Aber auch das Gegenteil ist keine gute Idee.

Rastloses Umherwandern von Fenster zur Tür, ständiges Aufstehen und wieder Setzen und vor allem das Herumzippeln an Gegenständen oder Körperteilen ist nicht nur unhöflich.

Es nervt jedes Gegenüber, wenn jede Kommunikation durch Gezappel oder Herumgefummel an Fingernägeln, Stiften oder Visitenkarten durchsetzt ist.

Nicht nur die Konzentration aller Anwesenden wird dadurch gestört, es ist auch sehr respektlos, wenn man sich nicht zusammennehmen und auf die Person gegenüber konzentrieren kann.

Empfehlungen für den Dialog im „öffentlichen“ Raum

Das gilt übrigens auch für das Lieblings-Accessoire der aktuellen Generation: Wenn Du es auch in Gesellschaft nicht aushältst, ohne alle 30 Sekunden in Dein Smartphone zu gucken, hast Du nicht nur ein Sucht-, sondern auch bald auch ein Image-Problem.

„Aber ich schau doch nur auf die Uhr“ wirst Du nun vielleicht sagen und es beinahe selbst glauben.

Das ist im Grunde aber sogar noch schlimmer, denn gibt es etwas Unhöflicheres als Menschen, die das Ende einer gemeinsamen Veranstaltung kaum abwarten können?

Wenn Du jetzt die Stirn gerunzelt hast, gehört das vielleicht bei Dir zum Nachdenken dazu – so machen es viele Leute, sie gucken erst mal skeptisch, wenn sie eine Info sacken lassen.

Bedenke aber, dass eine gekräuselte Stirn auf Deinen Gesprächspartner so wirkt, als hättest Du grundsätzlich ein Problem mit seiner Ansage.

Natürlich darfst Du jederzeit einem Argument auch kritisch gegenüberstehen.

Aber so lange es gar nicht so ist und Du im Grunde offen bist und „nur“ nachdenkst, sollte auch Dein Gesichtsausdruck nach Möglichkeit aufgeschlossen und „entstresst“ aussehen.

Falsche Signale, wenn Du es ganz anders meinst

Eine weitere häufig genutzte Möglichkeit, völlig falsche Signale auszusenden, sind vor dem Körper verschränkte Arme.

Viele Menschen bauen sich in fremden Umgebungen erst mal hinter einer Barriere aus Ellbogen und Unterarmen auf, weil sie sich unsicher sind, wohin die Hände gerade sollten – und um nervöses Gefiddel zu vermeiden.

Diese Körperhaltung wirkt allerdings wie die personifizierte Abwehr: „Komm mir nicht zu nah!“, was sicherlich in den meisten Situationen nicht der gewünschte Effekt sein dürfte.

Das andere Extrem – nämlich Leuten zu dicht auf die Pelle zu rücken – ist aber auch nicht das Wahre, denn jeder Mensch hat einen Bereich um sich herum, in den andere nicht ungefragt eindringen sollten.

Wann es zu eng wird, kann man für andere nicht entscheiden.

Auch wenn Du selbst kein Problem damit hast, Dich im Gedränge an andere gepresst zu sehen, ist es für potenzielle Gesprächspartner vielleicht schon unangenehm, wenn Du Deinen Stuhl zu dicht an ihren schiebst.

Höflicher Abstand ist angesagt. Lieber zu viel als zu wenig.

Du hast nur eine Chance darauf, einen ersten Eindruck zu machen

So abgedroschen es klingen mag: Den ersten Eindruck machst Du nur einmal und niemals wieder.

Schau den Personen ins Gesicht, denen Du begegnest. In die Augen, genau genommen: Zuversichtlich und entspannt wirkt man immer dann, wenn man dem Blick des Gesprächspartners nicht ausweichen muss.

Aber bereits der erste Händedruck beim Kennenlernen sollte passen. Nicht zu fest, es gilt nichts zu beweisen. Aber vor allem nicht zu schlabberig.

Ein weicher schlaffer Händedruck ist nicht nur ein bisschen fies, er wirkt auch hilflos und wenig zuversichtlich.

Viele Details, auf die man achten sollte, ergeben ein angenehmes und offenes Gesamtbild.

Wie so oft im Leben ist das Feedback von Freunden ebenso wie Übung im Umgang mit anderen Menschen wichtig, damit Du bald gar nicht mehr darüber nachdenken musst.

10 Tipps für kompetente Körpersprache

  • Zuversichtlich angemessenen Händedruck beim Kennenlernen
  • Dem Gegenüber in die Augen sehen
  • Aufrechte, aufmerksame Haltung bewahren
  • An einem Platz bleiben, nicht hektisch herumwandern
  • Die Finger ruhig halten – keine nervösen Gesten
  • Smartphone pausieren lassen
  • Ständigen Blick auf die Uhr vermeiden
  • Offenen und entspannten Gesichtsausdruck pflegen
  • Abstand und Luft zum Atmen lassen
  • Arme stets unverschränkt und eher offen halten

Wenn Du die Gelegenheit hast, Dich auf einem Video zu betrachten, wenn Du andere Menschen triffst, solltest Du die Gelegenheit unbedingt wahrnehmen, einen Blick von außen auf Deinen Auftritt zu werfen.

Wir alle befinden uns ständig in Situationen, in denen eine positive Wahrnehmung den entscheidenden Unterschied machen kann.

Wie jemand sich hält und sich bewegt, sagt viel über eine Person aus.

28.08.2015