Auch für Selbstständige: Absicherung durch Krankengeld

Absicherung durch Krankengeld auch für Selbstständige

Wer als Selbstständiger oder Freiberufler gesetzlich krankenversichert ist, kennt den Tanz um die Höhe der Beiträge, die stets am letzten aktuellen Steuerbescheid festgemacht werden.

Auch dass die Krankengeldsituation im Krankheitsfall nicht mit der von Angestellten zu vergleichen ist, das ist den meisten von Anfang an bekannt.

Wer selbstständig ist und krank wird, bekommt erst nach sechs Wochen Geld – was viele Selbstständige mit einem „Dann darf ich halt nicht krankwerden“ quittieren, weil sie denken, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, wenn sie in der gesetzlichen Kasse freiwillig bleiben.

Das ist aber nicht so. Gleich drei Dinge gibt es aber, die sich noch nicht ausreichend herumgesprochen haben.

1. Man erhält nicht automatisch Krankengeld, nur weil man freiwillig gesetzlich krankenversichert ist

So unfassbar es klingt, wer sich nicht explizit darum kümmert und den Vertrag entsprechend abschließt, hat eventuell gar keinen Anspruch auf Krankengeld, auch nicht als freiwilliges zahlendes Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse.

Siehe hierzu auch den ausführlichen Artikel rund um Krankengeld für Selbstständige auf akademie.de.

2. Mit einem preisgünstigen Wahltarif erhält man Krankengeld schon vor dem 43. Tag

Ein wichtiger Tipp besonders für alle, die eine Familie ernähren:

Es kostet buchstäblich wenige Euro, zum Beispiel 10 – 20 Euro im Monat, einen zusätzlichen Wahltarif Krankengeld abzuschließen, der im Ernstfall die Krankengeldzahlungsfrist um ganze vier Wochen verkürzt. Die Zahlung erfolgt dann ab dem 15. Tag.

Es kann bei Krankheit und eventuell daraus entstehender Existenznot den entscheidenden Unterschied machen, ob Krankengeld ab dem 15. oder ab dem 43. Tag ausgezahlt wird.

Das Schwierige: Jede gesetzliche Krankenkasse hat ein eigenes System und eigene Tarife. Es ist wichtig, sich bei der eigenen Kasse gut zu informieren und zu prüfen, ob man im Krankheitsfall Krankengeld erhält und der Wahltarif angenommen wurde: Alles schriftlich geben lassen!

Die Empfehlung für den Wahltarif gilt ausdrücklich auch für gesunde und junge Menschen und andere, die sich über langfristige und chronische Krankheiten erhaben fühlen:

Einen selbst- oder fremdverschuldeten Unfall kann jeder jederzeit haben, und dann wird es schwierig ohne Einkünfte und ohne Ausgleich dafür.

3. Die Krankschreibung muss durchgehend erfolgen – und von Anfang an

Immer wieder steht man als Freiberufler oder Selbstständiger vor Ärzten oder Arzthelferinnen, die mit einem fröhlichen „Ach, Sie brauchen ja als Selbstständiger sowieso keine Krankschreibung“ den berühmten gelben Zettel verweigern, herumdiskutieren und/oder dann einfach keinen ausstellen (!).

Auch im Krankenhaus, sogar nach Unfällen mit längerem Aufenthalt.

Hier ist es sehr wichtig, sich nicht überrumpeln zu lassen und auf der offiziellen Krankschreibung zu bestehen. Vom ersten Tag der Krankheit an, lückenlos.

Denn eine widerwillige Arzthelferin oder ein uneinsichtiger Arzt, die den gelben Schein für unnötig halten, können dafür sorgen, dass eine schmerzliche Lücke in den Finanzen entsteht – weil die Frist bis zur Krankengeldzahlung von vorne beginnt. Und dann guckt man in die Röhre, denn:

Rückwirkend kann keine Krankschreibung erfolgen!

Außerdem weiß man bekanntlich vorher nie, wie ernst eine Erkrankung oder Unfallfolge ausfällt und wie lange man damit noch zu tun hat, bis man wieder kerngesund ist. Oft zeigen sich Ausfallerscheinungen erst nach einigen Tagen.

Wenn es wieder einmal heißt „Als Ihr eigener Chef brauchen Sie doch keine Krankschreibung“ hilft es nur noch, einfach völlig stur zu bleiben und die Praxis nur mit dem Krankenschein wieder zu verlassen.

Die Ansage „Ich benötige aus versicherungsrechtlichen Gründen exakt die gleichen gelben Scheine wie ein Angestellter“ sollte für alle Beteiligten verständlich genug sein – und davon sollte man auch niemals abweichen.

Nur mit lückenloser Krankschreibung hat man Krankengeldanspruch. Als Selbstständiger muss man auch hierfür einfach etwas mehr kämpfen und organisieren als eine angestellte Person.

Wir drücken die Daumen und wünschen allzeit lückenlose Gesundheit,
das lexoffice-Team.

19.01.2015