Senkung Künstlersozialabgabe

Ab 2017: Senkung der Künstlersozialabgabe

Zu den Versorgungswerken für Selbstständige, die es in dieser Form nur in Deutschland gibt, zählt auch die Künstlersozialkasse, kurz KSK genannt. Sie finanziert sich über Zuschüsse und die Künstlersozialabgabe von Unternehmen.

Die KSK ist eine Pflichtversicherung für freischaffende Künstler und Publizisten wie Texter, Journalisten, Schriftsteller, Designer, künstlerische Fotografen, Layouter, Übersetzer, Illustratoren und viele mehr. Bereits seit 1983 sind diese Berufsgruppen zur Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse (KSK) gesetzlich verpflichtet und profitieren durch einen 50%igen Zuschuss zu ihren Krankenkassen- und Sozialversicherungsbeiträgen.

Die Künstlersozialabgabe für Auftraggeber kreativer Dienstleistungen

Finanziert wird die Künstlersozialkasse zur Hälfte durch die versicherten Teilnehmer. Der Rest setzt sich zusammen durch einen Bundeszuschuss (20 Prozent) und durch die Künstlersozialabgabe der Unternehmen (30 Prozent), die künstlerische und publizistische Leistungen verwerten. Die so genannte Künstlersozialabgabe ist ein Pflichtbeitrag von Unternehmen, die kreative Leistungen in Auftrag geben.

Wer Künstlersozialabgabe zahlen muss, ist relativ weit gefasst. Die Sozialabgabe wird beispielsweise immer dann fällig, wenn selbstständige Grafiker, Texter oder Webdesigner beauftragt werden. Damit zahlen die Auftraggeber eine Art Arbeitgeberanteil zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung der beauftragten Künstler.

Die Künstlersozialabgabe wird aber nicht nur bei der Beauftragung von Einzelunternehmer fällig. Wird eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR oder BGB-Gesellschaft), eine OHG oder eine Partnerschaftsgesellschaft beauftragt, muss ebenfalls die Künstlersozialabgabe abgeführt werden. (Nicht abgabepflichtig sind Aufträge, die an eine GmbH, GmbH & Co. KG oder eine Limited vergeben werden.)

Außerdem gibt es für die Künstlersozialabgabe eine allgemeine Bagatellgrenze. Wenn die Auftragssumme 450 € im Kalenderjahr nicht übersteigt, müssen gar keine Abgaben bezahlt werden.

Die Künstlersozialabgabe sinkt in 2017 auf 4,8 Prozent

Die Künstlersozialabgabe wird als Umlage erhoben und der Abgabesatz wird jährlich für das jeweils folgende Kalenderjahr festgelegt. Die Bemessungsgrundlage sind grundsätzlich alle in einem Kalenderjahr an selbständige Künstler und Publizisten gezahlten Entgelte.

Ab 2017 beträgt die Abgabe der auftraggebenden Unternehmen zur Künstlersozialversicherung nun 4,8 Prozent. Das teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit. 2015 und 2016 ist bzw. war sie noch bei 5,2 Prozent.

Deutlich mehr Auftraggeber bzw. Unternehmen kommen ihrer Abgabepflicht nach, informierten die Künstlersozialkasse und die Deutsche Rentenversicherung. Intensivere Prüfungen bei den Arbeitgebern sorgten für eine gerechtere Lastenverteilung zwischen den Unternehmen und für eine solide Finanzbasis der Künstlersozialkasse, so das Ministerium.

Darüber freuen dürfen sich die rund 180.000 selbstständigen Publizisten und Künstler, die dank der Künstlersozialversicherungspflicht Mitglieder in der KSK sind. Als KSK-Mitglieder werden sie in den Schutz der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung einbezogen.

Die Hälfte der laufenden Sozialversicherungskosten als Unterstützung zu erhalten ist ein Ausgleich zur schwierigen Marktsituation, von dem freie Kreative in Deutschland hoffentlich noch lange profitieren können.