Tipps für die Online-Redaktion: Über kurz oder lang?

Tipps für die Online-Redaktion: Über kurz oder lang

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Das Thema Content-Erstellung und der Nutzen der erstellten Inhalte beschäftigt alle, die im Internet auf sich oder ihre Produkte aufmerksam machen möchten. Während Einigkeit darüber besteht, dass Qualität vor Quantität geht, stellt sich Dir aber vor jedem neuen Text oder Video die Frage: Kurz oder lang? Was ist besser, knackig teasern oder ausführlich informieren?

Besonders wenn Du selbst kein Textprofi bist und trotzdem Artikel verfassen oder mit dem passenden Briefing bei anderen in Auftrag geben willst, musst Du Dich damit beschäftigen, welches Format Deinen Zielen am besten dient. Dabei ist Hintergrundwissen über Suchmaschinenoptimierung von Websites hilfreich, denn sowohl lange als auch kurze Formate haben Vor- und Nachteile.

Kurz oder lang: Beides hat Vor- und Nachteile

Unter SEO-Aspekten scheint diese Frage zunächst gar keine zu sein: Gefunden werden kann schließlich nur Text, der online steht mit Begriffen, die wörtlich auffindbar sind. Auf den oberflächlichen Blick scheinen also lange Texte immer eine gute Lösung zu sein, denn so kannst Du ohne große Verrenkungen sämtliche Keywords und ihre Kombinationen unterbringen und der Text klingt trotzdem noch gut.

Tatsächlich aber ist es viel komplexer, mit einem Blogpost oder Fachartikel ein gutes Ranking zu erzielen. Suchmaschinen wie Google lesen und sammeln nicht nur Worte und Ausdrücke, um diese dann sortiert bereitzustellen. Sie erkennen auch, wann und wie lange ein Text gelesen und wann er vom Leser wieder verlassen wird – auch das fließt dann in die Auffindbarkeit mit ein.

Anders ausgedrückt: Wenn Dein Text dem Leser nicht schmeckt, dann gefällt er auch der Suchmaschine nicht. Und wenn ein Artikel von Suchmaschinen nicht gut gefunden wird, stellt sich langfristig leider auch gar nicht mehr die Frage, ob er Menschen besonders gut gefällt. Dieses Dilemma lässt sich nur lösen, wenn das Format zum Inhalt passt und Dein Content so aufbereitet wird, wie er von Deiner Zielgruppe am besten verdaut werden kann.

Länger ist nicht automatisch besser

Auch wenn ein längerer Text nicht automatisch der bessere ist, kannst Du mit Artikeln von 1800 und mehr Wörtern Deine Zielgruppe erfolgreich ansprechen: Ein exzellent geschriebener Langtext, der die Aufmerksamkeit der Leser*innen fesselt, hält diese natürlich auch viel länger auf Deiner Site und das „merkt“ dann auch die Suchmaschine. Du kannst ein Thema ausgiebig vertiefen, ohne auf wichtige Fakten und Erläuterungen verzichten zu müssen und hast daher auch mehr Aussichten auf gute Backlinks von anderen, die das Werk als verlinkenswerte Ressource würdigen. Solch einem Text merkt man den Aufwand an und wenn er zur Zielgruppe passt, bekommt er mehr Kommentare, Likes und Shares als ein kurzer Info-Text.

Aber das lange Format hat auch Nachteile: Leser*innen, besonders solche mit Mobilgeräten, verlieren schnell die Geduld mit einem ausführlichen Text und klicken oder swipen sich weg. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit auf Interaktionen, damit auch auf Rankings und die Chance, verteilt zu werden. Dafür hattest Du vermutlich einen wesentlich höheren Aufwand bei der Erstellung, hast entweder mehr Zeit aufgewendet oder mehr bezahlt und weißt trotzdem nicht, ob es sich lohnt.

Kurz ist nicht automatisch die Lösung

Aber sich einfach kurz zu fassen, ist auch keine Lösung. Immer dann, wenn dem Text die nötige Tiefe fehlt, weil er zu stark vereinfacht nämlich. Oder auch wenn er nicht vereinfacht, aber aufgrund der Länge nicht genug Nährwert bietet, der im Hirn der Leser*innen pappenbleibt und weiterarbeitet, so dass sie Dich mit diesem Content in Verbindung bringen, damit er so Deine Marke unterstützt.

Artikel von 300 bis höchstens 750 Wörter Länge sind großartig geeignet, wenn User eher quer scannen, worum es geht, als richtig zu lesen – wie unterwegs auf dem Smartphone, zum Beispiel. Die Erstellung kürzerer Texte kann schneller gehen, auch wenn der Schwerpunkt nicht unbedingt auf Zeitersparnis liegen sollte. Denn wenn der Inhalt knackig vernünftig aufbereitet wurde, kostet dies mehr Zeit, aber Du hast eben auch viel größere Chancen, dass der „Share“-Button geklickt wird und Interaktionen stattfinden.

Welche Länge solltest Du also für Deinen nächsten Text anstreben? Ganz einfach: Das hängt von Deinem Blog, Deinem persönlichen Style, dem Thema und Deinen Zielen ab.

Überleg Dir: Was hast Du der Welt zu sagen? Und welchem Teil der Welt?

Wichtig ist, dass es keinen Bruch gibt zwischen den Inhalten, die für Dein Unternehmen online stehen, und Deinem eigenen Auftreten (oder der Selbstdarstellung, die sich Dein Team erarbeitet hat). Bist Du knackig, innovativ und flippig, passen kurze knackige Texte besser als beschauliche Erläuterungen. Auch bei stark erklärungsbedürftigen Produkten, denn für die gibt es bessere Formate als Endlostexte.

Hast Du spannende Erkenntnisse zu bieten, kann es sich aber auch lohnen, einen wirklich ausführlichen Text zu verfassen und diesen wie eine eigene Ressource zu vermarkten. Schau Dir in Ruhe an, welche Artikel sich online zu „Deinen“ Themen bereits auffinden lassen, welche gute Interaktionsraten haben und welche nicht. Du kannst Dir auch auf den Social-Media-Kanälen Deiner Branche anschauen, welcher Tonfall gut passt, welche Themen „ranken“ und wofür sich Interessent*innen begeistern.

Wenn Du Deinen Text geschrieben hast, egal ob kurz oder lang, leg ihn für einen Tag weg. Dann überarbeite ihn, um einen guten Titel, mitreißende Zwischenüberschriften und eine gute Gliederung einzuarbeiten. Ergänze thematisch passende Links und schau Dir noch einmal genau an: Passt die Länge so?

Kannst Du die Hälfte streichen und ihn knackig gestalten? Oder solltest Du noch fünf Absätze anhängen und ihn zu einer Ressource ausbauen? Je mehr Du schreibst und je mehr Du liest, desto sicherer werden Deine Ergebnisse und desto leichter fallen Dir solche Entscheidungen.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends und Online Navigation

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