exoffice User-Interview (10) Michael Noller, Jokerfilm

lexoffice Community: User-Interview (10) – Michael Noller

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Michael Noller aus Münster ist Cutter, After Effects Artist und produziert mit seiner Firma Joker Film UG Filme im Auftrag von Unternehmen, Agenturen und Non-Profit-Organisationen.

Als Chefcutter ist er seit einigen Jahren für den Schnitt einer Sonntagabend-Unterhaltungsshow beim MDR zuständig, als After Effects Artist entwickelt und gestaltet er Animationen und auch Spezialeffekte, produziert Servicefilme, Erklär-Videos und andere non-fiktionalen Produktionen mit höherem Grafikaufwand und leitet auch noch an der Fachhochschule Münster ein Projekt zum Thema eLearning.

An lexoffice liebt er die Möglichkeit, sein Büro buchstäblich zu „entfesseln“, denn ohne Online-Lösung hatten sich zuhause seine unerledigten Büroabläufe angehäuft.

Wir fragten Michael nach seiner beruflichen und privaten Internetnutzung und seinem Werdegang.
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lexoffice: Du hast Betriebswirtschaft studiert – wie kommt es denn, dass du jetzt Filme produzierst?

Michael: Das hört sich nicht an wie der typische Karriereverlauf, oder? Aber in der Rückschau betrachtet ergibt sich doch eine klare Linie von den Träumen meiner Kindheit bis zu dem, was ich jetzt tue: Als Kind hat mich die Magie der Illusionstricks von großen Zauberkünstlern gefesselt.

Mit 14 habe ich zusammen mit einem Freund meinen ersten Trickfilm mit Super8 gedreht. Einen Stopmotionfilm mit Playmobilfiguren. Auch hier faszinierte mich bereits die Illusion von selbständiger Bewegung, die entstand.

Nach dem Abi mit Kunst als Leistungskurs wollte ich zunächst Grafiker werden, merkte dann, dass ich mich mehr für das Ausarbeiten von Ideen interessierte und dachte, dass ich mit einem Marketingstudium leichter in die Entscheider-Ebene der Agenturen einsteigen würde. Hobbymäßig habe ich weiter Videos gemacht, so auch neben dem Studium einen ersten Job bei einer Industriefilmfirma bekommen.

Teil meiner Diplomarbeit im Fach Industriegütermarketing war dann auch ein Film über die Zukunft des Industriefilms. Bald hatte ich einen ersten großen Kunden, ab da war ich im Geschäft. Nebenbei habe ich mit einigen Freunden Magazinsendungen fürs Bürgerfernsehen gemacht und bald schnitt ich Fernsehbeiträge fürs „richtige Fernsehen“. Bis heute arbeite ich immer mal wieder für den WDR, daneben habe ich verschiedene Formate für fast allen großen deutschen Sender geschnitten. Von den ARD Anstalten über ZDF bis Vox und Pro7.

2006 ergab sich die Chance in der Produktionsfirma von Mike Leckebusch, dem Erfinder der Kultmusiksendungen Beatclub und Musikladen, anzufangen. Das passte auch insofern, als ich im Begriff war Vater zu werden und da freut man sich besonders über die Aussicht, ein regelmäßiges Einkommen zu haben.

Dazu war die Aufgabe spannend und vielseitig. Als die Produktion der Sendung, an der ich mitwirkte, dann 2009 vom MDR nach Leipzig geholt wurde, ging ich als freier Mitarbeiter mit. Seither verbringe ich 10 tage pro Monat dort und den Rest in Münster.

2011 habe ich die Joker-Film UG gegründet, über die nun meine meisten Aktivitäten laufen. Jetzt sehe ich mich in der Lage, ähnliche Illusionen zu schaffen, wie die Zauberer in meiner Kindheit. Jetzt mache ich selbst Magie.

lexoffice: Wie sieht deine Internetnutzung aus?

Michael: Mittlerweile ist das Internet sowohl privat, als auch beruflich mein wichtigstes Medium, obwohl ich ja sehr viel fürs Fernsehen arbeite. Ich selbst sehe kaum im klassischen Sinne fern: Fernsehsendungen schaue ich oft über die Mediatheken im Netz.

Wegen meiner Pendelei zwischen Leipzig und Münster ist das Netz für mich unverzichtbar.

Privat zum Beispiel, um abends mit meiner Frau und meinen Kindern zu skypen. Soziale Kontakte pflegen, auch wenn man unterwegs ist, dafür sind soziale Netzwerke klasse. Jobnetzwerke, klar! Auch das Jobangebot bei Leckebusch für den Beatclub bekam ich damals über ein Jobportal.

Ich nutze Cloud-Dienste, um Videodaten u.a. mit Kollegen auszutauschen, oder Kunden Previews zu schicken. Informationen, Weiterbildung, dezentrales Arbeiten, das alles läuft über das Netz. Teamabsprachen etc. laufen über geschlossene Foren oder Gruppen. Mittlerweile sind oft auch die Projektdaten online, so dass ich von verschiedenen Arbeitsplätzen immer an Projekten weiter arbeiten kann, ohne mir darüber Gedanken machen zu müssen, welches die aktuelle Projektversion ist.

Ein Projekt, das ich auf der Workstation in Münster begonnen habe, kann ich also sowohl im Studio in Leipzig weiter bearbeiten, als auch auf der mobilen Workstation im Zug. Das ist genial.

Mit lexoffice konnte ich auch mein Büro entfesseln. Ohne eine Online-Lösung hat sich vorher der zu erledigende Bürokram zuhause angehäuft. Natürlich, man konnte von unterwegs auf dem Laptop auch Rechnungen schreiben oder Überweisungen tätigen. Aber allein die Belegerfassung und Buchführung verschob sich immer auf die letzten Tage vor der Abgabefrist – und dann musste man auch noch alles synchronisieren, nachträglich Zahlungen Rechnungen zuordnen, abgleichen, ob Rechnungen überfällig waren usw.

Da fehlte mir auch schon mal der Überblick über die Finanzlage oder ich brauchte unterwegs eine Auftragsnummer, hatte die Unterlagen aber zuhause. Oder man merkte erst nach langer Zeit, dass ein Auftraggeber die Rechnung nicht bezahlt hatte.

lexoffice: Seit wann nutzt du lexoffice und wie gefällt es dir?

Michael: Ich nutze lexoffice seit Mai 2011, also seit seinem Beta-Start. Für mich erfüllt lexoffice zwei ganz fundamentale Aufgaben, die ich nicht mehr missen möchte: Es nimmt dem „Papierkram“ den Schrecken, denn tatsächlich brauche ich das echte Papier jetzt nur noch für das Finanzamt zu sammeln.

Ich muss nicht mehr drin wühlen. Alle Infos, die ich brauche, von Umsatzzahlen über Auftragsdetails bis zu Kundendaten habe ich sofort über jedes Gerät verfügbar – das gefällt mir ausnehmend gut.

lexoffice hilft mir, an zwei Standorten und auch unterwegs meine Büroarbeiten zeitnah und bequem zu erledigen. Die unliebsame Büroarbeit wird nicht bis zum letzten Termin verschoben, sondern nebenbei, immer, wenn das Zeitfenster für die eigentlich produktive Arbeit zu klein ist.

Ich wünsche mir von lexoffice für die Zukunft eine Android App und hoffe auch, eine Funktion für Kreditkartenzahlungen folgt bald. Auch die Möglichkeit, meine erhaltenen Aufträge als Scan einpflegen zu können und so die ganze Projektbuchhaltung zusammen zu haben, wäre eine gute Sache für mich.

lexoffice: Mit welchen Geräten gehst du online?

Michael: Neben meinen Arbeitsrechnern und dem Laptop benutzte ich natürlich auch mein Smartphone im Internet beruflich wie privat. Meistens für die kleinen Aufgaben, wie Mails checken, Infos abrufen wie den aktuellen Kontostand oder die Wettervorhersage für einen Drehtag.

Oder schnell einen potenziellen Drehort fotografieren und an den Kameramann schicken. Das Smartphone hilft natürlich auch schnell als Faxersatz oder mit anderen Funktionen. Beim Kunden ist es manchmal der „second screen“, während man also auf dem Laptop etwas vorführt, kann man parallel auf dem Handy recherchieren.

Auch als zweite Videokamera bei Interviews habe ich das Samsung schon eingesetzt. Wenn dann jedes Bild, jedes Video jedes Dokument automatisch vom Smartphone über die Cloud an die eigentlichen Arbeitsgeräte weitergeleitet wird, dass ist auch schon fast wieder Magie.

lexoffice: Welche Rolle spielen Community, Soziale Netze und Business Networking für dich?

Michael: Ich muss zugeben, ich kümmere mich darum viel zu wenig. Es ist enorm wichtig, gerade in meiner Branche, sich und seine Arbeit zu präsentieren, um neue Aufträge generieren zu können. Die Erfahrung zeigt mir, dass selbst bei der stiefmütterlichen Behandlung meiner Webpräsenzen, diese doch einen großen Anteil an der Neukundengewinnung haben.

Mit etwas mehr Aufwand würde das sich deutlich positiv auf die Akquise auswirken, da bin ich sicher. Leider, oder sollte ich sagen Gott sei Dank, komme ich auf Grund der Auftragslage kaum dazu, meinen Facebook-auftritt, meinen Youtube-Channel oder mein XING-Profil ordentlich zu pflegen. Auch das „offline networking“ kommt zu kurz. Das muss ich dringend ändern, sonst fällt mir das eines Tages auf die Füße.

Eigentlich habe ich sogar ziemlich klare Vorstellungen, wie das aussehen muss: „Make something cool every day“, oder wenigstens „…every week“ Will heißen: Ich möchte regelmäßig kleine Arbeiten über die entsprechenden Kanäle veröffentlichen oder Referenzberichte über Projekte, an denen ich arbeite. Das schafft im besten Fall nicht nur Aufmerksamkeit, sondern so sammelt sich bald ein nettes Portfolio an Auftraggeber-neutralen Arbeitsproben an, man kann neue Sachen ausprobieren und das macht auch noch Spaß.

lexoffice: Was würdest du KollegInnen empfehlen, die gerade erst in der Existenzgründungsphase sind?

Michael: Da habe ich gleich fünf Punkte, die mir spontan einfallen:

1. Unterschätzt den Arbeitsaufwand nicht, dem kein direkter Umsatz zuzuordnen ist. Also Akquise, Buchführung, strategische Planung, Rechnungswesen
2. Schätze den Wert deiner Arbeit richtig ein. Verkauf dich nicht unter Wert, aber bleib realistisch.
3. Vergiss nie, frühzeitig über das Budget zu sprechen.
4. Denk daran, dass nur ein kleiner Anteil aller Anfragen oder Akquisekontakten wirklich zu relevanten Aufträgen führen.
5. Mach dich nicht von einem großen Kunden abhängig.

lexoffice: Was machst du jetzt/nach diesem Interview als nächstes?

Michael: Da ich mich erst abends an solche Aufgaben setzen kann, ist es jetzt ziemlich spät geworden. Ich denke, ich habe mir ein kleines Glas Single Malt verdient, werde noch kurz mit meiner Frau skypen und dann schlafen gehen. Morgen ist wieder ein langer Schnitttag mit Regiebesprechung für die MDR Unterhaltungssendung.

Vielen Dank!
Michael Noller
Joker Film UG, Münster
www.joker-film.de

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends und Online Navigation

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