lexoffice User-Interview (13) Ricarda Essrich, Übersetzerin skandinavische Sprachen

lexoffice Community: User-Interview (13) – Ricarda Essrich

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Ricarda Essrich ist Fach- und Literaturübersetzerin für Schwedisch, Norwegisch und Dänisch. Sie hat sich mit ihren Übersetzungen skandinavischer Sprachen auf die Baubranche spezialisiert, betreibt ein Business-Blog zur Bauindustrie und arbeitet außerdem als Lektorin und Journalistin, ebenfalls mit dem Schwerpunkt Bau. Zusätzlich ist sie ehrenamtlich als Redaktionsmitglied an der Mitgliederzeitschrift des BDÜ Landesverbandes NRW tätig.

Wir fragten Ricarda nach ihrer privaten und beruflichen Internetnutzung und natürlich auch nach ihren Erfahrungen als lexoffice-Anwenderin.

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lexoffice: Du arbeitest für Bauunternehmen in Deutschland, die auf den skandinavischen Märkten Fuß fassen möchten und schreibst über Straßenbau, Hoch- und Tiefbau und Verkehrsflächenbau. Das hört sich nicht sehr virtuell an. Welche Rolle spielt denn das Internet dabei für dich?

Ricarda: Das Internet ist mein Arbeitsplatz, dort halte ich mich täglich viele Stunden auf. Zum einen ist das Web meine wichtigste Recherchequelle: Online-Wörterbücher, Glossare, Webseiten von Bauunternehmen, Informations- und Nachrichtenportale zu Bauthemen …

Wenn ich eine dringende Übersetzung machen muss, bin ich außerdem ohne Internet-Verbindung nahezu aufgeschmissen. Auch die Kommunikation mit meinen Kunden läuft beinahe vollständig über E-Mail.

Natürlich macht man sich auf diese Weise ziemlich abhängig vom Netzzugang, aber für mich bringt das Arbeiten im und mit dem Internet vor allem ein sehr großes Maß an Freiheit, denn inzwischen benötige ich für meine Arbeit nur noch einen Internetanschluss und mein Notebook. Und wo ich das aufklappe, spielt keine Rolle. Düsseldorf, München oder Schweden – dank des Internets kann ich überall arbeiten.

Auch meine Positionierung als spezialisierte Übersetzerin läuft nahezu ausschließlich über das Internet, also über meine Website und meine Blogs Wortsalat und Schwedisch lernen.

Kürzlich habe ich ein weiteres Businessblog-Projekt gestartet: Auf Skand.Baunews veröffentliche ich tagesaktuell Nachrichten aus der Bauindustrie in Schweden, Norwegen und Dänemark und verschicke regelmäßige Newsletter dazu.

Ich möchte gerne deutsche Bauunternehmen auf den vielversprechenden Markt aufmerksam machen, den die skandinavischen Länder bieten. Im Moment versuche ich, täglich ein festes Zeitbudget für dieses und meine anderen beiden Blogs einzuplanen.

Natürlich nutze ich das Internet auch täglich privat, vor allem über Facebook und Whatsapp, und zum Online-Shoppen. Ich nutze ein Notebook, ein iPad und ein iPhone, um mich im Internet zu bewegen. Und das tue ich eigentlich immer und überall. E-Mails checke ich rund um die Uhr ‒ aber inzwischen habe ich mir abgewöhnt, auch rund um die Uhr zu reagieren.

Das ständige Online-Sein stresst mich auch ab und zu, vor allem wenn ich es in meinem Urlaub im Ferienhaus in Schweden nicht schaffe, mich richtig abzugrenzen und auch mal Nein zu sagen.

Aber im Grunde bringt es mir viele Vorteile. Mal eben in der Umkleidekabine beim Shopping auf einen Kundenanfrage antworten zu können, das ist zum Beispiel unbezahlbar.

Mit einem meiner wertvollsten Kunden habe ich per Smartphone verhandelt, während ich mich in einer Saunalandschaft am Tegernsee befand. Ohne Internet wäre so etwas unmöglich.

lexoffice: Seit wann nutzt du lexoffice und wie gefällt es dir?

Ricarda: lexoffice hatte ich bereits letztes Jahr ein paar Wochen lang ausprobiert, es hat mich schon damals ganz klar überzeugt. Das Ganze ist sehr flexibel und lässt sich prima auf meine Bedürfnisse anpassen, ohne dass es mit Funktionen aufgeblasen ist, die ich alle nicht brauche.

Allerdings lässt sich ein für mich sehr wichtiger Punkt, nämlich Rechnungen in anderen Sprachen ausgeben zu können, bisher nicht umsetzen. Das ist aber für mich wichtig, weil ich einige Kunden in Schweden, Norwegen und Dänemark habe.

Derzeit nutze ich lexoffice also parallel zu meinem Offline-Programm. Ich arbeite daran, Kundendaten, Rechnungen, Produkte etc. zu übertragen und alles so aufzubauen, dass ich bald komplett umsteigen kann.

Die ersten Rechnungen habe ich damit schon geschrieben. Mir fehlt eben vor allem die Möglichkeit, sämtliche Texte auf allen Formularen frei gestalten zu können, damit ich Rechnungen auch wahlweise auf Englisch oder Schwedisch versenden kann.

Auch mit meiner bisherigen Lösung muss ich die PDF-Datei der Rechnung im Nachhinein bearbeiten, die Texte einzeln austauschen, was sehr mühselig ist. Es wäre toll, wenn lexoffice das in Zukunft hinbekommen würde, dann liegt es ganz klar weit vorn!

lexoffice: Welche Rolle spielen Community, Soziale Netze und Business Networking für dich?

Ricarda: Netzwerken (offline und online) und Positionierung im Internet sind das Akquise-Werkzeug meiner Wahl.

Gerade heute noch schrieb mich eine Kollegin an, die ich auf einem Treffen für Literaturübersetzer kennengelernt hatte und die mich jetzt aufgrund meiner Baubranchen-Expertise weiterempfehlen wird.

An solchen Ereignissen sehe ich, dass ich erfolgreich netzwerke und mich auch ganz gut selbst vermarkte. Soziale Netze sind – neben allem Spaß – eine prima Möglichkeit, Präsenz zu zeigen. Ich versuche, mich überall mit einem klaren Profil zu präsentieren. Mein Ziel ist es, als Spezialistin für die skandinavischen Sprachen, als Expertin für Baufachübersetzungen im Gedächtnis zu bleiben.

lexoffice: Was würdest du KollegInnen empfehlen, die gerade erst anfangen?

Ricarda: Sich zu vernetzen ist sicher das A und O, vor allem, wenn als Einzelkämpfer im Büro sitzt.

Und vor allem: Augen und Ohren offen halten. Auch in scheinbar ausschließlich privaten Situationen erwähnen, was man macht – natürlich ohne aufdringlich zu sein. Man weiß nie, wofür es gut ist. Auch aus zufälligen Bekanntschaften in berufsfremden Kontext kann sich vielleicht später mal was ergeben.

Für Übersetzer empfehle ich unbedingt eine Mitgliedschaft in einem Verband und eine aktive Beteiligung als Mitglied. Einige Verbände bieten auch Mentoring-Programme an, das ist eine tolle Möglichkeit, Unterstützung von „alten Hasen“ zu bekommen.

Außerdem ist, vor allem für Übersetzer, aber auch für viele andere Branchen, meine dringende Empfehlung, sich zu spezialisieren.

Auch wenn die Idee, mit einem Bauchladen voller Dienstleistungen für alle Aufträge offen zu sein und entsprechend auch mehr Aufträge zu bekommen, verständlich und verlockend ist, bringt eine Spezialisierung auf eine Nische langfristig eine bessere Positionierung und damit auch mehr Aufträge und höhere Honorare.

lexoffice: Was machst du jetzt/nach diesem Interview als Nächstes?

Ricarda: Mittagessen! Danach schreibe ich meinen Vortrag zum Thema Spezialisierung als Übersetzer fertig, den ich im Juli an der Uni Germersheim halten soll.

lexoffice: Vielen Dank!

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Ricarda Essrich, Hilden
Übersetzungen und Lektorat skandinavische Sprachen
http://www.essrich.de

Skand.Baunews,
Nachrichten aus der Bauindustrie in Schweden,
Norwegen und Dänemark

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends, Insider-Wissen und Online Navigation

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