lexoffice stellt Euch das Start-up des Monats Juli 2017 vor: Meeple Circus

Start-up des Monats: Meeple Circus (jetzt Board Game Circus)

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Unser Start-up des Monats Juli ist Board Game Circus (ehemals Meeple Circus), eine Weiterentwicklung des bereits seit 2015 bestehenden Serviceanbieters, das ebenfalls von einem der beiden Verantwortlichen gegründet wurde. Während sich Board Game Circus auf Dienstleistungen wie Übersetzungen, Marketing und Promotion für Brettspiele konzentriert, widmete sich Meeple Circus zum Zeitpunkt, als sie Start-up des Monats waren, als Verlag und Distributor der Verbreitung und dem Verkauf der Spiele.

Daniel Theuerkaufer hat Board Game Circus aufgebaut und 2017 dann gemeinsam mit Alexander Lauck dann Meeple Circus gegründet. Wir freuen uns, dass er Zeit für ein Interview mit uns gefunden hat. Übrigens: Unter www.lexRocket.de findet Ihr alle Infos darüber, wie Ihr Euch ebenfalls als Start-up des Monats bewerben könnt.

Meeple Circus – Vertrieb für Brettspiele auch aus kleinen und individuellen Verlagen

Florian: Hi Daniel, stell euch doch mal kurz vor.

Daniel: Hi, wir sind Meeple Circus, Alexander Lauck und Daniel Theuerkaufer. Alex ist Spieleentwickler und bereits veröffentlichter Spieleautor, in dessen Leben als Mathelehrer und ehemaliger Buchhalter sich alles um Zahlen dreht. Ich bin kreativer Entrepreneur, gelernter Mediengestalter und beschäftige mich seit über 10 Jahren beruflich auch mit Marketing, PR und Kommunikation.

Florian: Ah, das hört sich interessant an! Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Daniel: Wir haben uns beide – und jeder auf seine ganz eigene Weise – schon immer mehr als nur spielerisch mit dem Thema Brettspiele befasst. Wir sind passionierte Brettspieler und haben recht bald festgestellt, welchen Bedarf an Hilfestellung und Unterstützung Brettspielverlage und -autoren benötigen, die ein Spiel von der Idee bis zum marktreifen Produkt verwirklichen wollen.

Die Situation in Deutschland und vielen anderen Ländern sieht so aus, dass der Brettspielmarkt zwar stetig wächst, es kleinen und individuellen Firmen jedoch kaum möglich ist, ihren Platz im Markt zu finden oder sich darin zu behaupten. Es gibt nur sehr wenige, große Vertriebe für Brettspiele, die der Mehrzahl an Verlagen keine Aufmerksamkeit schenken. Mit Meeple Circus füllen wir diese Lücke und ermöglichen auch individuelleren Angeboten, kommerziell verwertet zu werden.

Florian: Wie schafft ihr es ein Brettspiel zu distribuieren? Und mit welchem Geld?

Daniel: Wir haben über viele Jahre gute Kontakte aufgebaut und durch unser Engagement in der Szene das Vertrauen vieler Verlage gewonnen. Als junges Unternehmen können wir nicht massiv in Vorleistung gehen, insofern wird der Großteil des Vertriebs zunächst in Form von Kommissionsware abgewickelt. Wir müssen unsere Verlage erst nach erfolgreicher Distribution ausbezahlen. Unser Investment besteht im Wesentlichen aus Zeit – viel Zeit und Erfahrung. Wir sind derzeit beide neben Meeple Circus auch in Jobs.

Florian: Ihr seid momentan ja nur zu zweit – reicht das?

Daniel: Zusammen decken wir durch unseren bunten Werdegang ein breites Spektrum an Kenntnissen und Erfahrung ab, damit kommen wir momentan noch zurecht. Es gibt jedoch auf Messen und in „heißen Phasen“ immer wieder Situationen, wo wir Verstärkung bräuchten, teils auch einfach, um uns den Rücken freizuhalten.

Florian: Was genau ist das Ziel eures Startups und was ist das Besondere daran?

Daniel: Wir wollen internationale Spiele, tolle Juwelen der Brettspielwelt für den deutschsprachigen Markt verfügbar machen und somit kleineren Verlagen mit individuellen und ansprechenden Produkten die Möglichkeit bieten, im deutschsprachigen Markt Fuß zu fassen.

Florian: Spannender Markt, in dem ihr euch bewegt – gib uns doch mal paar Insights.

Daniel: Brettspiele erobern den Markt (zurück). Die Brettspielbranche profitierte zuletzt von größeren Wachstumsraten als die Computerspielbranche. Die Umsätze im Spielwarensegment sind in den letzten 10 Jahren von 2,2 auf knapp 3,1 Milliarden Euro gestiegen. Die weltweit größte Messe für Brettspiele, die jährlich stattfindende „Internationale Spieletage SPIEL“ in Essen, hat 2016 auf einer Fläche von etwa 66.000m2 erstmals über eintausend Aussteller und 174.000 Besucher angelockt und wächst seit Jahren stetig.
Immer mehr Städte veranstalten Spielemärkte, Events rund um Spiele, und seitens der Verlage werden immer mehr Turniere und Wettbewerbe ausgerichtet. Dieser Erfolg erklärt sich möglicherweise unter anderem durch die fortschreitende Digitalisierung. Die Menschen suchen immer stärker nach einem Ausgleich zu digitalen Medien, den sie eben auch in Spielen finden.

Florian: Was unterscheidet euch von der Konkurrenz? Gibt es denn welche?

Daniel: Wir sind ein Hybrid zwischen Verlag und Distributor. Da gerade Kleinverlage nur über den Direktverkauf Umsatz machen und große Distributoren oftmals kein Interesse an den vergleichsweise niedrigen Auflagenzahlen der Kleinverlage haben, sind wir in die Bresche gesprungen und befriedigen jetzt diesen Bedarf. Es gibt europaweit kaum Independent-Distributoren wie uns, obwohl seitens der Fachhändler Interesse daran besteht. Anders als klassisch strukturierte Vertriebe sind wir mit Meeple Circus auch näher am Kunden, bewerben Produkte aktiv und haben eine Community aufgebaut.

Florian: Wo geht die Reise hin? Wo seht ihr euch in 5 Jahren?

Daniel: Meeple Circus wird in verlässlicher Regelmäßigkeit spannende Neuheiten aus dem internationalen Raum für den deutschsprachigen Markt lokalisieren und in diesem verbreiten und verkaufen. Wir werden ein etablierter Verlag mit angeschossenem Vertrieb sein, von dem man spricht, wenn man qualitative Spiele abseits des Einheitsbreis zu einem fairen Preis beziehen will.

Florian: Was waren bisher die größten Schwierigkeiten, die ihr auf eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Daniel: Ein Knackpunkt waren immer wieder mal die Arbeitszeiten bzw., wie viel Zeit uns für die Sache abverlangt wurde, für die wir brennen. Das Interesse an unserem Modell ist so groß, dass wir stellenweise nicht alles machen können, was wir gerne mitnehmen würden. Vor allem auch, weil die Expansion zunächst Finanzmittel benötigen würde (z. B. für einen größeren Messestand, generell eine breitere Präsentation). Aktuell müssen wir außerdem damit leben, dass wir vor allem über Remote-Tools miteinander arbeiten, da wir nicht in der gleichen Stadt leben.

Florian: Habt ihr als Freiburger Start-up einen Standortnachteil?

Daniel: Als Verlag, der vorwiegend internationale Produkte für den hiesigen Markt aufbereitet und dabei wesentliche Arbeitsprozesse im Internet ausführt, sind wir nicht ortsgebunden. Als nachteilig könnten wir die vergleichsweise hohen Mietkosten nennen, die sich in den Ausgaben für den Arbeitsplatz und das Lager widerspiegeln. Als Vorteil hat es sich bereits erwiesen, dass ich in Freiburg die Nähe zu Frankreich und der Schweiz genieße. Alex wiederum sitzt in Ludwigshafen, so dass wir standorttechnisch sogar etwas breiter aufgestellt sind.

Florian: Was erwartet ihr euch von unserem Startup-Programm?

Daniel: Wir freuen uns auf den Pirat Summit und die Möglichkeit, unser Netzwerk erweitern zu können, Resonanz zu erhalten und unser Know-how vertiefen zu können. Spannend wird es auch, Synergieeffekte aufzuzeigen und neue Partnerschaften einzugehen.

Florian: Vielen Dank, Daniel und Alex von Meeple Circus 🙂

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Über den Autor
Carola Heine
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