Was macht die Selbständigkeit mit mir? Teil 11: Mindset

Mindset: Was macht die Selbständigkeit mit mir?

Zum #lebensgefühl_selbständig gehört auch die passende Einstellung, die sich durch jede Handlung zieht

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Kann ich jetzt wirklich so viel in Rechnung stellen? Was passiert nur, wenn ich doch nicht gut genug bin? Werde ich je so gut sein wie die Wettbewerber:innen? Motivationslöcher, mittelprächtige Tage und Selbstzweifel gehören zum unternehmerischen Alltag. Dann brauchst du das magische Werkzeug, das dich mental immer wieder aus der Grube zieht: Das richtige Mindset nämlich.

Was bedeutet das alltagstaugliche „Mindset“ für selbständige Unternehmer:innen?

Unter einem Mindset versteht man viel mehr als nur die direkte Übersetzung „Denkweise“. Der Begriff fasst dein emotionales Empfinden, deine Verhaltensmuster und innere Überzeugungen zusammen. Die beiden letzteren lassen sich von dir bis zu einem gewissen Grad trainieren.

Dein Mindset kannst du ändern, verbessern oder erweitern. Je besser du verstehst, wann du wie auf welche Situation reagierst, desto größer wird dein Einfluss darauf, wie gut du eine Sachlage empfindest und bewältigst.

Das simpelste Beispiel für ein entweder positives oder negatives Mindset bietet die alte Frage „Ist dein Glas halb voll oder halb leer?“ Inzwischen wissen wir natürlich, dass es auch schön sein kann, überhaupt ein Glas zu haben, mit dem sich neues Wasser holen lässt. Wie hübsch auch ein kleines Glas sein kann und dass man in der Regel selbst entscheiden kann, wie viel man nachfüllt.

Trotzdem wird es immer Menschen geben, die wehklagend auf das schauen, was sie für die Hälfte der ihnen zustehenden Möglichkeiten halten. Ein anstrengendes Mindset. Für sie selbst und andere und vor allem dann, wenn sie sich gar nicht aktiv um Veränderungen bemühen.

Als Selbständige:r wird dir eine negative Grundeinstellung aber nicht nur die Freude nehmen, sondern auf Dauer richtig schaden.

Warum ein gutes Mindset für Freelancer:innen und andere Selbständige so wichtig ist

Als Angestellte:r gehst du den anderen in deinem Team vielleicht damit auf die Nerven, wenn du immerzu darüber klagst, dass dein sprichwörtliches Glas leider nur halb leer ist. Eine gute Idee ist es nicht, den dauernörgelnden Meckerkopp zu geben.

Aber bei allen wirklich entscheidenden Themen ist bei einer Festanstellung immer die Aufgabe deiner Chefin oder deines Chefs, für den größeren Rahmen zu sorgen. Wenn Angestellte wirklich extrem unzufrieden sind, bleibt ihnen nur der Wechsel.

Als selbständige:r Unternehmer:in wiederum trägst nur du allein die Verantwortung dafür, ein Mindset zu entwickeln, mit dem du auch angesichts von unsicheren Situationen oder Emotionen so gut wie möglich weitermachen kannst.

Keine Führungskraft wird kommen und dir Aufträge zuteilen, kein Chef ein aufmunterndes Gespräch anbieten und keine Chefin mit dir über deine Möglichkeiten sprechen.

Du und dein Mindset, ihr seid auf euch gestellt.

Dein Erfolg hängt von deinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen ab

Selbstzweifel, unwillkürliche negative Vergleiche, Panik in herausfordernden Kundensituationen:

Denk‘ in solchen Fällen daran, dass du selbst steuern kannst, wie du damit umgehst. Du bist diesen Gefühlen nicht hilflos ausgeliefert, sondern kannst ihnen auf den Grund gehen und den Knoten lösen.

Frag dich zum Beispiel: Trägt dieser Gedanke gerade zur Lösung bei? Wie kann ich anders darüber denken – welche Möglichkeiten gibt es noch, auf die ich noch nicht gekommen bin? Was mache ich, wenn das Schlimmste eintritt, das ich befürchte: Wie ist dann mein Plan?

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Wenn du dich komplett festgefahren hast, solltest du akzeptieren, dass es dir nicht gut damit geht. Du musst dir selbst gegenüber keine lächelnde Maske aufsetzen, es ist okay, wenn mal gar nichts okay ist.

Wenn du introvertiert bist oder ein ängstlicher Typ, dann solltest du dich nicht verbiegen. Sondern mit dem arbeiten, was dir mitgegeben wurde: Angst hat eine Funktion, sie warnt uns vor unbedachten Handlungen. Auf sich alleine gestellt klarzukommen ist eine gute Sache, keine die man reparieren muss.

Zwischen Selbstakzeptanz und Lösungbereitschaft führt der Weg entlang

Der wichtigste Schritt zu einem guten Mindset ist die Erkenntnis, dass jede:r eines hat und dass man es grudsätzlich immer positiv stärken kann.

Manchmal helfen schon einfache Fragen:

„Mit welchem Mindset möchte ich an diese Aufgabe gehen?“

Schon wird dir klar, wie du auf dich und andere wirken möchtest und oft auch bereits, wie du dies dann auch aktiv umsetzen kannst – schließlich kennt dich niemand besser als du selbst. Am Ende ist dein „Mindset“ immer eine Entscheidung und nichts, das dir von außen zustößt.

Die Dinge, die du bejahst oder ablehnst sind so wichtig wie jene, die du für dein eigenes Wohlbefinden tust. Grenzen setzen lernen gehört zu einem guten Mindset und du musst nicht befürchten, dann nicht mehr gemocht zu werden.

Das Gegenteil ist der Fall: Wenn du weißt, wo du stehst und wie du arbeiten willst, ziehst du genau die passenden Menschen an.

Gleich und gleich gesinnt sich gern

Noch ein guter Grund, sich mit dem eigenen Mindset zu beschäftigen und es hell und freudig erstrahlen zu lassen: Wenn du eine gute Ausstrahlung hast, finden sich in deinem beruflichen und privaten Leben automatisch Menschen ein, die gut zu dir passen.

Hast du dich schon mit dem Thema „Mindset“ beschäftigt als Selbständige:r?

Dann freuen wir uns sehr über dein Feedback.

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  • Foto: Adobe Stock primipil
Über die Autorin
Carola Heine
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