Mutmacher und Motivation

Mutmacher und Motivation für Mitarbeiter und Dich selbst

Brauchst Du im unternehmerischen Alltag Mut? Über die Notwendigkeit Motivation kann man wohl nicht streiten, die kommt und geht und bedarf konsequenter Pflege. Aber ist Mut nicht sowieso irgendwie die Voraussetzung für so ziemlich alles, was Dir ab Gründung begegnet?

Ja und Nein. Risikobereitschaft und mutige Entscheidungen gehören dazu, wenn man sich selbstständig macht. Aber das bedeutet ja nicht, dass Du unerschütterlich vorwärts tuckerst und jederzeit aus einem niemals endenden Vorrat von Motivation und Mut schöpfen kannst.

Oft ist es von der aktuellen Tagesform abhängig, mit wie viel Schwung und Entscheidungsfreude man an eine Aufgabe geht. Um solchen Schwankungen nicht beliebig ausgeliefert zu sein, kannst Du für Dich und Deine Mitarbeiter aber auch gezielt daran arbeiten, Aufgaben motiviert und kraftvoll anzugehen.

Motivation ist kein Zufallsprodukt – Mut auch nicht

Wir alle haben schon erlebt, wie eine kritische Bemerkung uns förmlich die Luft aus der Motivation gelassen hat. Lob funktioniert einfach viel besser als Kritik, wenn Du Mitarbeiter motivieren möchtest: Weil es ermutigt, Kraft gibt und die Motivation erhöht.

Im stressigen Projektalltag geht das Loben allerdings oft unter, weil man sich tendenziell eher mit Problemen beschäftigt als mit den Dingen, die gut funktionieren.

Dabei kannst Du Dir die Motivation und auch sonst die Einstellung der anderen Projektbeteiligten aber auch wie einen Akku vorstellen, der sich im Laufe der Arbeit nach und nach entlädt, wenn es immer nur um kritische Punkte und Krisen geht – es sei denn, Du sorgst immer wieder bewusst dafür, dass nachgeladen wird.

Die Momente, in denen Du Mitarbeitern für ihren Einsatz dankst und es offen anerkennst und es anerkennend kommentierst, wenn sie eine Aufgabe besonders gut gelöst haben, laden beispielsweise diesen gemeinsamen „Akku“ auf.

Es müssen auch nicht immer die großen Ergebnisse sein. Wer kreativ ist, sich gut ausdrücken kann, bisherige Erfahrungen einbringt oder bereitwillig bei Bedarf Überstunden schiebt, ist für jedes Projekt ebenso wichtig wie derjenige, der den Abschluss beim Kunden getätigt hat.

Wichtiger noch: Motivierte Mitarbeiter haben im richtigen Moment auch den Mut, Entscheidungen zu treffen und herausfordernde Aufgaben zu übernehmen. Sie wachsen mit ihren Aufgaben, was am Ende wiederum Entlastung und vermutlich sogar Gewinn und mehr Umsatz für Dich bedeutet.

Von jeder Aktion, die der Motivation und Ermutigung Deiner Mitarbeiter dient, profitierst Du also selbst auch. Jeder Zuspruch dient auch Dir selbst, nicht nur dem restlichen Team.

Damit die Energiespritze auch ankommt, solltest Du übrigens auf pauschale Floskeln à la „Das Team bringt uns voran, leiste Deinen Beitrag“ oder „Wir stellen uns Herausforderungen im Projektalltag erfolgreich“ grundsätzlich verzichten:

Viel besser funktionieren sowohl Anerkennung als auch motivierende Ansagen, wenn Du konkret wirst. Bedank Dich für eine konkret gelöste Aufgabe, erwähne genau das, was Du als positiv wahrgenommen hast, geh auf die vorteilhaften Dinge ein und lass erkennen, dass Du Talente und Einsatz durchaus auch wahrnimmst und nicht als selbstverständlich betrachtest.

Auch wenn es Dir darum geht, Dein Team weiter voranzubringen, weil die Ergebnisse eigentlich noch nicht das sind, was Du Dir vorgestellt hast, kommst Du mit konkreten Ansagen und lobender Ermutigung viel weiter als mit Kritik.

Beispiel für positiven Ansatz trotz vorhandener Kritikpunkte

Wenn Du tief in Deinen eigenen Abläufen steckst, wünschst Du Dir vermutlich manchmal einen magischen Knopf, der dafür sorgt, dass alle wunschgemäß spuren, ohne Dir vorher noch Diskussionen und Betreuungsbedarf einzubringen.

Den magischen Knopf gibt es nicht. Aber fast genauso gut ist es, wenn Du Deine Erwartungshaltung positiv formulierst und dabei konkret erklärst, was Du als nächsten Schritt erwartest.

Du könntest zum Beispiel sagen: „Unsere Ergebnisse im letzten Monat lassen viel zu wünschen übrig und Du könntest wahrscheinlich dies und das tun, um uns voranzubringen, was Du bisher ja leider irgendwie noch nicht getan hast, obwohl es für Dich doch so im Plan steht“, einfach weil dies den Tatsachen entspricht.

Zielführender aber wird es sein, wenn Du die bisherigen Maßnahmen ganz konkret lobst und dann konkret sagst, was Du Dir außerdem noch wünschst:

„Wir sind mit Projekt X in der richtigen Richtung unterwegs. Deine Fachkenntnisse und Dein Einsatz sind sehr wichtig für unseren Erfolg, ich weiß es sehr zu schätzen, dass ich Dir diese Aufgaben übertragen kann – ich wünsche mir, dass Du als Nächstes konkret dies und das tust und mir dann sagst, wie es gelaufen ist, denn ich habe Vertrauen in Dich und Deine Fähigkeiten.“

Wen Du nicht vergessen solltest ….

Auf keinen Fall solltest Du Dich selbst vergessen und was Du alles kannst, beiträgst und leistest. Auch für Deine eigenen Ziele kannst Du Deadlines festlegen, Erfolge messen und Dich selbst mit Anerkennung belohnen.

Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass auch Du davon profitierst, immer wieder daran erinnert zu werden, wie toll Dein Einsatz ist und wie sehr alle davon profitieren, dass Du viel leistest.

Klopf Dir ruhig auch mal selbst auf die Schulter, falls es kein anderer tut – Du hast es ebenso verdient wie Dein Team.

08.02.2016