Warum Mütter gut gründen

Keine andere Lebensphase bereitet so gut auf Existenzgründung vor wie Mutterschaft – warum Mütter gut gründen

Kein anderes Ereignis im Leben einer Frau kann sie so gut vorbereiten auf eine Existenzgründung wie die Mutterschaft. Warum Mütter gut gründen? Weil sie bereits daran gewöhnt sind, eine große Anzahl sich teils im Wege stehender Aufgaben parallel zu bewältigen.

Mütter sind Tröster und Geschichtenerzähler, Einkäufer und Verwalter, Pflegekräfte, Reinigungsdienst und Krankenschwester in einer Person – von Chauffeurdiensten und dem täglichen Treffen wichtiger Entscheidungen und “Networking” ganz zu schweigen.

Während kinderlose GründerInnen oft nahezu überwältigt davon sind, von den unterschiedlichsten Aufgaben auf einmal überrollt zu werden und eine längere Gewöhnungsphase benötigen, setzt eine alltagserprobte Mutter einfach noch zehn wichtige Punkte auf die To-Do-Liste und denkt gar nicht lange darüber nach, ob das nun alles viel ist. Sondern nur darüber, wann und wie sie es erledigt bekommt, um das nächste Zwischenziel zu erreichen.

Aber der schnelle Wechsel zwischen einer Vielzahl von Aufgaben unter Zeitdruck und der Anforderung, viele Entscheidungen schnell zu treffen, ist nicht die einzige tägliche Trainingsübung für „Mompreneurs“, wie Start-up Gründerinnen und Existenzgründerinnen genannt werden, die als Mutter ihr Business aufbauen wollen.

Erfolgsfaktor emotionale Intelligenz

Eine wichtige Eigenschaft im Geschäftsleben ist die Fähigkeit, auf Emotionsebene zu erkennen, welcher Art von Person man in welcher Situation gerade gegenübersteht und entsprechend zu reagieren. Emotionale Intelligenz gilt als “Soft Skill”, wird aber zunehmend als bedeutsamer für erfolgreiche Führung und Verhandlungen im Geschäftsalltag erkannt.

Mütter wissen das bereits. Denn Kinder mit ihren Entwicklungsprozessen und dem Mix aus Lernen, Abgrenzung und dem Erforschen der Welt sind herausragende Übungsobjekte.

Wer jemals einem Zweijährigen einen Trinkbecher in der falschen Farbe gegeben oder mit einem Teenie über die gewünschte Haarfarbe gestritten hat, weiß sofort, inwiefern die Einfühlsamkeit einer Mutter ständig trainiert und weiter feingeschliffen wird.

Warum Mütter gut gründen – belastbare Zeitplanung

Da man als Mutter und Gründerin so viele Aufgaben gleichzeitig bewältigen muss und sich dabei noch auf immer neue oder sich verändernde Situationen einstellen muss, ist eine belastbare und tragfähige Zeitplanung ebenfalls ein Faktor.

Eine Mutter hat zum Zeitpunkt ihrer Existenzgründung nämlich eine wichtige Sache schon gelernt: Wenn sie ihren Tag nicht perfekt plant und es möglich macht, auch in engen Zeitfenstern zielgerichtet zu Ergebnissen zu kommen, passiert gar nichts.

Aber das ist noch nicht alles, denn die Aufgaben irgendwie in den Tag gequetscht zu bekommen genügt den Ansprüchen einer Mutter nicht. In der Regel wünscht sie sie auch, Zeit und Ruhe mit ihren Kindern zu haben, statt diese einfach nur zu organisieren und zu verplanen – und das bei Situationen, deren Einflussfaktoren sich ständig ändern können.

Wie in der Gründungsphase ist es wichtig, flexibel zu sein und nie aus den Augen zu verlieren, was am Ende wirklich wichtig ist: Nicht nur das Geschäftsmodell, sondern vor allem die Familie, für die man damit überhaupt begonnen hat.

Ein Geschäftsmodell großziehen

Neue Zeitplanung, überraschende Herausforderungen, ständige Übermüdung und dabei aber auch der große positive Rausch einer wunderbaren neuen Erfahrung: Ein Business aufziehen ähnelt in vielerlei Hinsicht einem neuen Baby.

Auch hier gilt wieder: Die eine Erfahrung bereitet auf die andere vor. Mütter wissen, dass stressige Phasen vorbei gehen und dass ein Großteil der Anforderung darin besteht, sich im Trubel nicht selbst zu verlieren.

Wer bereits ein Kind großzieht, hat noch eine wichtige Sache für die Geschäftsgründung bereits gelernt: Niemand schafft es ganz allein. Unterstützung, Feedback, Input und Information von anderen sind wichtig, damit man vorankommt und nicht beim ersten Problem gleich scheitert.