Nebenberuflich in die Selbstständigkeit starten

Nebenberuflich in die Selbstständigkeit starten

Der brennende Wunsch, endlich der eigene Chef zu sein, kann bekanntlich ziemlich viele Gründe haben.

Angefangen von akuter Unzufriedenheit mit einer Angestelltensituation bis hin zur durchschlagenden Geschäftsidee, die noch keiner hatte.

Dazwischen liegen ungezählte weitere Möglichkeiten, die den Gedanken an eine Existenzgründung auslösen.

Wer die Möglichkeit hat, nebenberuflich zu starten, wirft jedoch in der Regel nicht spontan alles hin, um als Gründer oder Startup-Starter ins kalte Wasser zu springen.

Erfahrungen sammeln, Portfolio aufbauen, Referenzen erwerben

Mit einer Festanstellung in der Hinterhand kann man finanziell abgesichert die ersten Erfahrungen sammeln, Referenzen erwerben und ein Portfolio aufbauen und erweitern, bis alles rundherum passt.

Um mit dem eigenen Business erfolgreich durchzustarten, muss natürlich trotzdem viel Zeit investiert und hart gearbeitet werden.

Der Gedanke schreckt einige ab, denn die Vorteile der Selbstständigkeit verblassen neben Überstunden und der noch fehlenden Erfahrung auf einem hart umkämpften Markt.

Dabei ist Perfektionismus tatsächlich nur hinderlich. Von außen betrachten wirken andere Freelancer und Selbstständige zwar oft sehr souverän.

Sie wissen, dass derjenige gut verkauft, der sich gut vermarktet und haben in Gesprächen über ihre Tätigkeit daher einen überzeugenden Auftritt.

Nicht zu sehen von außen ist aber, wie oft sie unwillig herumtrödeln und Zeit verdaddeln, sich viel zu viel aufladen, gerade nichts zu tun haben und deswegen Geldsorgen – oder übermüdete Nächte durcharbeiten, um Deadlines zu halten.

Alles ganz normal: Der Alltag eines Unternehmers kennt keine geregelten Zeiten und es vergeht einige Zeit, bis man sich professionell organisiert und Strukturen findet.

Natürlich kann man mit unserer Buchhaltungslösung selbst bestimmen, wann Rechnungen geschrieben werden.

In vielen anderen Dingen jedoch wird ein Gründer sich dann auch noch nach Terminen der Kunden und Anforderungen in Projekten richten müssen.

Wie hart das werden kann, lässt sich aber auch nebenberuflich herausfinden – und dann auch viel besser dosieren.

Einer der wichtigsten Tipps für einen reibungslosen Start ist eine offene und ehrliche Kommunikation, was die eigenen Limits angeht.

Verfügbarkeit realistisch planen und kommunizieren

Sobald man nebenberuflich selbstständig ist, muss die verfügbare Zeit zwischen beiden Jobs aufgeteilt werden.

Wer Kunden und/oder Arbeitgebern suggeriert, zu 100% zur Verfügung zu stehen, weckt eine falsche Erwartungshaltung und gerät früher oder später in Schwierigkeiten.

Zwar ist es nicht nötig, den Chef in die Details der eigenen Nebenberuflichkeit einzuweihen oder den Kunden vom Tagesjob zu erzählen.

Aber es ist wichtig, ganz klar zu kommunizieren, welche Zeit man für welche Aufgabe benötigt und bis wann man sie erledigen kann.

Schriftliche Vereinbarungen helfen – je detaillierter, desto besser. Wenn ein Angebot so viele Einzelheiten enthält, dass es fast ein Pflichtenheft ersetzt, ist für alle Beteiligten transparent, was wofür berechnet wird.

Einige überwältigend große Projektaufgaben wirken auch gleich deutlich verdaulicher, wenn sie auf Details heruntergebrochen werden, die sich nacheinander erledigen (oder outsourcen) lassen.

Zeitplanung hilft aber auch bei allen anderen Aufgaben.

Bewusst freie Zeit einplanen, ausreichend schlafen, netzwerken und andere Aufgaben erledigen – auch das sind Dinge, die im Terminkalender ihre Existenzberechtigung haben, damit sie nicht zu kurz kommen.

Zeit ist also knapp und verlangt danach, sorgfältig und mit Bedacht eingesetzt zu werden.

Zwei Drei-Punkte-Regeln sind hilfreich

Zwei goldene Drei-Punkte-Regeln helfen Dir dabei, Deine Zeit nicht in den falschen Projekten oder mit den falschen Kunden zu verschwenden.

Die erste lautet:

Wenn ein Auftrag weder deinem Portemonnaie, deiner Seele noch deiner Karriere gut tut, dann lass ihn sein.

Man kann für wenig Geld arbeiten, wenn man dabei lernt und Freude daran hat. Man kann für viel Geld arbeiten, auch wenn der Spaß mal auf der Strecke bleibt und es wichtige Referenzen bringt.

Was man aber nie tun sollte: Einen freudlosen Job für wenig Geld annehmen, obwohl er weder Erfahrungen noch Referenzen bringt.

Außerdem gilt:

Eine Aufgabe kann nicht herausragend, extrem preiswert und dabei auch noch schnell erledigt werden.

Es ist für Dein Seelenheil und das Deiner Kunden wichtig, die Erwartungshaltung kristallklar festzuzurren:

Wer über Nacht einen tollen Job erledigt haben will, kann keinen Discount-Preis erwarten. Wer wenig zahlen kann oder will, darf kaum drängeln und so weiter.

Wenn Du diese beiden „Regeln“ verinnerlichst und Dich daran orientierst, hast du bereits eine gute Linie gefunden.