Networking für Einsteiger – Tipps für Newbies

Networking für Newbies

Startup-Treffen, Networking-Frühstücke und Gründer-Events finden aktuell in jeder größeren Stadt monatlich statt.

Wer “netzwerken” will, muss sich nur bei XING nach einer Regio-Gruppe oder bei der örtlichen IHK nach Existenzgründertreffen umschauen, sich bei Meetup.com einloggen oder im nächstgelegenen Coworking-Space in den Terminkalender gucken.

Aber an der Verfügbarkeit von Terminen liegt es ja gar nicht, dass manche Gründer und Startupper auf solchen Terminen nicht anzutreffen sind, obwohl sie sich grundsätzlich dafür interessieren würden.

Nicht jeder hat die Nerven, einfach mal loszumarschieren und sich mit lauter Fremden an einen Tisch zu setzen, um dann erst herauszufinden, was passiert.

Damit Ihr nicht mehr planlos vor dem Terminkalender grübelt und Euch das eine oder andere nette Event verkneift, haben wir eine kleine Anleitung für Euch geschrieben.

Networking für Newbies – der Mini-Guide

So bereitest Du Dich optimal vor

Netzwerktreffen sind keine Verkleidungspartys, Du solltest in Deinem ganz normalen Business-Outfit hingehen: Sauber, gepflegt und unbedingt in dem Look, der Dich authentisch wiedergibt.

Wenn Du den ganzen Tag über im Shirt an Code schraubst, wärst Du in einem Anzug nur seltsam kostümiert. Triffst Du im Job alle paar Stunden konservative Kunden, sollte Dein Outfit auch dies widerspiegeln und das gut eingewohnte Metal-Shirt bleibt mal daheim.

Abgesehen davon sind alle Personen auf diesen Treffen aus dem gleichen Grund dort wie Du: Mal gucken, was geht – wen man trifft und ob es nicht nur nett, sondern nützlich ist vor Ort.

Wenn Du Dich an ein paar einfache Tipps hältst, kann also nicht viel schiefgehen:

  • Der wichtigste Tipp von allen: Nie ohne Visitenkarte. Auch wenn 95% aller Menschen, denen Du auf Veranstaltungen begegnest, Deine Karte kurz darauf wieder wegwerfen werden, so schleppst Du sie natürlich trotzdem mit für die 25%, die sie sich vorher einscannen werden.
  • Nie als wahlloser Verteiler von Visitenkarten auftreten: Es ist richtig, Deine Karten gehören in jede Tasche, ins Portemonnaie, zum Laptop und auch auf Networking-Treffen unbedingt ins Handgepäck.

    Aber Du verteilst sie nicht pauschal an jeden, obwohl es immer Leute geben wird, die auf Networking-Events alle Karten einsammeln, die ihnen vor die Nase gehalten werden.

    Du gibst sie denen, mit denen Du ins Gespräch gekommen bist und die entweder danach fragen oder bei denen Du den Eindruck hast, dass Ihr gut “connected”, um es mit einem Startup-Buzzword zu sagen.

  • Nie ohne “Elevator Pitch”: Auch wenn Du ‘nur’ ein Gründer bist und keine innovative Startup-Idee vorstellen musst, solltest Du in der Lage sein, mit wenigen Sätzen in unter 30 Sekunden Dein Business vorzustellen.

    Ohne Dein Gegenüber zu langweilen. Beides – das Vermeiden von Langeweile und die souveräne Selbstdarstellung in einer halben Minute – kann und sollte man üben.

  • Wenn Du Dich selbst vorstellst, geht es nicht um Deinen ganz privaten Werbespot – sondern erst einmal darum, die Aufmerksamkeit Deines Gesprächspartners zu fesseln und dafür zu sorgen, dass er Dich nicht sofort wieder vergisst.

    Wer bist Du, woher kommst Du, was ist Dein Business und was an Dir ist spannend genug, dass man es nicht sofort wieder vergisst?

    “Hey, ich bin Jan aus München und baue gerade einen mobilen Service für Dienstleistung XYZ auf, weil ich selbst eigentlich nur sehr ungern für XYZ aus dem Haus gehe und dies auch anderen Menschen ersparen will” prägt sich besser ein als “Hey, ich bin Jan mit dem mobilen Service für XYZ in der Region München”.

  • Verhaltensregeln: Freundlich, interessiert – und ganz normal

    Bei den meisten Veranstaltungen stehen Menschen in Grüppchen zusammen, zu denen man sich einfach ebenfalls dazustellen kann – wenn es sich nicht gerade um ein privates Gespräch handelt.

    In dem Fall reicht ein freundliches “Sorry” und man wandert weiter.

    Networking-Veranstaltungen sind soziale Events, bei denen man nicht durchfallen kann. Sie wurden unter anderem entwickelt, damit völlig fremde Menschen sich begegnen und sich kennen lernen können, ohne sich erst krampfhaft einen Grund überlegen zu müssen, wie sie ins Gespräch kommen.

    Oft trifft man auf Menschen, mit denen man vermutlich geschäftlich gar nichts zu tun haben wird – die aber trotzdem zu lohnenden Bekannten werden, mit denen man einen interessanten Erfahrungsaustausch über die Gründungsphase hinaus betreiben kann.

    Wenn Du auf einem regelmäßig stattfindenden Brunch oder einer Coworking-Party bist und es Dir so vorkommt, als würden sich alle außer Dir schon ewig kennen, dann ist das vermutlich größtenteils wirklich so – und beim nächsten Mal bist Du dann auch schon jemand, dem viele zur Begrüßung zuwinken oder –nicken.

    • Entspann Dich, schau den Menschen beim Gespräch immer aufmerksam in die Augen und schau Dich erst mal um. Wenn Du zu schüchtern bist und feststellst, dass es Dir nicht leicht fällt, Dich einfach zu einer Gruppe anderer zu stellen, hol Dir ein Getränk und tu es trotzdem:

      Mit beschäftigten Händen wirkst Du nicht so nervös und niemand wird Dich zu Gesprächen nötigen, denn jeder möchte ja auch erst mal über sich selbst sprechen.

    • Wenn Dir nichts einfällt, hör einfach zu. Stattdessen aufzudrehen wäre vermutlich ein Fehler. Auf jedem Event gibt es laute bzw. übertrieben selbstbewusste Menschen, die keine Scheu in sich tragen, jedem mitzuteilen, wie wunderbar und überaus erfolgreich sie sind. Viel mehr, als für ein normales Selbstbewusstsein nötig wäre.

      Zu denen möchtest Du eher nicht gehören, denn abgesehen davon, dass Angeberei auch nervt und bei Wiederholung ermüdet, erntet eine solch überzogene Selbstdarstellung eher Ablehnung, selbst wenn diese mit Verzögerung eintritt.

      Die selbst ernannten Stars der Szene finden immer andere, die ebenfalls so ticken und diese sind dann miteinander ganz zufrieden, denn sie bekommen genau das Feedback, das sie sich bestellt haben.

      Als ganz frischer Einsteiger wirst Du Dich aber wahrscheinlich wohler fühlen, wenn Du erst einmal mit echtem Interesse allen zuhörst, die von Ihrem Geschäft erzählen – und echtes Interesse ist es dann auch, das zu tatsächlich wertvollen Kontakten führt irgendwann.

    Lokale und regionale Existenzgründer- und Startup-Treffen

    Treffen in Deiner Nähe haben den Vorteil, dass Du viele Menschen treffen wirst, die sich mit wenig Aufwand noch einmal wiedertreffen lassen.

    Es ist außerdem ganz erstaunlich, wie gut der „Flurfunk“ funktioniert, wenn andere Gründer oder Startup-People Empfehlungen aussprechen können.

    Du brauchst vielleicht selbst keine handgefertigte Kinderkleidung, aber wenn in Deinem Bekanntenkreis jemand über schlechte Katalogware klagt, wird Dir sofort die Gründerin mit dem eigenen Atelier einfallen, die auf dem letzten Regio-Treffen vom Kampf um den Zuschuss berichtete.

    Vielleicht veranstaltest Du keine Events, aber wenn Dein Kunde eines organisiert und Fotografen sucht, denkt Du mit Sicherheit sofort an die Event-Fotografen, von denen Du auf dem letzten regionalen Treffen erfahren hast: Entweder weil sie selbst dort waren oder weil jemand tolle Fotos in Auftrag gegeben hatte.

    Regionale Treffen sind Goldgruben für den Bekanntenkreis und eine belebende und bereichernde Erfahrung, selbst wenn man ohne die Visitenkarten potenzieller Kunden nach Hause geht.

    Dafür kennt man spannende Leute, hat neue Ideen erlebt oder selbst gesammelt und hat sich mit anderen ausgetauscht, die in einer ähnlichen Lebensphase sind und daher viele Tipps geben können und verstehen, was gerade wichtig ist.

    Sperr die Ohren also auf bei lokalen Treffen und merk Dir gut, wer was für wen macht und eine nützliche Empfehlung sein könnte auch über Deinen eigenen Bedarf hinaus.

    Die anderen machen es ebenso.

    Startup-Konferenzen und große Events

    Große Startup-Events haben in der Regel eine eigene Website, eine eigene Facebook-Präsenz und einen Twitterkanal.

    Schau Dich auf allen dreien sorgfältig um:

    • Welche Kontakte, Firmen oder Sponsoren wären besonders interessant für Dich? Welche Speaker bereichernd?

      Mach eine Liste. Der Satz “Auf diese Begegnung freue ich mich schon, seit ich von Eurer Teilnahme erfahren habe” ist dann auch eine ziemlich gute, weil ehrliche Gesprächseröffnung.

    • Überleg Dir, was Du erleben, wen Du erreichen willst und was Deine Ergebnisse sein sollten und was Du vor Ort am besten tust, um diese Ziele zu erreichen: Sponsoren, Kooperationen, Erwähnung in den Medien oder generell neue Kontakte? Vielleicht reicht Dir auch Zugucken und Inspiration, das ist völlig OK, man muss nicht an jedem Rattenrennen aktiv teilnehmen.
    • Notier Dir den #Hashtag zum Event und twittere konsequent bereits im Vorfeld, während Deiner Teilnahme und als Fazit Deine Überlegungen und Dein Feedback unter Verwendung dieses Hashtags.

    Wenn die Veranstaltung in einem Hotel abgehalten wird und Du kannst dir ein Zimmer dort leisten, dann übernachte dort.

    Was Du für den Zimmerpreis ausgibst, sparst Du an Fahrtkosten und wertvoller Zeit für spontanes Networking zwischen den Veranstaltungen.

    Wenn es eine Konferenzparty gibt: Nimm teil!

    Networking ist nicht immer logisch, nicht auf den ersten Blick.

    Wer nette Kontakte schließt und gute ‘connections’ findet, kann auch lustige und luxuriöse Business-Ideen unterbringen, die kein Mensch wirklich braucht – für die aber frisches Interesse entsteht, wenn die networkelnde Person nett ist und gut ankommt.

    Durchfallen kann man bei Networking-Events nicht.

    Wenn eines überhaupt nicht passt, geht man eben heim und hat trotzdem eine Erkenntnis, über die sich konstruktiv bloggen oder twittern lässt.

    Was für Erfahrungen habt Ihr mit Networking gemacht?

06.07.2015 | 1
  1. […] Freelancer insbesondere in der Gründungsphase empfehlen wir außerdem, aktiv ins Networking einzusteigen. Bekannt werden mit einem eigenen Leistungsprofil, das passiert zwar nicht über Nacht […]