Bin ich noch Kleinunternehmer?

Bin ich noch Kleinunternehmer – wo ist die Grenze?

Wer nicht mehr als 17.500 Euro jährlichen Umsatz macht, fällt unter die Kleinunternehmerregung – und kann sich aussuchen, ob er oder sie Umsatzsteuer abführen möchte oder nicht. „Aber bin ich denn überhaupt noch Kleinunternehmer?“ fragt sich so mancher, der im Laufe des Jahres die eigenen Finanzen durchrechnet und sieht: Der monatliche Durchschnitt von 1.450 Euro ist längst überschritten – und noch ist nicht abzusehen, wie das restliche Jahr sich entwickelt.

Was also tun, wenn die Geschäfte weiter so gut laufen – und plötzlich die Kleinunternehmerregelung nicht mehr greift? Anfallende Umsatzsteuerzahlungen sind nämlich nicht das einzige, was sich dann ändert: Immer vorausgesetzt, der Kleinunternehmer hat sich für die Befreiung von der Mehrwertsteuerregelung entschieden.

Umsatzsteuer für Kleinunternehmer ist nicht ausgeschlossen

Denn bei der Kleinunternehmerregelung handelt es sich um ein Wahlrecht. Unmittelbar nachdem Du Dein Gewerbe bei der zuständigen Gemeinde oder Dich als selbständiger Freiberufler beim Finanzamt angemeldet hast, wird ein Fragebogen zugeschickt, in dem gefragt wird, wie Du hinsichtlich der Umsatzsteuer verfahren möchtest.

Diese Entscheidung kann von diversen Faktoren abhängen: Wer ausschließlich für Privatpersonen arbeitet, kann ohne Umsatzsteuer günstigere Preise machen – wer sich im gehobenen Business-Bereich etablieren will, möchte eventuell nicht als Kleinunternehmer dastehen, dessen Jahresumsatz durch die entfallende Mehrwertsteuer quasi transparent eher niedrig ist.

Wer keine Umsatzsteuer abführen muss, kann bei eigenen geschäftlichen Anschaffungen auch nicht die dort anfallende Mehrwertsteuer mit der zu zahlenden verrechnen. Und natürlich kann es stressen, später umstellen zu müssen und dann Privatpersonen gefühlt höhere Preise anbieten zu müssen. Es macht also durchaus Sinn, trotz eines leicht erhöhten Verwaltungsaufwands – der mit lexoffice automagic in wenigen Klicks zu bewältigen ist! – die Entscheidung dafür zu treffen, von Anfang an Umsatzsteuer zu berechnen.

Risiko Wachstum für Gründer

Wenn sich nämlich das Durchbrechen der Kleinunternehmerregelung durch höheren Umsatz nicht vermeiden lässt, muss innerhalb von sechs Monaten die anfallende Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden – was nicht vielen Kunden gefallen wird. Vor allem für Gründer ein schwer einschätzbares Risiko.

Ob zu „hoher“ Umsatz ein Problem darstellt, hängt davon ab, ob dieser im ersten oder zweiten Jahr nach Existenzgründung gestiegen ist.

Wenn Du im ersten Jahr den festgesetzten Jahresumsatz von 17.500 € geringfügig überschritten hast, musst Du nicht direkt Umsatzsteuer berechnen, also keine Umsatzsteuervoranmeldung einreichen. In dem Fall reichst Du wie gewohnt Deine EÜR ein und wirst vom Finanzamt automatisch eine Umsatzsteuernachforderung mit einem berechneten Durchschnittsatz erhalten.

Erst wenn Du zwei Jahre hintereinander die 17.500 € Marke überschritten hast, musst Du grundsätzlich immer die Umsatzsteuer abführen.

Andersherum wird aber keine Umsatzsteuerbefreiung daraus: Auch wenn Du immer wieder einen Umsatz unter 17.500 Euro im Jahr hast, wirst Du nicht automatisch wieder steuerlich wie ein Kleinunternehmer behandelt, das müsstest Du dann beim Finanzamt explizit vereinbaren.

Bin ich noch Kleinunternehmer?

Wenn die so genannte Kleinunternehmerregelung zutrifft, gewährt das Finanzamt dem Gründer oder Kleinunternehmer grundsätzlich eine Wahlfreiheit, ob Umsatzsteuer abgeführt werden soll oder nicht.

Mehr über die Kleinunternehmerregelung erfährst Du auch im lexoffice-Lexikon … und auch für die Umsatzsteuervoranmeldung ist lexoffice die perfekte App 🙂

  1. […] laufenden Jahr voraussichtlich mehr als 60.000 Euro umsetzen wirst, gehörst Du nicht mehr zu den Kleinunternehmern gemäß § 19 […]

  2. […] Einkomensgrenze von 17.500 Euro ist nicht verhandelbar, das wird durch eine Entscheidung des Finanzgerichts Sachsen-Anhalt erneut […]