Normalität wird unterschätzt

Normalität wird unterschätzt – was wirklich wichtig ist

Höher, schneller, weiter, greller – oder sind für ein erfolgreiches Unternehmerleben vielleicht doch andere Dinge wichtig?

Wenn man sich online informierten möchte, stellt man schnell fest, dass es viel um Optimierung und Leistung geht:

Wie wir uns motivieren und möglichst produktiv arbeiten ist immer wieder ein großes Thema in unserer Gesellschaft.

Auch Du als Freelancer, Selbstständiger oder Kleinunternehmer wirst ständig mit dieser Herausforderung konfrontiert: Tipps für mehr Power und Action findet man überall.

Was dabei ganz oft in Vergessenheit gerät: Manchmal musst Du gar nichts Außergewöhnliches tun, um nachhaltigen Erfolg zu haben.

Tatsächlich ist es nämlich viel wichtiger, dass die Dich umgebende Normalität zu Deinem Vorhaben passt, Dir Halt gibt und Dich in Deinen Strukturen unterstützt.

Das ist nicht spannend und erfordert nicht so viele spezielle Tools, führt aber zu entspanntem Arbeiten und damit zu viel mehr Balance im „Work“.

Statt nur verbissen optimierend an Deiner Einstellung zu schrauben, solltest Du also prüfen, was sich an Deinem Umfeld „normalisieren“ lässt, damit Du auf möglichst wenig Widerstand für Deine Vorhaben und Aufgaben triffst.

Ein einfaches Beispiel: Wenn Du mehr und regelmäßig Wasser trinken willst, obwohl das nie zu Deinen Angewohnheiten gehörte, ist der Vorsatz allein nur ein Anfang.

Du wirst es nach einiger Zeit immer wieder mal vergessen, zumal Du ja viele Jahre vorher andere Gewohnheiten hattest.

Bestellst Du Dir aber ein gutes Mineralwasser im Abo und platzierst jeden Morgen zwei Liter neben Deinem PC, erhöhst Du die Chancen drastisch, dass es auch klappt.

Inzwischen gibt es wunderschöne Wasserflaschen aus Glas für unterwegs, die Du zu Deinen ‚Unterwegs-Gepäck‘ stellen und immer mitnehmen kannst.

Du kannst Dir angewöhnen, in jedem Restaurant und Café als allererstes eine Flasche Wasser zu bestellen. Mit Deiner Trinkflasche nimmst Du dann den Rest einfach mit.

Noch besser wird es, wenn Du andere Getränke aus Deinem Haushalt vollständig entsorgst und erst gar nicht mehr nachkaufst und außerdem Deinem Umfeld berichtest, dass Du nur noch Wasser trinken möchtest.

Dann wirst Du sogar von Deinem Umfeld unterstützt und man hilft Dir, immer darauf zu achten.

Für jede Herausforderung lässt sich ein Gerüst erschaffen, das die Bewältigung in einen ganz normalen Vorgang verwandelt.

Von Terminkalendererinnerungen bis zu Arbeitsgruppen mit Netzwerkfreunden kannst Du immer alle Abläufe in zeitliche und organisatorische Rahmen stecken, die ihre Abarbeitung „normalisieren“ und Überraschungen aus dem Ablauf nehmen.

Ein persönlicher Erfolgsfaktor besteht dann aber auch darin, sich nicht mit zu vielen Aufgaben gleichzeitig zu überladen.

Multitasking hebt vor allem den Stresspegel, nicht unbedingt die Erfolgsrate

Ständig und immer beschäftigt zu sein mit ganz vielen Projekten und Aufgaben auf einmal wirkt natürlich ziemlich imposant auf andere.

Für Dich selbst ist es aber eigentlich nur Stress, wenn Du immerzu viele Aufgaben balancierst und dabei noch gegeneinander jonglierst.

Gut zu wissen, dass Du es kannst. Aber jetzt schaff Multitasking wieder ab und gönn Dir den Luxus, eine Aufgabe nach der anderen in aller Ruhe wegzuarbeiten.

Das wirkt sich positiv auf die Qualität aus und am Ende schaffst Du genau so viel oder mehr, als wenn Du zwischen Aufgaben hin und her schaltest.

Außerdem bleibt Dir so die Zeit, Erkenntnisse aus Projekten bewusst wahrzunehmen und Du sparst kostbare Zeit, weil Du Dich nicht immer neu in die gleichen Aufgaben hineindenken musst.

Routinen schränken nicht ein, sondern entlasten

Völlig freie Zeiteinteilung ist eines der Highlights für viele, die sich beruflich verselbstständigen möchten:

Gibt es etwas Besseres, als sich jederzeit flexibel entscheiden zu können, was man gerade machen möchte?

Die Antwort lautet: Ja. Gibt es.

Denn so schön die grenzenlose Freiheit auch sein mag – viel weiter kommst Du langfristig, wenn Du ganz normale Routinen in Deinen Arbeitsalltag einbaust.

Sie müssen ja nicht so sein wie die eines Arbeitnehmers und können Deinen Präferenzen entgegenkommen.

Aber tatsächlich entlastet es Deine Planung und Dich, wenn Du Dir Strukturen erschaffst und Dich an diesen orientierst.

Such Dir aus, wann Du Mails liest, wie oft Du Dein Blog befüllst und an welchen Wochentagen, welche Zeiten für Meetings am besten sind und wann Du für eigene Projekte frei nimmst jeden Monat ….

… und befrei Dich durch selbst erschaffene Normalität einfach selbst von der Aufgabe, Dein Unternehmerleben jeden Tag in jedem Detail immer wieder neu erfinden zu müssen.

Denn im Rauschen der Datenströme und angesichts des lauten Selbstdarstellungsgeschnatters allerorten vergisst man nur zu schnell:

Normalität wird tatsächlich meistens unterbewertet.

13.11.2015