Online-Marketing: Twitter-Strategie

Online-Marketing: Deine Twitter-Strategie

Twitter mit seinen 140 Zeichen pro Nachricht und den sauberen Follower-Following-Listen und #Hashtags wirkt so wunderbar übersichtlich, zumindest auf den ersten Blick.

Tatsächlich ist Twitter-Marketing immer dann eine ziemliche Herausforderung, wenn man ganz neu damit anfängt und einen neuen Account aufbaut.

Denn wer sich privat schon länger erfolgreich auf Twitter bewegt, hat natürlich schon Follower und ein Gespür für das Machbare und kann auf dem bestehenden Account auch Werbung für den neuen machen.

Wer jedoch ganz frisch und neu einsteigt, tut gut daran, ein wenig in Planung und Vorbereitung zu investieren, statt einfach loszulegen.

Es kann sehr viel Zeit kosten, sich auf Twitter zu bewegen und es ist wichtig, von Anfang an den richtigen Eindruck zu machen.

Vom passenden Namen, der möglichst nah am eigenen sein sollte, bis hin zu den angestrebten Zielen.

Twitter-Account starten: So geht’s

Wenn Du geprüft hast, welcher einprägsame User-Name möglichst nah an Deinem Domain- oder Firmennamen ist und diesen reserviert hast, besteht der erste Schritt im Hochladen eines aussagekräftigen Designs.

Diese Informationen solltest Du vorbereiten:

  • quadratisches Profilbild in der empfohlenen Größe von 400×400 Pixel
  • Bild für den Header-Bild in einer Größe von 1500 x 1500 Pixel
  • Name und “Kurz-Bio” von 160 Zeichen im Profil
  • Standort und Website-Adresse, die Du angeben möchtest
  • Farbe des Designs – die lässt sich nur mit dem Browser auf twitter.com einstellen

Melde Dich dann per App oder Browser in Twitter an und öffne Dein Profil über den entsprechenden Befehl. Nun klicke oder tippe in einen dieser Bereiche, um die Änderungen vorzunehmen.

Wenn Du Dein Profil- oder Header-Foto später noch mal ändern möchtest, klickst oder tippst Du auf das Kamerasymbol und wählst ‘Foto hochladen’ oder ‘Entfernen’ aus.

Änderungen speichern.

Erste Schritte auf Twitter: Lesen, Folgen, Lesen

Um Dein hübsches neues Profil zur Geltung zu bringen, müssen andere lesen, was Du auf Twitter schreibst. Damit andere Deine Tweets lesen, müssen Sie von Deinem Account erfahren.

Damit diejenigen, die von Deinem Account erfahren, Dir aber gerne folgen, muss dort mehr stehen als nur ein „Hello World“. Das klingt nur wie ein Teufelskreis, ist aber gar keiner:

Mit einem einfachen Social-Media-Redaktionsplan und der Hilfe eines Dashboards kannst Du eine Liste von Themen anlegen, die Du zu bestimmten Terminen ansprechen kannst und diese sogar schon vorbereiten.

Messen, Branchen-Events, Saison-Highlights und thematisch passende Feiertage sind ein guter Anfang. Außerdem natürlich vorhandener und geplanter Content in Deinem Blog.

Wenn Du die Grundlagen für einige Tweets wöchentlich zusammengestellt hast, solltest Du Dir angewöhnen, jeden Morgen und jeden Abend (und anfangs auch jeden Mittag …) eine halbe Stunde oder länger auf Twitter zu schauen, was die anderen so treiben.

Du kannst mit der Suchfunktion Wettbewerber und andere Twitterer mit ähnlichen Themen auffinden. Du kannst „Trending Topics“ aus dem Twitter-Seitenrand fischen oder in den Hashtags schauen, was andere zu einem Thema schreiben.

Und immer, wenn Du einen interessanten Account gefunden hast, wirst Du selbst zum Follower. Bis andere Dich zurückverfolgen, wird es ein Weilchen dauern.

In dieser Zeit reagierst Du mit Antworten und „Retweets“, Favoriten-Sternchen und Beteiligung an Diskussionen auf Themen, die Dich sowieso interessieren.

So baust Du nach und nach eine Wahrnehmung für Deinen Account auf und wirst auch Follower finden. Um die Info-Quellen der anderen Accounts im Überblick zu behalten, ermöglicht Twitter das Anlegen von Listen.

Twitter-Strategie: Anzeigen für mehr Follower

Wenn Du die ersten drei Dutzend Follower errungen hast oder auch einfach von Anfang an helfen Dir Twitter-Anzeigen dabei, Deinen Account aufzubauen.

Die Twitter-Ads nehmen Dir zwar nicht die Arbeit ab, den Account aktiv zu betreuen, aber sie bringen Dir auf einfacheren und schnelleren Wegen viel mehr Follower, als Du mit Geduld und der sprichwörtlichen Spucke zusammenkratzen würdest.

Da über Anzeigen ganz neue Menschen auf Dein Profil kommen, mit denen Du noch nichts zu tun hattest, sollte dieses unbedingt optimal aufbereitet werden:

Neben Profil- und Hintergrundbild samt Bio in den Twitter-Angaben kannst Du einen Tweet ganz oben in Deinem Profil festtackern, damit Deine Profilbesucher diesen als erstes sehen.

So hast Du noch 140 Zeichen zusätzlich zum Twitter-Design, um den gewünschten Eindruck zu vermitteln: Dein aktuelles Angebot, Dein Elevator-Minipitch, Dein besonderer Humor sind so sichtbar.

So heftest Du einen Tweet an:

Öffne Dein Profil und suche den Tweet, den Du anheften möchtest, dann klicke auf das Mehr-Symbol ••• (Internet und iOS-App) oder auf das Teilen-Symbol (Android-App).

In Deiner iOS- oder Android-App kannst Du auf dieses Menü auch zugreifen, indem Du den angehefteten Tweet lange gedrückt hältst.

Wähle jetzt “Auf Deiner Profilseite anheften” aus und klicke oder tippe.

Damit Deine Verweise auf Blog oder Website dann noch wirkungsvoller sind, kannst Du auch Twitter-Cards einsetzen.

Social Media Guidelines auch für Einzelunternehmer?

Twitter mit seinem skurrilen Humor und den vielen Ablenkungen kann schnell dazu führen, dass man den Tonfall außer Augen verliert, den man sich für den eigenen Auftritt vorgenommen hat.

Auch als Einzelkämpfer kannst Du Dir als Teil Deiner Twitter-Strategie schon vorab einige nützliche Guidelines notieren, in denen Du festhältst, wie Du Deinen Twitter-Account betreiben möchtest:

  • Ziel(e), Inhalte und sprachlicher Stil des Twitterkanals
  • Überlegungen zur Zeitplanung und Erfolgsmessung
  • Notizen zu den verwendeten Tools und zum Monitoring
  • Grobe Zeitplanung für Tweets und Anzeigen

So eine kleine Guideline hilft Dir nicht nur dabei, den roten Faden im Blick zu behalten. Sie macht auch das Delegieren ganz einfach, wenn Du die Social Media Aktivitäten irgendwann outsourcen möchtest.

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Dein Twitter-Account sollte außerdem mit Deiner Website verknüpft werden: Nicht nur ist es üblich, Lesern das direkte Tweeten von Blogartikeln anzubieten, man sollte auch sofort herausfinden können, wo Du mit Deinem Unternehmen auf Twitter unterwegs bist.

Selbst wenn Du Twitter anfangs „nur“ nutzt, um automatisiert Deine Blogartikel zu verbreiten, gibt es eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass manche Menschen lieber Infos auf Twitter erhalten als per Mail oder RSS-Reader.

Twitter-Marketing ist aufwändig im Vergleich zu den einfach einzufahrenden Ergebnissen auf Facebook, aber wenn es erst einmal klappt, bringt es sehr zielsicher genau den richtigen Traffic auf Dein Angebot.

Es lohnt sich also, dranzubleiben.

Nächste Woche in unserer Serie rund ums Online-Marketing: Braucht wirklich „jeder“ ein Blog?

23.10.2015