Perfekte Präsentationen – Tipps für Einsteiger*innen

Perfekte Präsentationen – Tipps für Einsteiger*innen

Lesezeichen setzen

Einmal ist immer das erste Mal: Du sollst einen Vortrag halten, hast vielleicht sogar selbst angeboten, Daten und Fakten vorzustellen. Plötzlich kommt es Dir wie eine dumme Idee vor, alle anderen scheinen perfekte Präsentationen mühelos abzuliefern – und Du weißt nicht mal, wo Du anfangen sollst! Kein Grund zur Sorge, mit unseren Tipps kann jede*r den Einstieg ins Präsentieren schaffen.

Perfekte Präsentationen: Vorbereitung ist alles

Vielleicht sitzt Du gerade vor Powerpoint und starrst eine leere Folie an. Das ist nicht der schlechteste Anfang, aber auch nicht der beste. Um strukturiert zu arbeiten, solltest Du lieber mit einer Liste beginnen. Gerne „woanders“ in Word oder in einem Text-Editor, um Dich von dem Zwang zu lösen, parallel schon an der netten Optik Deiner Präsentation arbeiten zu müssen.

Inhalt von Form trennen:

  • Liste zunächst formlos sämtliche Inhalte auf, die in Deiner Präsentation enthalten sein sollen.
  • Bring sie dann in eine logische Reihenfolge: Die Handlungsaufforderung oder das Fazit zum Schluss.
  • Hast Du „trockene“ Inhalte mit vielen Zahlen? Ein Symbolbild, gerne lustig oder unerwartet, macht sie verdaulicher.
  • Zupf die Punkte auseinander, die viel zu überfüllte Folien ergeben würden und teil diese Inhalte auf mehrere auf.
  • Powerpoint ersetzt keinen Flyer, kein Handbuch und keinen Film. Jede Folie soll kompakt genau einen Inhalt transportieren und dabei auch aus der letzten Reihe gut lesbar sein.
  • Mehr Folien kosten nicht mehr, helfen aber beim Strukturieren. Geh also nicht sparsam mit der Anzahl der „Einzelblätter“ um.
  • Zwischenüberschriften helfen, auch wenn ein Unterthema sich über mehrere Folien zieht.
  • Stellst Du Behauptungen auf? Dann ergänze oder erläutere die Quellen.
  • Pack eine Startseite mit dem Titel und eine Abschluss-Folie mit Quellverweisen (klein) und Deinen Kontaktdaten (groß) in die Präsentation

Mit dieser Liste kannst Du jetzt zurück zur Powerpoint-Oberfläche gehen und jeden Punkt der Liste auf eine Folie kopieren und ausarbeiten. Wenn es Dir hilft, Inhalt und Gestaltung zu trennen, könntest Du natürlich auch zuerst die ganze Liste in Folieninhalte umwandeln und dann erst ins Präsentationsprogramm wechseln.

Jede Präsentation präsentiert auch Dich

Bevor Du Deine Inhalte auf den Folien feinschleifst, wirf bitte noch einen Blick auf das Design Deiner Präsentation. Als selbstständige*r Unternehmer*in ist jedes Dokument aus Deinen Projekten ein Teil Deiner Selbstdarstellung.

Für Powerpoint-Folien bedeutet dies nicht nur, dass Du auf einheitliche Schriftgrößen und Fonts, optisch und inhaltlich aufgeräumten Content und angenehme Farbgebung achten solltest. Es heißt auch, dass Deine Marke, Dein Name oder Dein Logo und die Internetadresse ein Teil des Foliendesigns sein sollten, so dass immer im Blick ist, wer da eigentlich spricht. Das geht auch klein und dezent im Footer.

Schöner und für Dich nützlicher ist es, wenn Anmutung und Farbgebung laut Deinen Namen rufen und Dein Logo sich gut einprägt.

Tipp: Wenn Du einen Grafiker mit der Gestaltung Deiner Geschäftsunterlagen beauftragt hast oder beauftragen wirst, lass Dir einen professionellen Hintergrund für Deine Präsentationen gleich mitgestalten, denn früher oder später wird es Einsatzmöglichkeiten dafür geben.

Präsentationsprogramme bieten viele Möglichkeiten, Slides zu animieren und Effekte als Hingucker einzusetzen. Damit solltest Du sparsam umgehen und immer bedenken: Powerpoint ist eine sehr eingeschränkte Methode, Informationen zu transportieren. Auch eine sehr bewährte und sehr einfache, vor allem aber eine überstrapazierte, die häufig für zu volle Slides und anstrengende Folien eingesetzt wird.

Besser ist es, Du überzeugst mit Inhalten und passenden Zitaten und Quellen, als mit einer Folie, die wackelt und glitzert und die nächste scheibchenweise einblendet.

Vorbereitung für perfekte Präsentationen

Perfekte Präsentationen sind selten „fertig“, müssen aber natürlich zum angesetzten Termin präsentabel sein. Am besten übst Du einmal mit Dir selbst. Dann merkst Du schnell, wo es hakt – und wo Du noch nachbessern musst.

Üben solltest Du mit exakt dem Equipment, das Du auf den Vortrag mitnehmen willst. Die Social-Media-Timelines der Welt sind voll mit Rednern, die drei Minuten vor einem Vortrag kalt von einem Windows-Update erwischt werden, weil sie das Tablet oder Notebook nur für Termine mitschleppen. Immer wieder beobachtbar: die Suche nach passenden Adaptern oder Ladegeräten, verzweifelte Aufrufe nach einem zu borgenden Internet-Stick und herzhaftes Fluchen, weil sich im Konferenzhotel eben doch nicht in allerletzter Minute das Hand-Out ausdrucken lässt:

Das ist Stress, auf den Du gut verzichten kannst und der sich mühelos vermeiden lässt. Überleg Dir vorher, in welcher professionell anmutenden Kleidung Du Dich wohl fühlst und leg sie bereit. Denk an Ladegeräte, Zusatz-Akkus und Deine Visitenkarten.

Erwarten die Teilnehmer ein Hand-Out? Du kannst Deine Präsentation auch als PDF auf Deinem Webspace ablegen, dann sollte auch diese Internetadresse in der Präsentation stehen, zum Beispiel auf der letzten Folie. Jeder hat heute ein Smartphone und kann sich bequem die letzte Folie mit Deinen Kontaktdaten und der Adresse zum Download abfotografieren.

Was Du bei einer ersten Präsentation nur ahnen kannst …

Was Du bei Deiner ersten Präsentation vielleicht schon ahnst, aber noch nicht erlebt haben kannst: Es gibt eine überaus große Wahrscheinlichkeit, dass Deine Inhalte und Folien mehrfach zum Einsatz kommen.

Du tust Dir selbst einen Gefallen, wenn Du sie aller täglichen Zeitnot zum Trotz sorgfältig aufbereitest, denn vielleicht hältst Du Varianten einer erfolgreichen „PPT“ noch viele Male. Wenn Du die Möglichkeit hast, Dich aufzeichnen zu lassen, kannst Du lernen, was Du anders machen möchtest. Aber auch ehrliches Feedback ist sehr hilfreich.

Perfekte Präsentationen sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, Kompetenz zu beweisen. Aber wichtiger ist am Ende trotzdem immer, wie gut Du in Deinem Job bist und wie Du mit den geschäftlichen Ansprechpartnern klarkommst. Deswegen mach Dich nicht verrückt, wenn es beim ersten Mal noch humpelt und hakt – versuch es einfach wieder.

Über den Autor
Carola Heine
Up to date: Trends und Online Navigation

Beitrag kommentieren