Pirate Summit 2019

Pirate Summit 2019

#intheblack lautete das Motto der verrücktesten Invitation-only Start-up Conference Europas in diesem Jahr: Die Würdigung des Profitablen. You can — but you don’t have to

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Fünf Hausregeln prägen den Pirate Summit: Alle sprechen sich auf Augenhöhe mit dem Vornamen an. Jede*r Einzelne ist ein Very Important Pirate. No BS: No bullshit, keine Heißluft in Tüten, sondern Nutzen kompakt auf den Punkt. Dann „give give give ask“, erst geben dann nehmen – und zuletzt noch „ARRR“, der Kampfschrei der Businesspiraten, der das herkömmliche Klatschen ablösen soll.

Was nicht in den Pirate Summit Hausregeln steht, aber ungeschriebenes Gesetz ist: Verkleidet kommen passt wunderbar, Krawatten aber sind tabu. So mischen sich zwischen Shorts und schwarze oder grüne Shirts auch einige malerische Gestalten, fahrende Steampunk-Artisten im Stil der alten Mad-Max-Filme und flatternde Sommerkleidchen. Alles ist möglich im Freistaat Odonien, dem rauen Gelände für das Event.

#intheblack
„Being profitable should be cool and celebrated“

Der Pirate Summit mit seinem Mix aus Veranstaltungsformaten und Networking-Möglichkeiten auf höchstem Niveau sendete in diesem Jahr eine Message, die viel mehr Gründerinnen und Gründer hören und sich zu Herzen nehmen sollten:

Alles kann, nichts muss.

„Once you are profitable you can — but you don’t have to — look for external funding. You can — but you don’t have to — aggressively pursue growth. You can — but you don’t have to — reinvest all the profits in the business. You can — but you don’t have to — prepare for an exit. See the pattern? You can — but you don’t have to. Profit brings great flexibility and freedom of choice. You can — but you don’t have to.“ #intheblack, Pirate Summit 2019

Profitabel wirtschaften und im „schwarzen Bereich“ arbeiten ist etwas, auf das jeder Start-upper und jede*r Gründer*in stolz sein kann. An dem Punkt kann es so wichtig sein, auf den Boden zurückgeholt zu werden und daran zu denken: Nicht alle müssen auf Wachstum setzen, nicht immer ist Skalieren um jeden Preis der Weg. Networking wiederum ist ein Instrument, auf das niemand mehr verzichten kann.

Vielleicht braucht es fürs Umdenken ein wildes und verrücktes, an den Ecken gebrochenes und mit Steampunk-Elementen durchsetztes Event. Einfach um in einer Welt geschliffener Normen und Erfolgsanleitungen die Augen dafür zu öffnen, dass immer noch jeder Weg und jeder Founder individuell ist, passt Pirate Summit jedenfalls wunderbar und erfüllt die eigene Mission zu hundert Prozent.

Give, give, give, ask – wenn die Moderation dazu auffordert, sich in der Menge der Piraten ein völlig fremdes Gegenüber zu suchen und aktiv herauszufinden „what can i do for you?“, dann ist auf dem Pirate Summit oft eine digitale Rechnungs- und Buchhaltungslösung ein nützliches Angebot. Bodenständiger als Motivationssprüche und das Angebot auf einen Kaffee am anderen Ende der Welt jedenfalls – obwohl sich das natürlich kombinieren lässt.

Ein bisschen stolz macht es uns schon, wie viele Menschen hektisch nach einem Zettel gegraben haben, um sich unser Angebot für Start-ups zu notieren – weil sie die Frage nach dem „is your accounting digital and easy already“ verneinen mussten und große Augen bekamen nach einem Blick auf die lexoffice App.

Es gab auch andere, die bereits mit einer digitalen Lösung versorgt sind – wiederum zum Teil bereits lexoffice Anwender*innen sind 🙂

Yalun Meng, lexrocket.de: „Wir freuen uns, mit lexrocket wieder auf dem Pirate Summit gewesen zu sein und uns im Start-up Ecosystem zu bewegen. Als Teil der Community ist es immer wieder wichtig für uns zu sehen, wie die aktuellen Herausforderungen aussehen und was sich für innovative Gründer an Chancen und Challenges ergibt, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Pirate Summit hat da schon eine ganz besondere Atmosphäre zu bieten und die Symbolkraft der Abschlussfeier schweißt alle noch mehr zusammen, die sich zum Network zusammengefunden haben. Es war also toll, wieder dabei gewesen zu sein, besten Dank an die Veranstalter!“

Pirate Summit 2019, das fühlte sich wie der zarte Beginn echter Vielfalt an:

Ein zunehmend guter Frauenanteil, einige Diversität der Altersgruppen und Hautfarben, sehr junge Start-ups und gesetzte Regierungsbeamte, die zusammen an ihren Themen arbeiteten. Während die einen noch im Stadium „we have to humanize the interface“ sind und damit meinen: Echte Personen sollen mit den Menschen interagieren …. sind andere bereits dort angekommen, wo Networking sich wie Freundschaft anfühlt.

Geschäftliches und Privates trennen, geht das für „Entrepreneurs“ überhaupt? Fest steht, dass es auf dem Pirate Summit nicht nötig ist, die eigene Persönlichkeit zu dimmen, um sich einzufügen. Weil es für Start-ups und Menschen gar nicht das Ziel sein kann, mit der Menge zu verschmelzen: You can — but you don’t have to.

  • Foto: Carola Heine, Pirate Summit 2019
Über den Autor
Carola Heine
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